Mittwoch, 25. Mai 2022
Dienstag, 3. Mai 2022

Jaecki Schwarz in Torgau: Wiedersehen mit Dornröschen

Dornröschen (Elina Hatnik) und ihr Prinz (Paul Petrzak) in der neuen Ausstellung. (Silke Kasten)Foto: Silke Kasten

von Silke Kasten

Zeit aufzuwachen: Dornröschen und ihr Prinz erkunden den neu gestalteten Garten am Schloss Hartenfels, wo gleich zwei neue Ausstellungen - "Dornröschen" und "Der Kurfürst als Gärtner" - eröffnet wurden

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Torgau Gleich zwei neue Ausstellungen wurden auf Schloss Hartenfels eröffnet: "Dornröschen" und "Der Kurfürst als Gärtner." Prominenter Ehrengast war der Schauspieler Jaecki Schwarz (76), der in der DEFA-Verfilmung des Märchens 1971 einen der Ritter gespielt hatte. Zugleich wurde der neu gestaltete Schlossgarten vorgestellt, dessen Gestaltung sich an das Vorbild des Garten- und Landschaftsarchitekten Hermann Schüttauf aus den 50er-Jahren anlehnt.

Im Fokus der "Dornröschen"-Ausstellung steht die DEFA-Verfilmung, die unter der Regie von Walter Beck vor allem in den Studios Babelsberg stattfand. Für die Außenaufnahmen wählte er die prächtige Kulisse des Wendelsteins von Schloss Hartenfels. Besonders gern habe er mit Dornröschen-Darstellerin Juliane Korén (1951-2018) zusammengearbeitet - die er nun auf der großen Ausstellungs-Leinwand wieder sah.

Dornröschen (Elina Hatnik) und ihr Prinz (Paul Petrzak) in der neuen Ausstellung. (Silke Kasten)

"Wir möchten mit dieser Schau vor allem unterhalten", erläuterte Uta Schladitz, Amtsleiterin für Wirtschaftsförderung im Landratsamt. Ziel ist es, die Geschichte des jahrhundertealten Märchens zu beleuchten und zu zeigen, wie sich Darstellung und Rezeption im Laufe der letzten Jahrhunderte veränderten. So zum Beispiel das Frauenbild: "Früher war Dornröschen vor allem passiv und lieblich, in neuen Darstellungen ist sie aktiver und selbstbewusster."

Jaecki Schwarz warb dafür, die Kinder an das kulturelle Märchen-Erbe heranzuführen: "Gute Märchen beflügeln die Fantasie. Sie sind immer aktuell, denn sie zeigen Menschliches wie Unmenschliches". Zu sehen sind ebenso Requisiten, Puppen, Kostüme, Fotos, Zeichnungen und Videos. Für Schulen gibt es pädagogische Angebote.

In der Schau "Der Kurfürst" werden einmal mehr Schätze der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden präsentiert. "Wir verfügen über die bedeutendste Sammlung von Gartengeräten der Renaissance", so Marius Winzeler, Direktor der Grünen Gewölbes. Sowohl Kurfürst August (1526-1586) als auch seine Gattin Anna (1532-1585) hegten eine Passion für Obst- und Gartenbau. In Torgau zu sehen sind nun unter anderem ein bemalter Spaten, Breithacke und Raupenschere. Und, als Highlight: Einer der kostbaren, geschnitzten Kirschkerne mit bib- lischen Szene und vier Porträtbüsten.

Schließlich wurde auch der neugestaltete Schlossgarten offiziell der Öffentlichkeit präsentiert. Dort, wo sich vor Kurzem noch ein dschungelartiges Dickicht befand, finden sich jetzt Stauden- und Blumenbeete auf ansprechend gestalteten Terrassen, von Hecken eingefasste Ruhezonen mit Bänken, neue und alte Maulbeerbäume sowie die Weinstöcke. "Es sind weiße und blaue Tafeltrauben, Vitis Palatina und Muscat Blau", erläuterte der Direktor des Gymnasiums, Peter Nowack. Wie berichtet, kümmern sich Schüler seines Gymnasiums unter fachkundiger Anleitung um den Weinanbau. "Das Besondere ist, dass wir hier den Weinberg und den Garten verknüpft haben", sagte Henrike Schwarz vom Landesamt für Denkmalpflege. "Wir wollen die verschiedenen Zeitschichten sichtbar machen." Denn der gesamte Schlossgarten diente im Laufe der Jahrhunderte nicht nur der Erbauung, sondern auch als Exerzierplatz, als Anbaufläche für Wein, Obst oder Gemüse der Selbstversorgung oder als Sportplatz, auf dem auch Oberbürgermeisterin Romina Barth einst ihre Runden drehte - ein Umstand, an den sie sich schmunzelnd während des Rundgangs mit Landrat Kai Emanuel erinnerte.

Bei der Neugestaltung konnte Landschaftsarchitekt Mathias Lanzendorf (45) aus Leipzig auf Fotos aus den 1950er-Jahren zurückgreifen. "Schüttauf war ein profilierter Garten- und Landschaftsarchitekt", erklärte Lanzendorf. Zu dessen Verdiensten zählt die "Gartendenkmalpflege" in der DDR und sein Wirken im Park Bad Muskau oder in Thallwitz.

Etwa 1,2 Millionen Euro wurden investiert, auch in die Sanierung und Neuanlage der Terrassen und Stützmauern, erläuterte Baukoordinator Steffen Thieme. Er hat den nächsten Kraftakt bereits im Blick: Auch die Stützmauern des Rosengartens müssen saniert werden (Kostenpunkt: Rund 500 000 Euro).

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