Montag, 27. Juni 2022
Dienstag, 12. April 2022

Beilroder Feuerwache mit Luftgewehr beschossen

Bürgermeister René Vetter vor der Fahrzeughalle der Beilroder Feuerwehr. Mit seinem Handy hat er die Einschusslöcher fotografiert. (Foto: Nico Wendt )

von Nico Wendt

Die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr Beilrode sind nach einer Luftgewehr-Attacke auf ihr Gerätehaus schockiert. Krampfhaft wird überlegt, wer und was dahinter stecken könnte.

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Beilrode Bürgermeister René Vetter ist selten sprachlos. Aber in dem Fall hat er wirklich Mühe, die passenden Worte zu finden. Unbekannte haben mit einer Luftdruckwaffe auf das Feuerwehr-Gerätehaus in der Bahnhofstraße geschossen. Mehrere kreisrunde Löcher wurden an der Frontseite am Tor zur Fahrzeughalle festgestellt.

"Das ist nicht einfach nur ein Dumme-Jungen-Streich. Sondern das ist ein schwerwiegendes Vorkommnis und wir werden das auf keinen Fall tolerieren", sagte er gestern. Aus ermittlungstaktischen Gründen wurde der Vorfall in den vergangenen Tagen noch nicht bekannt gemacht.

Doch jetzt soll ein Aufruf an die Öffentlichkeit helfen, den oder die Täter ans Licht zu bringen. Die Gemeinde ist dabei, eine Belohnung zur Ergreifung des Schützen auszuloben. "Wir haben großes Interesse, den Fall so schnell wie möglich aufzuklären", so Vetter. Gleichzeitig fragt er sich besorgt: Was bringt eine Person dazu, auf eine Feuerwache zu schießen - ein Ort, an dem Menschen ehrenamtlich tätig sind!

Entdeckt hatten die Kameraden die Einschusslöcher bereits am 25. März durch Zufall. Remo Springer, Gemeindewehrleiter: "Da waren Löcher im Plexiglas. Im ersten Moment dachten wir, dass vielleicht Vögel die Ursache sind. Aber beim genaueren Hinsehen stand fest, dass es sich um Einschusslöcher handelt. Wir haben dann im Doppelglas auch deformierte Diabolos entdeckt." So bezeichnet man Projektile bei einer Luftdruckwaffe.

Mindestens drei Stellen, zwei im Glas und eine am Tor-Rahmen, wurden gesichert. Polizeikräfte nahmen die Ermittlungen auf, die Untersuchungen laufen, wie Torgaus Revierleiter Peter Labitzke bestätigt. Ähnliche Fälle im Altkreis seien ihm aus der jüngsten Vergangenheit nicht bekannt. Es kam schon mal vor, dass bei einem Nachbarschaftsstreit der Pfeil einer Armbrust auf das andere Grundstück flog. Aber dass ein Feuerwehr-Gerätehaus mit dem Luftgewehr beschossen wurde, daran könne er sich nicht erinnern.

"Das ist harter Tobak", schätzt Bürgermeister Vetter ein. Er glaubt nicht daran, dass es versehentlich passiert sei. Welcher Spaziergänger trägt schon ein Luftgewehr oder eine Luftdruckpistole bei sich. Ebenso wenig kämen "Querschläger" in Frage. "Das war ein vorsätzlicher Akt", steht für den Gemeindechef fest. Er bittet die Bevölkerung, insbesondere die Anwohner um Mithilfe. Hat jemand Beobachtungen gemacht oder verdächtige Geräusche gehört?

Hinweise sind an die Gemeinde zu richten. Die Einschusslöcher befänden sich in etwa drei Meter Höhe, ein gerader Winkel sei festzustellen. Also müssen die Schützen mindestens auf der anderen Straßenseite gestanden haben. Bitter: Durch eine gute Zusammenarbeit zwischen Ordnungsamt, Polizei und Gemeinde seien Schäden durch Vandalismus im Park gerade erst rückläufig gewesen. Nun das!

Remo Springer fühlt sich an einen Vorfall vor etwa fünf Jahren erinnert. Damals wurden noch im alten Gerätehaus Einschuss-Stellen, Farbabplatzungen, an der Motorhaube des Waldbrand-Tankers entdeckt. Weil es keinen Einfluss auf die Technik hatte, verzichtete man damals auf eine Strafanzeige.

Diesmal sieht die Sache anders aus. Das Plexiglas muss ausgetauscht werden. Die Kameraden sind - was ein Motiv des Schützen betreffen könnte - völlig ahnungslos. "Wir liegen mit niemanden im Streit. Die große Spendenbereitschaft für das Jubiläumsfest im Sommer zeigt, dass die Feuerwehr im Dorf beliebt ist. Wir tappen im Dunkeln", so Remo Springer.

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