Mittwoch, 1. Juni 2022

Heimat war für ihn immer wichtiger als das Großstadtleben

Felix Jüngling hat sich schon frühzeitig für Geschichte und Politik interessiert. In seiner Freizeit ist er auch gern in der Natur unterwegs. (Foto: Nico Wendt)

von Nico Wendt

Vier Bewerber kämpfen am 12. Juni um den Sieg bei der Bürgermeisterwahl in Dommitzsch. Felix Jüngling ist einer von ihnen. Warum er sich gut geeignet sieht für den Posten, verrät er der TZ.

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Dommitzsch Schon als Kind hat er sich stark für Geschichte interessiert. Gespannt hörte er zu, wenn die älteren Semester über Kriegserlebnisse erzählten und darüber, wie es früher war. Dann hatte Felix Jüngling die Bilder vor Augen und je älter er wurde, spielte auch Politik für ihn eine Rolle. Was kann man als Einzelner tun, wie kann man etwas bewegen?

Die Richtung stimmte

Der Bürgermeisterkandidat wälzte Bücher, die andere in seinem Alter als eher trocken und langweilig empfunden hätten. Die Berufswahl des heute 31-Jährigen blieb dagegen lange offen. "Ich spielte mit dem Gedanken, Koch zu werden. Das hat mir schon immer Spaß gemacht", lächelt er. Jüngling schaute dabei gerne seiner Oma über die Schulter und probierte alte Rezepte aus. Als es aber später ernster wurde und er genaue Einblicke bekam über schlechte Arbeitszeiten und geringe Verdienste in dieser Branche, rückte der Wunsch in den Hintergrund. Der Einzelkandidat lernte stattdessen Fachkraft für Lagerlogistik im Autocenter Torgau und stellte fest, dass die Richtung stimmt. "Ich habe alles gemacht, von der Bestellung bis zum Warenausgang, und dabei unheimlich viel gelernt. Ich konnte mich schnell integrieren, hatte Kontakt zu Kunden, kümmerte mich um Lagerpflege und Verwaltung", zählt er auf.

Wechsel nach Berlin

Um karrieretechnisch aufzusteigen, entschloss er sich einige Jahre später, bei Zalando in Berlin eine neue Herausforderung zu suchen. Der Online-Versandhändler habe sich damals im Aufbau befunden. Jüngling wurde Teamleiter für Problembearbeitungsfälle. Er nahm sich eine Wohnung in der Bundesmetropole, kam aber gefühlsmäßig nie richtig in der Großstadt an. Am Wochenende zog es ihn lieber nach Dommitzsch. "Ich bin kein Nachtschwärmer, kein Disko-Mensch, treffe mich lieber mit Freunden zum Grillen im Garten", schmunzelt der 31-Jährige. Um der Region wieder näher zu rücken, wurde Leipzig die nächste berufliche Station in seinem Leben. "Ich bin sehr heimatverbunden und hatte nie vor, auf Dauer wegzuziehen. Jetzt bestand auch unter der Woche die Möglichkeit, nachhause zu fahren", so Felix Jüngling. Im BMW-Werk übernahm er im Logistikzentrum als Teamleiter erneut Führungsaufgaben, hatte 15 bis 20 Mitarbeiter unter sich. "Kommunikation ist das A und O. Man braucht Menschenkenntnis, sollte den Kollegen Wertschätzung zeigen. Manche wollen klare Anweisungen, andere möchten stärker in Entscheidungen eingebunden werden", spricht der Bürgermeister-Bewerber über seine Erfahrungen. Schon in seiner Berliner Zeit habe er eine Abendschule besucht, sich zum geprüften Wirtschaftsfachwirt qualifiziert. Nun begann er auf Empfehlung von Kollegen ein Studium in Zwickau "Management öffentlicher Aufgaben", dann noch "Master BWL-Controlling". Das Controlling in der kommunalen Verwaltung am Beispiel nordsächsischer Gemeinden wurde seine Abschlussarbeit.

Als AfD-Mitglied schaffte Jüngling 2019 den Sprung in den Kreistag sowie in den Stadtrat. Seitdem sprudeln seine Ideen, die er als Chef im Rathaus natürlich besser umsetzen könnte. "Ich möchte mich intensiv für die Jugend einsetzen, aber auch die ältere Generation nicht vergessen", kündigt er an. Regelmäßige Treffen soll es geben.

Städtereisen

 Er möchte das Ohr an der Masse haben. Seit November arbeitet Jüngling als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag, ist für René Bochmann (AfD) im Wahlkreis Nordsachsen tätig. In seiner Freizeit geht der Dommitzscher (ledig/kinderlos) mehrfach in der Woche ins Fitnessstudio, wandert, liest Bücher - gerne Geschichtsromane - und unternimmt Städtereisen nach Polen, Tschechien oder Österreich. Der 31-Jährige ist Mitglied im Faschingsclub Trossin und im Geschichtsverein Dommitzsch. Als Einzelkandidat trete er an, um bei der Wahl und als Stadtoberhaupt unabhängig von einer Partei zu sein, lautet seine Begründung.

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