Mittwoch, 25. Mai 2022
Donnerstag, 28. April 2022

Hervorragender Mediziner und konsequenter Humanist

Eine Vielzahl von Kollegen und Wegbegleitern war zur Verabschiedung von Dr. Werner Dudda gekommen. (Frank Lehmann)

von Frank Lehmann

Torgau. Eine große Schar an Gratulanten stellte sich am Mittwoch im Kreiskrankenhaus Torgau ein, um Chefarzt Dr. Werner Dudda offiziell zu verabschieden.

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Torgau Er beendet seine Tätigkeit an der Klinik, an der er über 27 Jahre als Chefarzt der Chirurgischen Klinik und hochgeschätzter Mediziner wirkte.

"Mit gerade einmal 38 Jahren kamen sie vom Klinikum Bonn-Bad Godesberg am Rhein an die Elbe nach Torgau, um die verantwortungsvolle Stelle zu übernehmen. Und sie füllten diese vom ersten Tag an mit großem Engagement für ihre dankbaren Patienten und Mitarbeiter aus. Sie sind ein hervorragender Mediziner und konsequenter Humanist", brachte es Dr. Joachim Müller als Leitender Chefarzt der Torgauer Klinik in einer kurzen dafür aber emotionalen Abschiedsrede auf den Punkt. Chefarzt Dr. Dudda sei in all den Jahren stets am Morgen einer der Ersten und am Abend einer der Letzten im Krankenhaus gewesen. Das Patientenwohl habe stets bei ihm im Vordergrund gestanden, so Müller. "Ich wollte gebraucht werden und wurde hier in Torgau gebraucht", antwortete Chefarzt Dudda kurz darauf.

Komplizierte Bedingungen

Oberarzt Michael Berger, der sehr eng mit Dudda zusammengearbeitet hat, erinnerte an die komplizierten Bedingungen in der Zeit nach der Wende. "Ein breites Spektrum an Operationen war da gefragt. An der Seite von Chefart Dr. Dudda konnte ich viel lernen und habe mich stets im Operationssaal wohlgefühlt. Unter seiner Leitung konnte ich mich zum Facharzt für Unfallchirurgie weiterbilden. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich möchte kein Jahr der Zusammenarbeit missen," so Berger.

Der neue Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, Gregor M. Baumgarten, verwies auf die riesigen Fussstapfen, die Dr. Dudda ihm hinterlassen habe, und die nur schwer auszufüllen sein werden. Außerdem bedankte er sich für eine tolle Unterstützung bei der Übernahmen der neuen Aufgabe.

Ohne Pause

"Seit dem 1. Juni 1982 habe ich ohne Pause als Mediziner gearbeitet. Lediglich zweimal musste ich meine Tätigkeit kurzzeitig wegen Krankheit für jeweils eine Woche unterbrechen", blickte Chefart Dr. Dudda nicht ohne etwas Stolz zurück. Sein Wirken in Torgau bewertet er als 27 sehr erfüllte Jahre. Sein erster Arbeitstag begann mit einer Visite und anschließend mussten gleich mehrere Knochenbrüche operiert werden. Von Anfang an gab es reichlich Arbeit. Und die Bedingungen waren mit den heutigen kaum vergleichbar, denn es existierte nur der Altbau. Die Abteilung Chirurgie verfügte damals mit der Außenstelle in Schildau über etwa 90 Betten. Mehrbettzimmer bis hin zu einem für sieben Patienten als Durchgangsraum waren eher die Regel als die Ausnahme. Statt der heute fünf gab es nur zwei OP-Säle. "Doch ich habe von Beginn an die große Dankbarkeit der Patienten für unsere Hilfe gespürt. Schließlich konnten wir ein breites Spektrum anbieten, was unter anderem die gesamte Bauchchirurgie, die Schilddrüsenchirurgie, alle Knochenbrüche, die Handchirurgie, Hüftendoprothesen und Arthroskopien wie auch die Gefäßchirurgie umfasst", erinnert sich Chefarzt Dr. Dudda.

