Donnerstag, 30. Juni 2022
Dienstag, 24. Mai 2022

"Wie zufrieden sind Sie mit den Besucherzahlen, Herr Heinz?"

Die Geschmäcker sind verschieden – aber die meisten LAGA-Besucher schätzen die lauschigen Plätzchen im Park, darunter diese „Kunst im Glacis“-Installation. (Foto: ) (Silke Kasten)

von Silke Kasten

Der Geschäftsführer der Landesgartenschau Torgau gGmbH zieht nach einem Monat eine erste Bilanz und erzählt, warum er von halben Eintrittspreisen am Nachmittag nicht viel hält.

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Torgau Ein Monat Landesgartenschau ist geschafft, knapp fünf Monte liegen noch vor ihr. Wie sieht eine erste Zwischenbilanz der Geschäftsführung aus? Was bleibt, was wird eventuell noch geändert? Wir sprachen darüber mit Jochen Heinz, Geschäftsführer der Landesgartenschau Torgau gGmbH.

Wie zufrieden sind Sie mit den Besucherzahlen?

Aktuell haben wir über 55?000 Besucher, und es wurden mehr als 5000 Dauerkarten sowie 700 Saisonkarten verkauft. Allerdings halte ich nicht so viel davon, diese Zahlen zu überschätzen. Jede Gartenschau hat völlig andere Bedingungen.

Wie können Sie dann Zielmarken ermitteln, zum Beispiel die erhofften 400 000 Gäste in Torgau?

Ich war bei allen neun Gartenschauen in Sachsen beteiligt, da ergeben sich Anhaltspunkte. Torgau hat zum Beispiel als Stadt viel zu bieten, ist aber verkehrstechnisch nicht so gut angebunden. Eine Gartenschau in der Nähe eines Ballungsgebietes und mit Autobahnanschluss hat es in der Hinsicht leichter. Man muss aufpassen, dass man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht.

Wie kommt die LAGA bei den Gästen an? Erfassen Sie systematisch ein Feedback?

Nein, wir fragen die Besucher nicht ab. Aber es kommen natürlich schon Rückmeldungen. Ich habe selbst schon mehrere Gruppen durch das Gelände geführt und erlebe dabei viel positive Resonanz. Und dann haben wir natürlich Leute, die sich schriftlich oder telefonisch an uns wenden. Da gibt es eher mal Beschwerden, dass zum Beispiel der Eintritt oder die Gastronomiepreise zu teuer sind oder diese und jene Arrangements nicht gefallen.

Und das Hundeverbot?

Auch da beschweren sich einige Besucher. Sie meinen, das hätte nirgendwo dringestanden. Aber das stimmt ja nicht, es steht überall auf den Flyern und im Internet, man muss nur hingucken und lesen. Die meisten Menschen tun das und wissen Bescheid. Hintergrund ist, dass wir mal Hunde auf einer Schau erlaubt hatten. Aber dann gab es überall in den Anlagen Hinterlassenschaften - sehr unerfreulich, nicht nur für die Gärtner. 

Es gab zuletzt auch ein wenig Kritik daran, dass die Frühblüher schon verblüht waren.Wenn ein Wechsel der Bepflanzung ansteht, ist das nicht so einfach zu managen. Wir versuchen da sukzessive vorzugehen, damit nicht alles auf einmal plötzlich verblüht oder gerade neu angelegt ist. Aber natürlich ist es so, dass man erstmal noch nicht so viele schöne Blumen sieht, wenn gerade neu gepflanzt wurde. Das lässt sich nicht ändern.

Wir Deutsche meckern sowieso gern. Spielt das eine Rolle?

Ja, auf alle Fälle. Man kann es nie allen recht machen. Über Geschmack lässt sich immer streiten: Während der eine Gärten so natürlich wie möglich mag, wünscht der andere mehr sichtbare Gestaltung. Wir müssen schauen, dass der Mix insgesamt stimmt. Und als Geschäftsführer natürlich auch die Kosten und die Refinanzierung im Blick haben, wir können nichts verschenken.

Es gab den Vorschlag, am Nachmittag nur noch den halben Eintrittspreis zu verlangen.Davon halte ich nichts. Das würde dazu führen, dass viel mehr Leute ihren Besuch nach hinten verschieben und die Einnahmen an der Tageskasse fehlen. Vermutlich müsste man dann am Abend auch noch mehr Shuttlebusse einsetzen, was die Kosten in die Höhe treiben würde. Schon jetzt haben wir wegen der Spritpreise erhebliche Mehrkosten zu tragen. 

Ein weiterer Kritikpunkt war die Beschilderung zur Landesgartenschau in der Stadt. Ach, wissen Sie, das ist meine 9. LAGA und das habe ich überall gehört. Auch da kann man es den Leuten nie recht machen. Wir haben jetzt an den wichtigen Zufahrtsstraßen und in der Innenstadt noch zusätzliche Schilder angebracht, es sind nunmehr an die 200 Schilder und dabei soll es jetzt erst einmal bleiben. Die allermeisten Menschen haben doch kein Problem, die Eingänge zu finden.

Wird es am Programm noch Änderungen geben?

Kurzfristig ist das immer möglich, zum Beispiel bei den Veranstaltungen, aber aktuell haben wir keine größeren Änderungen vor.

Wie sind die Aussichten für die nächsten Monate?

Viel wird vom Wetter abhängen. Normalerweise sind die Sommermonate immer die Hochzeiten für jede Gartenschau.

Welche Rolle spielt die Mund-zu-Mund-Propaganda?

In einer kleinen TZ-Umfrage äußerten sich die meisten Besucher von der LAGA sehr angetan.Persönliche Weiterempfehlungen sind ganz wichtig. Insofern bin ich optimistisch, dass wir unsere selbst gesteckten Ziele noch erreichen werden. Immer vorausgesetzt, dass das Wetter mitspielt.

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