Sonntag, 27. November 2022
Freitag, 27. Mai 2022

"Ich freue mich sehr auf einen neuen Lebensabschnitt"

Bürgermeisterin Heike Karau vor dem Rathaus ihrer Stadt. (Nico Wendt)

von Nico Wendt

Nur noch knapp zwei Monate, dann wird die Dommitzscher Bürgermeisterin das Amt an einen Nachfolger übergeben. Was sie bis dahin plant, worauf Sie stolz ist - verrät Heike Karau im Interview mit der Torgauer Zeitung

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Dommitzsch Die Bürgermeisterwahl in Dommitzsch rückt näher. Am 12. Juni werden die Einwohner ihre Stimme abgeben. Eventuell folgt dann noch ein zweiter Wahlgang am 3. Juli. TZ sprach mit Rathaus-Chefin Heike Karau, die nach sieben Jahren Amtszeit nicht wieder antritt.

Frau Karau, haben Sie spaßeshalber schon mal durchgerechnet, wie viele Arbeitstage für Sie in Dommitzsch noch verbleiben?(Lacht.) Nein, so konkret kann ich das nicht sagen, aber mein letzter Tag als Bürgermeisterin ist der 31. Juli, bis dahin vergehen noch rund zwei Monate. Natürlich gibt es da auch noch einige Feier- und Urlaubstage, wobei das Amt "Bürgermeisterin" auch an diesen Tagen von mir wahrgenommen wird.Bringt das eher Wehmut oder Vorfreude auf den kommenden Lebensabschnitt mit sich? Nach meinem Studium kann ich auf 40 Jahre herausforderndes und intensives Berufsleben blicken, davon habe ich mein Wissen 31 Jahre in der öffentlichen Verwaltung eingebracht. In der Stadt Dommitzsch war ich 18 Jahre in leitender Funktion tätig. Die Aufgabenschwerpunkte waren stets sehr vielfältig und ich habe immer nach Lösungen für deren Umsetzung gesucht. Die Arbeit in der öffentlichen Verwaltung, das Zusammenarbeiten mit den verschiedenen Personen und zuletzt die Arbeit als Bürgermeisterin haben mich erfüllt. Ich bin dankbar für diese Zeit. Nun heißt es jedoch, vom Arbeitsleben loszulassen und einen oder zwei Gänge zurückzuschalten. Auf den neuen Lebensabschnitt freue ich mich sehr, denn es wird auch ein Aufbruch in etwas Neues werden, mit viel mehr Zeit für die Familie, Freunde und auch für mich. Wann erfolgt die Übergabe an Ihren Nachfolger?Dies habe ich im Juli vorgesehen, sofern bis dahin das amtliche Wahlergebnis feststeht. Welche wichtigen Aufgaben möchten Sie in Ihrer Amtszeit unbedingt noch erledigen? Welche Baumaßnahme liegt Ihnen besonders am Herzen?Die Aufgaben einer Kommune hören nicht mit einem Bürgermeisterwechsel auf beziehungsweise fangen neu an. Es ist ein stetiger Prozess, um die ländliche Region unter den demografischen Bedingungen weiter zu stärken. Auch in diesem Jahr laufen Projekte weiter. Ich denke daran, dass die Außenanlage des Landambulatorium noch herzurichten ist. Die Auftragsvergaben wurden in der letzten Stadtratssitzung beschlossen. Eines der wichtigsten künftigen Projekte ist die Umnutzung der leer stehenden Mittelschule zum Hort. Die Planungsleistungen für die Baugenehmigung liegen noch in der jetzigen Amtszeit. Die Grundlage für einen B-Plan zur Erbauung eines Wohngebietes in der Straße des Friedens, der sogenannte Aufstellungsbeschluss, wurde ebenfalls von mir noch in der letzten Sitzung auf den Weg gebracht.Was wünschen Sie sich von einem kommenden Bürgermeister in Dommitzsch? Welches Projekt oder welche Ziele sollte dieser unbedingt fortsetzen und realisieren?Erstmal