Mittwoch, 27. April 2022

Sechs Jahre "Ebbe" - und dann kam Corona

Der Bootssteg an der Elbe bei Dommitzsch. Hier hatten Gäste aus Norwegen festgemacht. (Foto: ) (privat)

von Nico Wendt

In der ersten April Woche wurde nach der Winterpause der Bootssteg des 1. Sportboot-Vereins Elbe Dommitzsch wieder zu Wasser gelassen. Jetzt hoffen die Mitglieder, dass endlich mal wieder eine normale Saison folgt.

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Dommitzsch Sechs Jahre Niedrigwasser und zwei Jahre Corona haben den Bootstourismus auf der Elbe nahezu zum Erliegen gebracht. Jetzt hofft Frank Hartleb, Chef des 1. Sportbootvereins Elbe-Dommitzsch, endlich mal wieder auf eine normale Saison. Zumal der Pegel bislang ganz gut war. Gestern lag er bei 1,60 Metern. Mit schwerer Technik wurde am 8. April der Bootssteg an seinen Platz gebracht. Wenig später gab es schon weit gereisten Besuch. Ein Paar aus Norwegen machte mit seiner zehn Meter langen Jacht fest und blieb bis zum nächsten Tag, um sich die Region anzuschauen. Auch das beflügelte die zehn Vereinsmitglieder im nördlichsten Zipfel Sachsens. Seit 2016 ist das Ehepaar aus Norwegen unterwegs. Die Reise begann in Bergen, führte über Bremerhaven, Rhein, Donau, Schwarzes Meer, Mittelmeer bis zur Adria. Schließlich ging es von Prag über die Moldau in die Elbe, wo jetzt über Lübeck und Skagerrak die Heimreise folgt. Für Frank Hartleb eindrucksvoll. Er würde sich künftig viel mehr solcher Wassertouristen wünschen.

Als sich der Verein 1998 gründete und der Bootssteg eingeweiht wurde, gab es im Schnitt 100 Anleger pro Jahr. "Viele kamen mit ihren sechs bis zehn Meter langen Schiffen aus Hamburg oder Flensburg, manche schipperten von der Nordsee oder der Ostsee über Nebenflüsse die Elbe entlang bis Dresden oder Bad Schandau", so der Vorsitzende. Mit ihren 80 bis 140 Zentimetern Tiefgang seien solche Jachten auf verlässliche Wasserstände angewiesen. Die Anlege-Gebühren wiederum speisten die Dommitzscher Vereinskasse, die sich sonst nur über Mitgliedsbeiträge füllt. "In den zwei Corona-Jahren hatten wir gar keine Anleger", bedauert Hartleb. Auch die Jugendarbeit sei nach Schließung der Mittelschule schwierig geworden, weil viele Kinder wochentags erst spät zu Hause sind. Immerhin war die Bootsfahrschule, die Hartleb privat anbietet, mit jeweils 15 bis 20 Teilnehmern gut ausgelastet. Zwei Lehrgänge pro Jahr werden angeboten. "Wir hoffen, dass der Bootstourismus irgendwann wieder so floriert wie auf Weser, Havel oder Rhein. Ich weiß aber auch nicht, ob es an den Staustufen der Elbe liegt, dass es nun dauerhaft Probleme mit dem Pegel gibt. Vor 2013 hatten wir nie solche Schwierigkeiten", so der Chef. Damals konnte auch noch mit Geldern des Vereins jährlich ein großes Bootssteg-Fest durchgeführt werden.

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