Montag, 21. März 2022

Geburtstagsfeeling zwischen Beil und Nistkästen

Gabriele Otto (l.) und Edelgard Münch am Pumphutdenkmal.

von unserem Redakteur Christian Wendt

Mockrehna. Mitglieder des Kultur- und Heimatvereins feierten ganz im Stillen das 30-jähriges Bestehen ihres Vereins. Wobei... so richtig still war’s dann auch nicht.

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Statt großer Geburtstagsparty ließen es die Mitglieder des Mockrehnaer Kultur- und Heimatvereins vor wenigen Tagen deutlich ruhiger angehen. Dafür aber ging es auf Leitersprossen in frühlingshafte Höhen hinauf.

Dass es am 5. März angesichts der aktuellen Corona-Zahlen keine große Party geben konnte, war Gabriele Otto und Edelgard Münch vom Vereinsvorstand seit langem schon klar. Doch lautlos wollte man die „30“ dann auch wieder nicht über die Bühne gehen lassen. Wie praktisch, dass für die im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Mockrehnaer Ortschaftsrat und Kindern gestalteten Nistkästen ein Frühjahrsputz anstand. Und so wurde Schönes mit Nützlichem kombiniert. Ein knappes Dutzend Helfer, darunter auch einige Kinder, trafen sich am Festplatz, um von hier aus auf Nistkastenkontrolltour zu gehen und im Anschluss den geselligen Vormittag bei guter Laune ausklingen zu lassen.

Die Hoffnung ist groß, die Jubiläumsfeier des Vereins im Juni dieses Jahres nachholen zu können. Am Vorabend des traditionellen Pumphutfests (18. und 19. Juni) soll mit geladenen Gästen und Mitgliedern gefeiert werden. Um bis dahin nicht einzurosten, blicken Gabriele Otto und Edelgard Münch schon jetzt auf den kommenden Oster- und Trödelmarkt, den der Verein am 10. April auf dem Gutshofgelände veranstalten will. Auch an einen Kinoabend im Sommer ist wieder gedacht. Im vergangenen Jahr fand dieser bei den Einheimischen enormen Anklang – was dahingehend wenig verwunderlich war, als dass die Corona-Einschränkungen auch 2021 nicht allzu viel Vereinsleben zuließen. Dabei hatten sich vor allem die Kinder des Ortes schon sehr auf ihre Weihnachtsfeier gefreut, die der Verein gemeinsam mit dem ortsansässigen Unternehmen Gräfendorfer organisiert hatte. 

Damit das Weihnachtliche nicht gänzlich ins Private abwanderte, schmückte der Kultur- und Heimatverein gemeinsam mit den Jungen und Mädchen der Kindertagesstätte pünktlich zum Nikolaustag den Weihnachtsbaum am Pumphutplatz. Selbstredend, dass Sterne, Herzchen und Kugeln hierfür kreativ gestaltet wurden. Der Zauberkraft des Müllergesellen Martin Pumphut bedurfte es dazu nicht. Ebenso wurde der Kirchturm in der Corona-Zeit erstmals durch einen Weihnachtsstern erleuchtet.

In den vergangenen Jahren zählte der Kultur- und Heimatverein gleichbleibend 19 Mitglieder. Deutlich mehr, als noch am 27. Februar 1992, als elf Gründungsmitglieder zur Tat schritten. Im gleichen Jahr fand bereits das erste Pumphutfest statt – damals noch organisiert von einer eigens aus dem Boden gestampften „Vereinsgemeinschaft Mockrehnaer Pumphutfest GbR. Die hatte schon wenig später mit Stars wie Bernhard Brink, Andy Borg, Jürgen Drews, Achim Mentzel, Chris Roberts, Gitte und Klaus oder auch Olaf Berger aufwarten können. Die Bezeichnung Pumphutfest war stets Garant für ausgelassene Feste. Nebenbei wurden vom Verein auch Postkartenserien von den Ortsteilen Gräfendorf und Mockrehna herausgebracht. Im Jahre 2004 rief man zu einer großen Spendenaktion zur Restaurierung des Kirchenaltars auf. 

Die Sage um Martin Pumphut ist Gründungselixier des Kultur- und Heimatvereins Mockrehna. Im Jahre 2001 wurde eine vom Bad Schmiedeberger Bildhauer Gert Büttner geschaffene mittlerweile weit über die Region bekannte Pumphut-Bronzeplastik mit einem großen Volksfest eingeweiht. Sie erinnert  an der Bundesstraße 87 stehend an einen im 17. Jahrhundert in Mockrehna lebenden Müllerburschen. Ob Raufbold oder nicht – er soll keinem Streit aus dem Weg gegangen sein. Um seinen Gegnern zu imponieren, schleuderte er sein hölzernes Beil in Richtung Kirchturm. Im Jahre 1835 wurde dieses durch ein eisernes ersetzt.

Doch allein die Magie des Pumphuts ist noch kein Garant für eine kontinuierliche Vereinsarbeit. Nach vielen Goldenen Jahren des Pumphutfests schien ein wenig der Schwung raus zu sein. Zum Glück sorgte die 1000-Jahr-Feier Mockrehnas im Jahre 2015 für neuen Schub. „Es war nicht leicht, die Einheimischen für dieses Fest zu motivieren“, blickt die damals frischgewählte Vereinsvorsitzende Gabriele Otto zurück. Doch mit jedem Tag, den das große Fest näher gerückt sei, sei auch die Lust der Mockrehnaer gewachsen. „Lohn der Mühen war ein Fest, das sich wirklich sehen lassen konnte“, findet auch Edelgard Münch.

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