Sonntag, 14. August 2022
Sonntag, 3. Juli 2022

Beilroder Kameraden im dreitägigen Feiermarathon

Angeführt von einem Fahnenträger schlängelte sich der Festumzug am Sonntagvormittag durch Beilrodes Straßen. (Fotos: Christian Wendt)

von Christian Wendt

Beilrode. Ein Festumzug mit etwa 300 Kameraden aus 24 Wehren bot einen krönenden Abschluss der Feierlichkeiten anlässlich des 125. Geburtstags der Beilroder Feuerwehr.

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Beilrode Mit einem großen Festumzug fanden am Sonntag die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen der Beilroder Feuerwehr einen krönenden Abschluss. Auf das Schallen der Glocken der Kreuzkirche folgten alsbald Sirenengeheul und das Dröhnen der Dieselmotoren. 24 Feuerwehren aus drei Bundesländern ?und etwa 300 Kameraden zählte Corina Quelms, Cheforganisatorin des Festumzugs und Vorsitzende des Fördervereins der Feuerwehr.

Beginnend in Höhe der Schule schlängelte sich der Zug roter Autos zunächst durch die Gartenstraße, um auf der Hauptstraße schließlich den Weg in Richtung Festplatz einzuschlagen. Zuschauer an der Kreuzkirche nutzten daher die sich bietende Möglichkeit, nach einem kleinen Ortswechsel Mensch und Technik gleich noch ein zweites Mal zu sehen.

Mit Handdruckspritze

Mächtig zu schleppen hatten vor allem die Arzberger Kameraden, die eine historische Handdruckspritze durch die Straßen zogen. Dieses Gerät war um 1900 das technisch Machbare. Als Beilroder Dauerleihgabe hat sie mittlerweile in Torgau eine neue Heimat gefunden.

Ob Handdruckspritze, ein aus Loßwig kommender und mit einem Tragkraftspritzenanhänger versehener Lanz Bulldog, ob Deutz, G5, W50, Schlauchboot oder moderne Drehleiter - die zahlreich an der Strecke verteilten Besucher bekamen am Sonntagvormittag einiges zu sehen.

 

Natürlich durfte der alte G5 nicht fehlen. (Christian Wendt)

 

Gemeindewehrleiter Remo Springer war nach dem Feiermarathon nicht nur geschafft sondern auch überglücklich. "Das Jubiläum ist im Ort sehr gut angekommen", freute er sich. Vor allem habe ihn die große Anzahl Kinder und Jugendlicher beeindruckt, die am Samstag am Verbandsausscheid der Jugendfeuerwehren des Kreisfeuerwehrverbands Torgau-Oschatz teilnahm. Auf dem Sportplatzgelände boten sich den etwa 200 Floriansjüngern dabei allerbeste Bedingungen. Grund genug für Bürgermeister René Vetter, sich auch noch einmal bei allen Vereinen und Helfern zu bedanken, die dieses Fest zu einem Erlebnis haben werden lassen.

Polnischer Gast

Bereits am Freitag konnte Vetter zur Festveranstaltung reichlich Gäste begrüßen, darunter auch Landesbranddirektor Dr. Dirk Schneider und Konrad Waclawczyk, den stellvertretenden Bürgermeister von Beilrodes polnischer Partnergemeinde Kolonowskie. In seiner Ansprache blickte der Beilroder Bürgermeister natürlich auch auf die Geschichte der Wehr zurück. So wurde am 19. Januar 1896 die Feuerwehr Zeckritz, als Vorgängerin der Freiwilligen Feuerwehr Beilrode, gegründet. Erster Brandmeister war ausgerechnet der "Kronprinzen"-Wirt. Schon bald bekamen es die Kameraden mit einem Brand des Kirchturms (1900) zu tun. Im Jahre 1958 folgte der Großbrand des Dachsteinwerks Ziegler, 1983 ein großer Waldbrand bei Döbrichau. Gleich zwei Jahrhundertfluten der Elbe gönnten den Kameraden 2002 und 2013 keine Atempause.

Zuletzt war es 2020 ein großer Waldbrand in der Beilroder Falkenstruth. "Am 8. August erhielt ich gegen Mittag einen Anruf mit der Bitte, dass die Feuerwehr mal einen Kasten Wasser brauche. Man sei wegen Funkenflugs am Bahndamm auf Erkundungsfahrt und habe Durst, sagte man mir. Aus dieser Erkundungsfahrt mit einem Kasten Wasser wurde schließlich ein 5-tägiger Einsatz rund um die Uhr mit 75 Feuerwehren und 500 Kameradinnen und Kameraden aus drei Bundesländern. Es war der größte Waldbrand Nordsachsens in den vergangenen 20 Jahren, dessen Bekämpfung Gesamtkosten von etwa 600000 Euro verursachte", erinnerte der Bürgermeister.

In Beilrode sei in den vergangenen Jahren sehr viel Geld ins Feuerwehrwesen gesteckt worden. Vetters Dank ging diesbezüglich an den Freistaat Sachsen und den Landkreis Nordsachsen, denn ohne eine entsprechende Förderung wäre dies einfach nicht möglich gewesen. Zufrieden vernahm Vetter daher die Worte von Innenminister Armin Schuster, wonach auch über das Jahr 2022 hinaus der Freistaat die derzeitigen Fördermittel für den Brand- und Katastrophenschutz beibehalten werde.

Und trotzdem legte der Bürgermeister am Freitag den Finger in eine immer größer werdende Wunde: Grund ist die allgemeine finanzielle Ausstattung der Kommunen. "In diesem Jahr erhielt die Gemeinde Beilrode vom Freistaat beispielsweise 70000 Euro für alle kommunalen Investitionen. Bei notwendigen Eigenmitteln von 150000 Euro für ein neues HLF 20 fällt jede Reparatur sowie jede Investitionsmaßnahme an Kitas, Schule, Gebäuden oder Straße umso schwerer. Entweder müsste man zaubern können oder im Lotto gewinnen. Hier besteht aus meiner Sicht dringend Handlungsbedarf!" Eine angestrebte personelle Vergrößerung der Ministerien, um den Fördermitteldschungel noch undurchsichtiger zu machen, sei Vetters Meinung nach der falsche Weg.

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