Sonntag, 26. Juni 2022
Mittwoch, 8. Juni 2022

Beilroder Kameraden unterstützen Pilotprojekt

Symbolisch übergibt Notärztin Dr. Claudia Pott einen AED-Defibrillator an Gemeindewehrleiter Remo Springer. Im Hintergrund Ortswehrleiter Maik Labitzke, Jens Kabisch, 2. Beigeordneter des Landkreises und Bürgermeister René Vetter. (Foto: Nico Wendt )

von Nico Wendt

Bei Herzstillstand und Kreislaufzusammenbruch zählt jede Sekunde. Warum bei einer Reanimation künftig auch Beilroder Kameraden alarmiert werden, erfahren Sie hier.

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Beilrode Bei medizinischen Notfällen mit dem Einsatz-Stichwort "Reanimation" wird künftig auch die Beilroder Feuerwehr mit ausrücken. Notärztin Dr. Claudia Pott und der 2. Beigeordnete des Landkreises, Jens Kabisch, übergaben am Dienstag symbolisch einen AED-Defibrillator. Das Gerät kommt bei Herzrhythmusstörungen beziehungsweise zur Wiederbelebung bei Herzstillständen zum Einsatz und ist besonders für Erste Hilfe durch Laien geeignet. Das Projekt First Responder (qualifizierter Ersthelfer) läuft seit 2020 in Nordsachsen.

Die Langenreichenbacher waren quasi Vorreiter. "Bei Herz-Kreislauf-Stillständen zählt wirklich jede Sekunde. Schon nach drei Minuten ist das Gehirn unterversorgt, nach fünf Minuten ist mit irreparablen Schäden zu rechnen", so Dr. Claudia Pott. Deshalb unterstützen die Beilroder ab 1. Juli solche dringenden Notfälle parallel zum Rettungsdienst und zum Notarzt, die natürlich ebenfalls ausrücken. Wer zuerst eintrifft, legt los. Das steigert die Chance, möglichst schnell reagieren zu können. "Die Feuerwehr Langenreichenbach wurde seit Start des Pilotprojektes vier Mal mit dem Stichwort Reanimation gerufen und traf drei Mal vor dem Rettungsdienst ein", unterstrich Jens Kabisch den Hintergrund. Als das Landratsamt im Herbst vergangenen Jahres anfragte, hätten die Beilroder sich gerne bereit erklärt, das First-Responder-Projekt zu begleiten. Selbstverständlich zusätzlich zu den Aufgaben einer freiwilligen Feuerwehr. 18 Kameraden aus der aktiven Truppe stehen dafür zur Verfügung und werden über eine gesonderte Funkschleife alarmiert. Sechs von ihnen besitzen medizinische Vorkenntnisse, die zwölf anderen seien in den letzten Wochen speziell geschult worden. "Selbst wenn es in den nächsten Jahren gelingt, nur ein Menschenleben mehr zu retten, wäre es ein großer Erfolg", erklärte die Notärztin. Sie appellierte auch an die Allgemeinheit, jegliche Scheu in solchen Ernstfällen abzustreifen und selber Hand anzulegen. Wenn eine Person in kritischem Zustand aufgefunden oder entdeckt wird, gelten drei Schlagwörter: prüfen, rufen, drücken. "Also Vitalfunktionen und Lebenszeichen überprüfen, den Notruf 112 absetzen und dann sofort mit Herzdruckmassage beginnen, also den Brustkorb des Patienten zu drücken. Möglichst im Rhythmus von Staying alive von den Bee Gees", lächelt Dr. Claudia Pott. Was etwa 100 bis 120 Beats pro Minute entspricht. Die Beilroder haben bei ihren Notfall-Einsätzen künftig das gesamte Gemeindegebiet im Blick. Zwar befinden sich Rettungswachen im Gewerbegebiet Beilrode, in Torgau und in Mockrehna - und damit nicht unendlich weit weg. Jedoch könne es immer vorkommen, dass das Personal gerade anderswo gebunden und damit nicht sofort verfügbar sei. Nun wird der MTW im Gerätehaus dauerhaft mit einem "AED-Defi" bestückt. "Wir haben durchaus Interesse, dass noch weitere Feuerwehren mitmachen, um die Versorgungssicherheit in den Kommunen zu erhöhen", sagte Jens Kabisch. Derzeit laufen Gespräche mit den Kameraden in Zschortau. Der Beigeordnete zollte den Freiwilligen Respekt und Anerkennung, denn schließlich sei es noch einmal eine andere Herausforderung, zu solchen Einsätzen gerufen zu werden. Die ehrenamtlichen Helfer wüssten dann immer sofort, dass es wirklich um Leben und Tod geht, was bei anderen Alarmierungen ja nicht unbedingt der Fall ist.

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