freue ich mich, dass sich für das Bürgermeisteramt gleich vier Kandidaten beworben haben und ich wünsche mir eine hohe Wahlbeteiligung. Ich hoffe, dass sich der kommende Bürgermeister schnell in die Aufgabenschwerpunkte einer öffentlichen Verwaltung einarbeitet und die begonnenen Projekte beenden wird, wie der Umbau der Mittelschule zum Hort für die Kinder aus der Verwaltungsgemeinschaft, die Weiterführung des B-Planes für ein Wohngebiet in der Straße des Friedens und die weitere Umsetzung des Konzeptes zur kommunalen und länderübergreifenden Zusammenarbeit. Der kommende Bürgermeister wird sicherlich auch sehr viele Ideen und Projekte zum Wohle unsere Stadt haben, für deren Umsetzung ich ihm alles Gute wünsche.Auf was sind Sie besonders stolz, wenn Sie auf die letzten Jahre zurückblicken?In meiner Amtszeit habe ich viele bauliche Aktivitäten umgesetzt. Es fällt mir schwer, einzelne Projekte besonders hervorzuheben, da alle diese Investitionen für unsere Kommune sehr wichtig waren. Ich denke aber, dass mit der Neugestaltung des Marktplatzes, dem Neubau der Touristinformation sowie der energetischen Sanierung des Rathauses die Stadt Dommitzsch aufgewertet wurde. Nachhaltig für unsere Gegend ist auch die energetische und brandschutztechnische Ertüchtigung des Landambulatoriums einzuschätzen. Mit dieser Sanierung haben wir ein Domizil für Haus- und Zahnärzte, Physiotherapeuten, mobile Krankenpflege und Apotheke geschaffen, die die gesundheitliche Versorgung im ländlichen Raum weiter sicherstellen wird. Aber auch der Neubau der Erschließungsstraße als Gemeinschaftsprojekt mit Elsnig, der Ausbau und die Nebenanlagen der Dahlenberger Straße in Wörblitz, der Abriss der 40-WE-Wohnblöcke, die mehr als zehn Jahre leer standen und der DIN-gerechte Ausbau des Feuerwehrgebäudes stellen wichtige Vorhaben dar. Mit Freude habe ich die Gestaltung diverser Spielplätze begleitet. Ganz besonders stolz bin ich zudem, dass für die Stadt Dommitzsch im Regionalplan des Freistaates Sachsen der Status "Grundzentrum" für die nächsten Jahre festgeschrieben wurde. Der Weg zur Festschreibung war nicht ganz leicht, aber wir haben es geschafft! Gab es ein Ziel, das sich in Ihrer Amtszeit als nicht realisierbar herausstellte? Gemeinsam mit meiner Verwaltung sowie den Stadt- und Ortschaftsräten habe ich die wesentlichen Ziele aus meinem Wahlprogramm umsetzen können. In den letzten Jahren haben wir die Stadt Dommitzsch gemeinsam zukunftsfähig weiterentwickelt. Die Inhalte des Stadtentwicklungskonzeptes, das städtebauliche Konzept zum KSP-Programm sowie das Konzept zur interkommunalen Zusammenarbeit mit den Kommunen Elsnig, Trossin und Bad Schmiedeberg sind eine stetige Aufgabe und müssen auch künftig mit Inhalten ausgefüllt werden. Noch steht die Realisierung der Umnutzung der freien Mittelschule als Hort an und auch das Museum ist noch sanierungsbedürftig. Ganz herzlich möchte ich mich bei allen Bürgern, bei den Stadt- und Ortschaftsräten, den kommunalen Partnern, den Gewerbetreibenden, den Vereinen und nicht zuletzt bei allen meinen Mitarbeitern aus der Verwaltung und aus den Einrichtungen für die konstruktive sowie vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken. Interview: Nico Wendt

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