Montag, 27. Juni 2022
Mittwoch, 23. März 2022

Eingestürzte Mühle in Arzberg: Spezialist aus Kyhna soll helfen

Mühlenbauer Martin Wernicke, hier an einem anderen historischen Denkmal. (Foto: Wolfgang Sens)

von Nico Wendt

Nach dem Einsturz der Arzberger Bockwindmühle hoffen die Besitzer René und Nancy Beil darauf, dass ein Wiederaufbau irgendwie möglich wird.

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Arzberg/Kyhna Dass Mühlenbauer Martin Wernicke in einer Woche gleich zwei große Anfragen bekommt, passiert auch selten. Sowohl aus Arzberg als auch aus dem thüringischen Klettbach erreichten ihn Hilferufe. In beiden Fällen war es zum Einsturz von historischen Bockwindmühlen gekommen.

Doch während es in Arzberg eine Ruine betraf, deren tragenden Teile nun aufgrund des starken Verfalls nachgaben, handelte es sich in Thüringen um ein gut erhaltenes Denkmal, das der Sturm umgekippt hatte. Immense Kosten seien hier wie da zu erwarten. Da muss der Mühlen-Spezialist gar nicht lange überlegen. Zwar stände ein Vor-Ort-Termin in Ostelbien noch aus, doch schon aufgrund der Holzpreise sollte sich niemand Illusionen machen. "500 000 Euro sollte man für den Wiederaufbau einer Bockwindmühle einrechnen. Tendenz aufwärts", das kann Martin Wernicke aus der Ferne schon mal einschätzen. Genaueres wird er sagen können, wenn er in Arzberg war. Grundstücksbesitzer René Beil und dessen Ehefrau Nancy haben sich bereits auf ein Treffen mit dem Handwerksmeister am kommenden Sonntag verständigt.

TZ berichtete im Januar über den sehnlichen Wunsch des Paares, das Wahrzeichen wieder aufzubauen. Natürlich wissen beide, dass es eine Mammut-Aufgabe wird und diese alleine nicht zu stemmen ist. Es braucht wenigstens einen Förderverein oder den örtlichen Heimatverein, der sich engagiert.

Ausschließen will Fachmann Wernicke nichts: Es kommt in erster Linie darauf an, wie viele Fördermittel man akquirieren kann und wie sehr die Region dahinter steht. Seit 2008 kümmert sich der Unternehmer aus der Gemeinde Wiedemar um historische Mühlen. Oft seien es Reparaturen, ein kompletter Aufbau sei selten. "Ich würde versuchen, das wiederzuverwenden, was noch gut ist. Ansonsten hat es sich bewährt, die Einzelstücke in meiner Werkstatt vorzufertigen und dann die Teile mit dem Tieflader vor Ort zu bringen, um sie hier aufzubauen", erklärt Martin Wernicke den Ablauf.

Für eine Bockwindmühle seien verschiedene Hölzer zu verwenden. Es hänge vom jeweiligen Teil ab , ob man zum Beispiel Kiefer, Eiche oder Lärche wählt. Dann sei es eine Frage des Geldes, wie viel Wert man auf die Innenausstattung legt. Soll nur die Hülle wiedererstehen oder soll der Schrotgang, vielleicht sogar der Mahlgang, wieder funktionieren? Solche Details sind demnächst in Arzberg zu klären.

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