Mittwoch, 15. Juni 2022

Solarpark-Vorhaben in Audenhain vorgestellt

Enrico Späth (envia THERM) informierte vor etwa 50 Zuhörern in den Räumlichkeiten der Agrargenossenschaft Audenhain über Einzelheiten der beiden Solarparks. (Christian Wendt)

von Christian Wendt

Audenhain. Die Vorstellung, zwischen Klitzschen und Mockrehna zwei Solarparks wachsen zu sehen, stieß am Dienstag in Audenhain nicht überall auf Gegenliebe.

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Audenhain Gemeinsam mit der Audenhainer Agrargenossenschaft strebt die envia THERM GmbH zwischen Klitzschen und Mockrehna den Bau zweier Solarparks an. Auf einer ersten Informationsveranstaltung am Dienstagabend informierten Enrico Späth (envia THERM) und Niels Harzer (Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft) über das Vorhaben, das 2024 den ersten Strom liefern soll.

Der eine Standort - Klitzschen West - befindet sich 1,5 Kilometer westlich der Ortschaft Klitzschen zwischen Bundesstraße und Bahnstrecke. Hier sollen 34 Hektar mit Photovoltaikmodulen überbaut werden. Der andere Standort - Am Audenhainer Weinberg - liegt 1,5 Kilometer nordöstlich der Ortschaft Mockrehna. Er ist 29 Hektar groß und wird ebenso von Bundesstraße und Bahnlinie eingerahmt.

Beide Parks versprechen eine Laufzeit von bis zu 30 Jahre. Bürgern soll die Möglichkeit einer Beteiligung geboten werden, die in einem vergleichbaren Projekt der envia THERM in Nienburg eine jährliche Verzinsung des eingesetzten Kapitals von 2,5 Prozent verspricht. Die Kommune Mockrehna könne nach Angabe von Enrico Späth mit 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde partizipieren. Ebenso fließe Gewerbesteuer. Der mit den beiden Parks erzeugte Grünstrom soll vor allem Gewerbetreibenden in der Region angeboten werden.

 

An diesen beiden Stellen - zwischen B87 und Bahnstrecke - sollen die Solarparks errichtet werden. (Repro:Christian Wendt/Quelle envia THERM)

 

Niels Harzer begründete die Überlegung der Genossenschaft, auf Grünstrom setzen zu wollen, mit einer Risikostreuung. Einerseits fehlten für den Ackerbau vielfach die Niederschläge - das aktuelle Erntejahr werde seiner Einschätzung zufolge wohl eher unterdurchschnittlich ausfallen. Andererseits kämpfe auch die Landwirtschaft mit enormen Kostensteigerungen. "Das hat uns in der Annahme bestärkt, weiter auf erneuerbare Energien zu setzen", sagte Harzer. Seit Jahren betreibt die Genossenschaft bereits ein Biomasse-Kraftwerk. Die Entscheidung, ausgerechnet jene beiden Flächen für die Parks ins Auge zu fassen, begründe sich einerseits darin, dass die Genossenschaft Eigentümerin der Flächen sei. Andererseits handele es sich dabei um sogenannte benachteiligte Flächen, auf denen nicht so hohe Erträge erzielt werden könnten.

Doch an der Bezeichnung "benachteilte Flächen" schieden sich am Dienstagabend die Geister. Michael Kanitz, selbst Mitarbeiter der Genossenschaft, bezeichnete die Vorstellung des Projekts als sehr blumig. Selbst auf einer Betriebsversammlung vor drei Wochen sei nichts über die Pläne bekannt geworden, richtete er seine Kritik vor allem in Richtung Niels Harzer. Dieser erklärte am Mittwoch gegenüber der TZ, dass zu jenem Zeitpunkt noch keine Gespräche mit der Gemeinde Mockrehna geführt worden seien. Zudem habe man sich bewusst für jene Infoveranstaltung entschieden, um einer breiten Öffentlichkeit die Pläne vorstellen zu können. Harzer selbst sprach von einem sehr guten Abend.

Der Wildenhainer Ortsvorsteher Falko Rohark und der Audenhainer Ortschaftsrat Frank Dietze äußerten sich indes kritisch. Beider Hauptargument war, dass landwirtschaftliche Fläche zur Energieerzeugung geopfert werde. Bevor das Solarparkvorhaben zur Abstimmung in den Mockrehnaer Gemeinderat geht, bietet der Audenhainer Ortschaftsrat nach Angabe von Ortsvorsteher Lothar Haupt am 28. Juni, 19 Uhr, nochmals eine entsprechende Infoveranstaltung an.

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