Chefarzt Dr. med. Werner Dudda (Mitte) wurde durch den leitenden Chefarzt des Torgauer Kreiskrankenhauses, Dr. med. Joachim Müller (r.), und Geschäftsführer Jens Laser offiziell in den Ruhestand verabschiedet. (Frank Lehmann)

Modern aufgestellt

"Seit mehreren Jahren sind wir sehr modern aufgestellt. Durch Oberarzt Dr. Held und seine Nachfolger ist die Wirbelsäulenchirurgie hinzugekommen. Investitionen und Ausstattung ermöglichen ein zeitgemäßes Arbeiten", fügt er an. Ganz wichtig für den Chefarzt ist die Tatsache, dass am Torgauer Kreiskrankenhaus die Selbstständigkeit bewahrt wurde, medizinisch notwendige Dinge zu tun, und sich nicht von Zahlenvorgaben in Entscheidungen zwingen zu lassen.

"Die Torgauer Klinik ist vorbildlich. Das wird auch von außen so gesehen", freut sich Werner Dudda. Die hohe Zufriedenheitsrate der Patienten sieht er darin begründet, dass zahlreiche Spezialisten am Torgauer Kreiskrankenhaus im Bereich Chirurgie arbeiten. Chefarzt Dr. Breitbarth genießt hohe Anerkennung in der Bauchchirurgie und wird durch Oberarzt Dr. Ullm bei großen endoskopischen Bauchoperationen und in der Proktologie unterstützt. Oberarzt Dr. Hartung gilt als Experte der Unfallchirurgie. Oberarzt Berger war über 40 Jahre erfolgreich am Kreiskrankenhaus Torgau tätig und in den letzten Jahren der hauptsächliche D-Arzt-Vertreter bei Arbeitsunfällen. "Wenn ich dies betrachte, dann habe ich keine Angst vor dem Ruhestand. Schließlich haben wir ja gute Mitarbeiter herangezogen und das Krankenhaus bietet beste Bedingungen für motivierte Nachfolger", lautet das Fazit des Chefarztes. Zu dessen Erfolgsbilanz gehört zweifelsfrei die Etablierung des Traumazentrums im Jahr 2011 an der hiesigen Klinik. Alle bisherigen Rezertifizierungen verliefen erfolgreich.

Qualifikation

Chefarzt Dr. Dudda selbst setzte auch selbst auf ständige Qualifikation. So erwarb er den Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie in den letzten Jahren nach Änderung der Facharztordnung. "Gerade die Unfallchirurgie gewann nämlich zunehmend an Bedeutung für unser Haus." Eine wichtige Rolle spielte darüber hinaus seine Arbeit als D-Arzt (anerkannter Spezialist für Arbeitsunfälle). Pro Jahr sind dies etwa 2000 Fälle im Krankenhaus Torgau.

Die Chefarzttätigkeit im Krankenhaus in den mehr als 27,5 Jahren sei sehr intensiv gewesen. Sehr viele Pläne für den Ruhestand habe er deshalb noch nicht gemacht. "Ich lasse ganz entspannt diese Zeit auf mich zukommen. Ich freue mich jedoch darauf, endlich mehr Zeit für mich und die Familie zu haben. Es werden sich bestimmt viele neue Aufgaben ergeben. Ich bin sicher, dass ich überhaupt keine Probleme haben werde, die Zeit auszufüllen." Gedanklich werde er natürlich nach der langjährigen Tätigkeit am Krankenhaus Torgau der Einrichtung stets verbunden bleiben.

"Nach den vielen Jahren stets sehr intensiver Belastungen ist es nun auch an der Zeit, dass ein engagierter neuer Chefarzt nachfolgt. Dieser wird meine Aufgaben sicherlich bestens übernehmen", sagte Dudda, der mit dem Wohnsitz in Süptitz sehr glücklich ist. Ob sich in den nächsten Jahren für ihn eine Veränderung ergeben wird - dies hängt oft von den nächsten Angehörigen ab - wird sich zeigen. Spezielle Pläne haben er und seine Familie bisher nicht. " Ich glaube aber, dass es nach den sehr intensiven vergangenen Jahren nicht richtig wäre, gleich wieder volle Terminkalender zu haben."

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