Donnerstag, 30. Juni 2022
Freitag, 20. Mai 2022

Reinhard Wehner: "Neuen Mut geschöpft"

Reinhard Wehner: „Wir hoffen auf viele Besucher.“ Foto: SWB/HL

Von unserem Redakteur Henrik Landschreiber

MelpitzReinhard Wehner ist Pressesprecher des Dorf- und Schützenfestes in Melpitz. Im SWB-Gespräch erklärt er, was die Gäste am 27. bis 29. Mai auf der Festwiese erwartet.

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SWB: Warum wird in Melpitz ein Schützenfest gefeiert?

Reinhard Wehner: Das fällt in die Zeit der Befreiungskriege. Der Erste Pariser Frieden wurde mit dem Friedens- und Freundschafts-Tractat in Paris am 30. Mai 1814 nach dem Sturz Napoleons I. geschlossen und am 31. Mai 1814 ratifiziert. Den Melpitzern wurde das Recht zuerkannt, eine eigene Schützengilde zu gründen und ein Schießen mit einem feierlichen Aufzug, unter Vortragung der überreichten Fahne, zu halten.

Grundlage ist das Belobigungsdekret vom Generalgouvernement des Königreiches Sachsens im Jahr 1814. 1813 hatten sich die Melpitzer Bauern, geführt vom Windmüller Liebmann, gegen die Napoleonischen Truppen erfolgreich zur Wehr gesetzt, die plündernd  durch die Gegend zogen.

Welche Erinnerungen haben Sie an das Schützenfest in Melpitz?

Mein Vater Eduard war mehrmals Schützenkönig, 1939 der vorerst Letzte. Nach dem 2. Weltkrieg waren Schützenvereine verboten, bis wir 1988 bei der SED-Kreisleitung anfragten und die Schützengilde Melpitz 1813 e. V. neu gründeten. Das erste Schützenfest fand 1989 noch vor dem Mauerfall statt. Die staatliche Unterstützung für Fahne und Geld war damals besser als heute. Bis 2019 feierten wir regelmäßig das Schützenfest. Wie früher gefeiert wurde, wissen wir gar nicht mehr. Fakt ist, dass es um 6 Uhr einen Weckruf gab, dann wurde bis spät in die Nacht gefeiert.

Welche Bedeutung hat das Schützenfest für Melpitz?

Es ist das größte Volksfest in Melpitz, gelebte Traditionspflege und wird fast von allen Einwohnern unterstützt. Nach zwei Jahren wollen wir es in diesem Jahr wieder größer aufziehen. Nachdem wir am 9. Oktober 2021 ein kleines Schützenfest feierten, haben die Organisatoren neuen Mut und neue Energie geschöpft.

Vom 27. bis 29. Mai wird in diesem Jahr wieder auf der Festwiese in Melpitz gefeiert, was erwartet die Besucher?

Am Samstag, 28. Mai, beginnt um 13 Uhr der Umzug mit anschließendem Königsschießen. Am Abend lockt der Schützenball mit Livemusik. Der Treckerkorso startet am Sonntag um 10 Uhr. Es gibt ein Fass Freibier vom neuen Schützenkönig. Wer mitfahren möchte, kann sich gern einreihen. An beiden Tagen gibt es das Preisschießen und Bierglasschieben. Kaffee und Kuchen werden von den Schützenfrauen angeboten.

Ein Höhepunkt ist das Dackelrennen.

Richtig. Am Sonntag füllt sich ab 13.30 Uhr der Festplatz. Anmeldungen für Kurzentschlossene sind bis eine Stunde vor Start möglich.

Wie sieht die Zukunft des Schützenfestes aus?

Ohne Sponsoren für den jährlichen Höhepunkt wird es auf Dauer nicht gehen. Natürlich hoffen wir auf viele Besucher. Unser Verein ist offen für jedermann und versucht, neue Mitglieder zu gewinnen. Unsere Mitglieder werden immer älter. Wer beim Zelt-aufbau helfen möchte, ist am Mittwoch, 25. Mai, ab 15 Uhr ein gern gesehener Gast. Jede Hand wird benötigt.

Themawechsel. Sie waren ein Verfechter des alten Torgauer Bahnhofs. Wie gefällt Ihnen das neue Eingangstor zur Stadt?

Ich kann mich schwer damit abfinden und den Abriss nur schwer verstehen. Der neue Bahnhof ist ein kleiner Zweckbau und passt meiner Meinung nach nicht zu Torgau. Alles in allem finde ich es schade, weil keiner den Strohhalm Investor ergriffen hat. Es sollte halt nicht sein.

Seit einigen Wochen ist die Landesgartenschau in Torgau eröffnet. Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?

Jein. Was die Gestaltung und die Möglichkeiten für die Kinder betrifft, kann ich nur sagen: Hut ab! Das LAGA-Gelände ist richtig schön angelegt! Schwachstellen ist die unzureichende Beschilderung an der B 87 und in der Innenstadt. Zudem würde ich mir eine billigere Eintrittskarte ab 15 Uhr wünschen.

Sie machen sich in der Rad AG auch für die Zweiradfahrer stark. Was ist aus Ihrer Sicht passiert?

Wenig bis nichts seit unserer  Rad-Info-Tour 2019. Viele offene Fragen wurden noch nicht zufriedenstellend beantwortet. Dass jetzt die Wege an der Warschauer Straße für Radfahrer freigegeben sind, halte ich für nicht günstig. Es wiegt die Radfahrer in Sicherheit und ist trotzdem gefährlich. Warum gibt es nicht die Radfahr-Schutzstreifen wie in anderen Straßen auch?

• Gottesdienst am 28. Mai um 10.30 Uhr in der Melpitzer
Kirche

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