Donnerstag, 26. Mai 2022
Donnerstag, 28. April 2022

Die Bucollis haben nun ein Bleiberecht

Für die Unterstützung bedankte sich Muhamet Bucolli bei seinem Chef Mirko Sattler. (Christian Wendt)

von Christian Wendt

Belgern. Der Jahre lange Kampf ums Bleiberecht hat nun ein Ende: Die in Belgern lebende Familie Bucolli darf weiterhin in Deutschland bleiben.

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Belgern Geschafft! Die Erleichterung und Dankbarkeit war Muhamet Bucolli aus Belgern ins Gesicht geschrieben. Sieben Jahre bemühte sich der gebürtige Kosovare mit seiner Familie um ein Bleiberecht in Deutschland. Vor einigen Tagen bekam er von der Ausländerbehörde in Delitzsch hierfür nun alle notwendigen Papiere ausgehändigt.

Muhamet Bucolli ist kein Mann der großen Worte. Allein dem strahlenden Lächeln des Lageristen ist abzulesen, wie groß sein Glücksgefühl ist. Und genau dieses wollte er auch mit seinem Chef teilen. Mirko Sattler von der in Belgern ansässigen Firma Bempflinger hatte sich vehement gegen die immer wieder drohende Abschiebung der vierköpfigen Familie stark gemacht. Nun bekam Sattler als Dankeschön einen dicken Präsentkorb von seinem Mitarbeiter überreicht.

Der Fall der Familie Bucolli erregte große Aufmerksamkeit in der Region. Der Wunsch, auch weiterhin in Deutschland bleiben zu dürfen, wanderte sogar auf den Tisch des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestags sowie den Tisch der sächsischen Härtefallkommission. Letztere kann bewirken, dass vollziehbar ausreisepflichtigen Ausländern aus dringenden humanitären oder persönlichen Gründen eine Aufenthaltserlaubnis erteilt wird. Eine entsprechende Empfehlung an den Innenminister war bereits im Oktober 2020 ergangen.

Familie Bucolli kann nun endlich dauerhaft in Deutschland bleiben. (Christian Wendt)

Vor 7 Jahren flüchteten Nebije (heute 28) und Muhamet Bucolli (heute 35) aus ihrem kleinen Dorf Meshin bei Kamenica. Ihre Heimat war halb kosovarisch, halb serbisch geprägt. Bis zum Bürgerkrieg dort habe man sich untereinander sehr gut verstanden. Nationalistisches Denken gab es zuvor nicht. Doch der Krieg veränderte alles. "Durch unsere guten Kontakte zu den serbischen Nachbarn wurden wir plötzlich für unsere eigenen Landsleute zu Aussässigen", blickte die Mutter zweier Töchter (heute 3 und 8) damals in einem ersten Gespräch mit der Torgauer Zeitung traurig zurück. Morddrohungen hätten ihnen schließlich keinen anderen Ausweg gelassen, als das Land zu verlassen.

Ein Leben in Deutschland verhieß einen Neuanfang und vor allem eine Zukunft. Von den Behörden geduldet führte die Familie der Weg über Hamburg nach Belgern. Über die dortige Kindertagesstätte Rolandspatzen kamen sie mit der Erzieherin Nadine Winkler in Kontakt. Auch Winkler gehörte mit ihrer Familie zu dem riesigen Unterstützerkreis, der sich immer wieder für einen Verbleib der Familie aussprach. Bei Winklers wurden auch Gespräche mit dem CDU-Stadtverband Belgern-Schildau geführt, über den der Kontakt zum damaligen Bundestagsabgeordneten Marian Wendt zustande kam, der als Vorsitzender des Petitionsausschusses gleich mehrfach in Belgern weilte.

Überglücklich über das Bleiberecht ist natürlich auch Nebije Bucolli. Sie arbeitet nach wie vor in der Pflegeeinrichtung "Weisses Ross". Ihr Dank gilt allen Helfern, von denen viele über die Jahre hinweg zu Freunden geworden seien.

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