Dienstag, 24. Mai 2022
Mittwoch, 20. April 2022

Mockrehna will 2,5 Millionen Euro in die Kita "Sonnenschein" investieren

Diese Steppkes (hier mit Praktikantin Franziska Schneider und Kita-Chefin Susan Kartheuser) könnten den Umzug in den neuen Anbau vielleicht noch miterleben. (Christian Wendt)

von Christian Wendt

Mockrehna. Ohne den von Berlin geplanten Kohle-Ausstieg wären die Planungen für einen Erweiterungsbau für die Kita Mockrehna wohl nicht so weit fortgeschritten. Nun zeigt sich, dass die Erweiterung dringend gebraucht wird.

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Mockrehna Die Kindertagesstätte "Sonnenschein" soll erweitert werden. Einen entsprechenden Grundsatzbeschluss fasste der Mockrehnaer Gemeinderat mit großer Mehrheit. Demnach könnte das Projekt bereits im kommenden Jahr umgesetzt werden. Die Finanzierung sorgte während der jüngsten Gemeinderatssitzung jedoch für das ein oder andere Fragezeichen.

 

In der Kita Sonnenschein werden derzeit Krippen- und Kindergartenkinder unter einem Dach betreut. Künftig soll es eine Trennung geben. (Christian Wendt)

 

Der von Jan Hess präsentierte Vorentwurf war bereits im Jahr 2021 im Mockrehnaer Ortschaftsrat skizziert und mit 2,2 Millionen Euro veranschlagt worden. "Heute dürften wir auf Grund der Preissteigerungen bereits bei etwa 2,5 Millionen Euro liegen", schob Hess nach. Allein der eingeschossige Erweiterungsbau, der zwischen bestehender Kita und dem Unternehmen Wiegmann hochgezogen werden könnte, bietet Platz für 45 bis 48 Krippen-Kinder. Im alten Gebäudeteil würden dann die älteren Steppkes betreut werden. Alt- und Neubau sind nach Vorstellung von Jan Hess durch einen Verbindungsgang miteinander verbunden.

Vor allem bei den Krippenplätzen sei die Nachfrage im Gemeindegebiet enorm hoch, machte Bürgermeister Peter Klepel (parteilos) deutlich. Er reagierte damit auf Kritik des Langenreichenbacher Ortsvorstehers Detlef Bölke (FWG), der auf Grund freier Betreuungsplätze in anderen kommunalen Kitas jenen Weg des Neubaus zumindest so schnell nicht mitgehen wollte. "Wir haben doch darüber ausreichend diskutiert", sagte Robert Schübel (CDU) in Richtung Bölke. Der Wildenhainer bezog sich dabei auf den geschlossenen Teil der vorhergehenden Gemeinderatssitzung. Man sei mit den Zahlen bereits hart am Limit und müsse deswegen mit einem Grundsatzbeschluss zum Bau Farbe bekennen. Von Wollen könne keine Frage sein, sagte Schübel. "Wir müssen!" Und auch der Wildenhainer Ortsvorsteher Falko Rohark (FWG) plädierte für eine Erweiterung, auch wenn den Bürgern gesagt werden müsse, dass für die Ortschaften dann kaum noch Spielraum für Investitionen übrig sei. "So ehrlich müssen wir sein!", sagte er.

"Wir sind uns im Klaren darüber, dass dieser Vorentwurf noch Lücken und Kanten aufweist", räumte Bürgermeister Klepel unter anderem mit einem Blick auf die Zugänge ein. Der Plan für den Erweiterungsbau sei das Resultat von Überlegungen, Gelder aus dem Kohleausstieg nach Mockrehna zu holen. Allerdings könne man sich von dem Gedanken verabschieden, für solch ein Projekt noch eine 90-prozentige Förderung an Land zu ziehen. Zur Not müsse man eben einen Kredit aufnehmen, meinte der Wildschützer Claus Heinrichsen (FWG). Mit jenem Vorschlag hatte Kämmerin Kirsten Blech erst einmal keine Probleme, zumal die Kommune aktuell schuldenfrei ist. Allerdings hätte dies wohl zur Folge, dass die Hebesätze künftig in Richtung sächsischer Durchschnittswerte angehoben werden müssen. Ohne Kreditaufnahme kann die Kommune derzeit noch 1,3 Millionen Euro für das Vorhaben locker machen.

"Wir haben doch beim Schulhausbau gezeigt, dass wir das schaffen können", erinnerte Robert Schübel an den finanziellen Kraftakt, der um ein Vielfaches heftiger war, als eben jener Kita-Erweiterungsbau. Doch Mockrehna sei nun einmal im Regionalplan als zentraler Ort ausgewiesen. Dessen exzellente Verkehrsanbindung biete gute Entwicklungschancen und für Familien eine Perspektive. "Wenn wir vorausschauend planen wollen, können wir hier nicht nur für 20 Kinder anbauen", warb Schübel für die von Hess vorgestellten Planungsunterlagen.

Doch Detlef Bölke blieb bei seiner Kritik: "Ich sehe die Notwendigkeit nicht. Wenn unsere Dörfer von der Gemeinde etwas wollen, ist nie Geld da. Wenn aber die Gemeinde etwas will, soll's durchgedrückt werden", sagte der Langenreichenbacher mit Blick auf die in Aussicht stehenden Investitionskosten.

 

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