Montag, 27. Juni 2022
Freitag, 17. Juni 2022

Landesgartenschau in Torgau: Wenn die Gärtner nachts aktiv werden

Kurz nach der Eröffnung der neuen Hallenschau zum Thema „Blickfänge – Akzente mit Blumen und Pflanzen setzen“ schauten sich die ersten Besucher das Meer an Blüten an und waren begeistert.

von Bärbel Schumann

Insgesamt 14 verschiedene Schauen werden in der Blumenhalle während der 9. Sächsischen Landesgartenschau den Besuchern präsentiert. Über Nacht wird immer ab- und aufgebaut. Eine Reportage.

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Torgau Auf der 9. Sächsischen Landesgartenschau gestalten Gärtner und Floristen insgesamt 14 thematische Hallenschauen. Alle zwei Wochen wechselt das Thema. Am Vortag, 16 Uhr, wird die Blumenhalle geschlossen, die aktuelle Schau in Windeseile ab- und über Nacht eine neue aufgebaut. Wenn sie ab 10 Uhr am Folgetag öffnet, erahnt ein Laie nicht, welche Arbeit darin steckt.

Mittwoch, 16 Uhr: Während die letzten Besucher die Halle verlassen, haben Peter Gosmann und René Kraftz vom LAGA-Team Flatterband und Ständer griffbereit, um die beiden Eingänge der Blumenhalle zu sperren. Ihre Kollegin Yvonne Czornia steht da schon bereit, um gleich die Eingangsmatte einzurollen. Da sind schon die ersten Gärtner und Floristen in der Halle, um ihre Schaubilder abzuräumen. Schubkarren stehen zum Abtransport verwelkter Pflanzenteile bereit. Was weiter genutzt werden kann, wird in Kisten verpackt und mit nach Hause genommen.

17 Uhr: Manches Material der alten wie neuen Schau muss in einem abgesperrten Bereich am Rand des Konzertplatzes erst einmal abgestellt werden. Warum? Weil einige der teilnehmenden Betriebe und Floristen von Hallenschau zu Hallenschau ihr Können zeigen und so mit vollgepackten Fahrzeugen an- wie auch abreisen.

19 Uhr: Überall emsiges Treiben. Kein Wunder, Hallenschauchef Reinhold Pause - seit der Gartenschau 2006 in Oschatz ist er dafür stets verantwortlich - hat lange vorher über eingereichte Konzepte der Teilnehmer und Flächen mit Vertretern der LAGA entschieden. Trotzdem kann es sein, dass improvisiert werden muss.

In der Nähe der Halle stecken die Floristen Anja Schneider und Katrin Richter an improvisierten Arbeits- tischen letzte Blumen und Zweige in Gefäße, Metallkörbe und andere Elemente. Mit ihren Kollegen David Gehrisch und Torsten Meiner sind sie seit Stunden dabei, in Torgau ihre Arbeiten zu vollenden. Nicht immer sitzt sofort alles perfekt, deshalb wird gegenseitig jedes Exponat kritisch betrachtet, ehe es in die Halle kommt. Wahre Kunstwerke sind entstanden, die auch verblüffen, weil ungewöhnliche Materialien wie Plastik-Lockenwickler oder Trinkhalme verarbeitet sind, um Blüten in Szene zu setzen. Die vier Floristen präsentieren ihre Fachverbände.

Das tun auch Reinhold Pause und Sylvia Langguth. Die Floristin berichtet, dass mitunter erst eine halbe Woche vor dem Hallenumbau das Gesamtkonzept für die Schauarbeiten vollendet werden kann, weil für die Umsetzung das aktuelle Pflanzenangebot eine wichtige Rolle spielt. Und noch beim Aufbau kann es passieren, dass neu gesteckt oder umgestaltet wird. Denn bei jedem der Schaubereiche zählen am Ende Optik und Fachqualität.

20 Uhr: Nach einer kurzen Stärkungspause bekommen die nun fast leeren Hallenbereiche neue Konturen. Rollrasen wird verlegt, Sand geharkt, Pflanzen verschiedener Art von rollenden Regalen verteilt. Mal wird ein antikes Sofa hereingetragen, DDR-Campingmöbel auf- oder eine Schaufensterpuppe zusammengebaut.

21 Uhr: Ein rostiger Eisenzaun wird zusammengesetzt oder fast an die Decke reichende Holzteile mit Fäden bespannt beziehungsweise Schrauben eingedreht. Später werden daran exotische Schönheiten befestigt. Blicke in Material- und Werkzeugkisten offenbaren: Es bedarf eines Sammelsuriums, um die Vorhaben umzusetzen und für Eventualitäten gerüstet zu sein. Wer bei sich selbst in einem Notfall nichts findet, darf bei Kollegen fragen und suchen. Denn eins steht für alle fest: Jede Minute zählt in der Nacht, um am Ende eine repräsentative Schau zu haben.

22 Uhr: Immer mehr füllt sich die Halle mit Schaustücken und gestalteten Abschnitten. Es reichen keine 20 Frauen und Männer, die gleichzeitig arbeiten. Immer wieder richten sie kritisch ihren Blick auf das, was durch ihre Hände entsteht. Perfektion wird angestrebt. Zwischendurch wird das Gießen nicht vergessen.

Donnerstag nach 2 Uhr: Die ersten Schaubereiche sind jetzt fertig. Das Auge freut sich über ein Meer an Blüten und kreativen Schaubildern in der großen Halle. Kritisch wird alles beäugt, zum Abschluss jede Arbeits-Spur im Sand oder auf den Begrenzungsbalken entfernt. Die Halle ist startklar. 10 Uhr kann sie wieder öffnen.

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