Donnerstag, 30. Juni 2022
Freitag, 27. Mai 2022

Jürgen Wiesner: "Wir arbeiten gern und fleißig!"

Jürgen Wiesner: „Viele PEP-Besucher und VerkäuferInnen möchten ab 19 Uhr lieber Zeit mit ihrer Familie verbringen.“ Foto: privat

Von unserem Redakteur Henrik Landschreiber

Torgau.Im SWB-Gespräch erklärt Jürgen Wiesner, Vorstand der PEP-Werbegemeinschaft und Geschäftsführer von Lederwaren Greenburry im  PEP Torgau, was für eine Kernöffnungszeit bis 19 Uhr spricht.

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SWB: Schön, dass nach der langen Pandemie-Problematik die Geschäfte des PEP Torgau wieder einheitlich geöffnet haben. Leider seit dem 2. Mai aber nur noch bis 19 Uhr. Sie sind einer der langjährigen Mieter, in dessen Sinn diese Veränderung zustande kam. Warum schränken viele Händler jetzt die Öffnungszeit um eine Stunde ein? Werden nach 19 Uhr erbrachte Umsätze nicht mehr gewollt oder benötigt?
Jürgen Wiesner:
 Ich kann hier natürlich nur für mich sprechen. Ich weiß aber aus gemeinsamen Gesprächen, dass die Situation, welche ich kurz schildern darf, für die meisten kleinen Geschäfte ähnlich ist. Und selbstverständlich sind Kunden und deren Umsätze grundsätzlich herzlich willkommen.   Außerdem kann ich versichern: Wir Händler haben uns diese Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht, es wurde deshalb monatelang eine intensive Pro- und Kontra-Diskussion geführt.

Welcher Grund war für 19 Uhr  schließlich ausschlaggebend?
Da gibt es mehrere Faktoren. Der Hauptgrund liegt, denke ich, in einem sich verändernden Verbraucherverhalten. Die allergrößte Mehrheit der PEP-Besucher möchte wohl nach 19 Uhr lieber Zeit mit Partnern und Familie verbringen. Das halte ich für nachvollziehbar.

Ist das kein Widerspruch, wenn einige Geschäfte wie OBI, Kaufland und die dm-Drogerie  nach 19 Uhr ihre Türen geöffnet halten?
Darüber sind wir sehr froh, denn damit sind die Grundbedürfnisse unserer gemeinsamen Kunden auf jeden Fall abgesichert. Leider mussten aber die Anbieter von Mode, Gastronomie und Dienstleistungen in den letzten Jahren feststellen, und dazu gibt es eindeutige Frequenzanalysen sowie Umsatzstatistiken, dass die Kundschaft auch unseren Service sehr gerne nutzt, aber eben nur bis 19 Uhr.  Es ist wohl ein Unterschied, ob man abends noch einige Lebens- oder Hygieneartikel dringend benötigt, oder in Ruhe Bekleidung, Schuhe oder eine Tasche anprobieren möchte.

Sie schließen also aus Kundenfrequenzen während der Pandemiezeit auf zukünftige Kundenströme am Abend?
Nein, so naiv bin ich auch wieder nicht. Der Umstand niedriger Frequenzen in der Abendzeit hat eindeutig schon lange vor Corona schleichend begonnen und auch in den Zeiten zwischen den Einschränkungswellen, zum Beispiel  den Sommermonaten 2021, haben ab 19 Uhr nur wenige Kunden unser Geschäft besucht. Und es entbehrt nun mal der Logik, eine Dienstleistung anzubieten, welche von unseren VerbraucherInnen mehrheitlich gar nicht erwartet und genutzt wird. Natürlich verursachen ungenutzte Öffnungszeiten auch Kosten. Kosten, welche irgendwann über erhöhte Preise wieder eingespielt werden müssten. Höhere Preise werden kaum im Interesse der Kundschaft sein.

Es ist natürlich nachvollziehbar – durch reduzierte Arbeitszeit  – den Personalaufwand zu senken. Aber steht nun zu befürchten, dass Verkäuferinnen, meist handelt es sich ja um Frauen, ihren Arbeitsplatz einbüßen werden?
Auf gar keinen Fall, unser kleines Lederwarengeschäft ist vielmehr froh, sehr gutes Fachpersonal zu haben. Wir werden unsere Arbeitskräfte garantiert alle behalten, erstens weil sie eine tolle Arbeit machen und zweitens, sind neue schwer zu finden. Des Weiteren, aus vielen Gesprächen mit Mitarbeiterinnen, auch anderer kleiner Geschäfte, ging ein eindeutiger Wille hervor, die Öffnungszeiten anzupassen. Unsere Verkaufskräfte arbeiten gern und fleißig, aber wenn der Laden abends kaum besucht wird, wirkt das Warten demotivierend. Da sind dann unsere Verkäuferinnen abends verständlicherweise auch lieber bei ihren Familien.

Aktuell explodieren die Heizkosten und Energiepreise.
Richtig. In Zeiten, wo wir alle nicht genau vorhersehen können, ob im nächsten Winter die Energie in Deutschland ausreicht, wäre es doch paradox, jeden Abend Hunderte Kilowattstunden Energie in nach 19 Uhr weitesgehend leeren Geschäften zu verbrennen.

Dann danke ich Ihnen im Interesse unserer Leser für die Darlegung Ihrer Argumente und drücken die Daumen für viele interessierte Kunden. Zum Schluss noch eine Frage an Sie als Mitglied der Werbegemeinschaft. Wird der PEP Torgau seine beliebten Kundenevents weiterhin anbieten?
Natürlich. Dieses Jahr startet die PEP-Werbegemeinschaft wieder voll durch. Am 7. Mai fand bereits das sehr gut besuchte sächsische Spielleutetreffen statt. Im September feiert der Zwiebelmarkt sein 20-jähriges Jubiläum, im November gibt es die 3. Lesenacht für alle Literaturfreunde und darüber hinaus natürlich noch einiges mehr. Ich als Händler freue mich jedenfalls darauf!

• Mehr Informationen auf www.pep-torgau.de

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