Sonntag, 14. August 2022
Freitag, 15. Juli 2022

Anja Hirschberg: "Das Museum ist für die Menschen und ihre Geschichten aus der Region"

In den ersten 100 Tagen erfolgreich eingearbeitet: Anja Hirschberg leitet seit dem Fru¨hjahr das Stadtmuseum Riesa. Foto: Jochen Reitstätter

Von unserem Redakteur Jochen Reitstätter

Riesa. Seit nunmehr 100 Tagen ist die gebürtige Riesaerin, Anja Hirschberg, nun im Amt. Das SWB nimmt dies zum Anlass, nach einem ersten Fazit zu fragen und gemeinsam einen Blick auf die zurückliegenden Wochen zu werfen.

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SWB: Frau Hirschberg, Sie sind jetzt circa 100 Tage als Leiterin des Stadtmuseums Riesa im Amt. Wie war der Start?

Anja Hirschberg: Ich bin hier sehr freundlich und mit großer Hilfsbereitschaft seitens der Kolleginnen und Kollegen, aber auch des Museumsvereins, aufgenommen worden. Ich kenne das Stadtmuseum Riesa noch aus meiner Kindheit, war schon immer von der Breite und Vielseitigkeit der Ausstellungen begeistert, daher freue ich mich sehr, nun hier zu sein. Außerdem ist es schön, nach verschiedenen beruflichen Stationen in Dresden, Düsseldorf und zuletzt in Großschönau nun wieder in meiner Heimatstadt leben zu können.

Wo sehen Sie die Herausforderungen und das Neue für Sie hier im Stadtmuseum Riesa?

Meine vorherige Wirkungsstätte, das Deutsche Damast- und Frottiermuseum in Großschönau, war ein sehr spezialisiertes Museum für Textilgeschichte. Hier im Stadtmuseum ist die Vielfalt der Themen deutlich größer, das hat mich gereizt. Eine weitere Herausforderung sehe ich darin, dass Riesa – anders als Großschönau – keine Touristenregion ist und man deshalb hier einmal mehr mit ansprechenden Sonderausstellungen und kreativen Veranstaltungen um das Publikum aus Riesa und der Region kämpfen muss.
Als langfristiges Projekt planen wir die Digitalisierung der Museumssammlung, um sie auch Hobbyforschern und Wissenschaftlern immer zugänglich zu machen. Dafür benötigen wir aber noch finanzielle Unterstützung.

Wie sieht Ihr Konzept aus, mehr Riesaer vom Kindesalter bis zu den Senioren in die Ausstellungen zu locken?

Es gibt verschiedene Formate, die teils schon bestehen, teils aber auch neu aufgelegt werden. Neben der Dauerausstellung gab es in der Vergangenheit immer wieder Sonderausstellungen zu historischen Themen mit einem sehr starken Bezug zur Region und zum Alltagsleben der Menschen, zum Beispiel zum Winter oder der Kindheit in der Stadt. Hier möchte ich gerne anknüpfen. Mit verschiedenen Veranstaltungen im Museum wollen wir zusätzlich Möglichkeiten schaffen, ins Gespräch zu kommen. Der allseits bekannte und beliebte „Kaffeeklatsch“ gehört dazu, organisiert von unserem sehr rührigen Museumsverein. Ebenso das bewährte Format „Vortrag am Dienstag“.
Gleichzeitig wollen wir neue Veranstaltungsreihen testen. Dazu gehört zum Beispiel der Familientag mit einem bunten Programm für Jung und Alt, den wir künftig zusammen mit der Bibliothek dreimal im Jahr jeweils unter einem anderen Thema durchführen werden. Termin für den ersten Familiensamstag ist der 8. Oktober, der unter dem Motto „Treue Begleiter – Puppen, Stofftiere, Sorgenfresser“ steht. Ebenfalls neu ab Oktober ist das Veranstaltungsformat „Kunst trifft Yoga“ – jede Woche Mittwoch ab 18.30 Uhr. Hier sollen die Museumsbesucher – Erscheinen in Jogginghose ausdrücklich erwünscht! – eine Möglichkeit haben, die Gedanken des Alltags hinter sich zu lassen. Nach einer kurzen Einführung zu einem Kunstwerk aus der Museumssammlung werden unter Anleitung der Yogatrainerin Susanne Bartsch-Lungk-witz in den Ausstellungsräumen Yogaübungen durchgeführt.

Sie planen gemeinsam mit dem Verein Sprungbrett e. V. eine spannende Geschichte mit Menschen, die einst im bekannten Klubhaus „Joliot Curie“ gewirkt haben. Was hat es damit auf sich?

Das ehemalige Klubhaus der Stahlwerker dürfte allen Menschen aus Vorwendezeiten noch gut in Erinnerung sein. Dort traf man sich, ging einem Hobby nach oder diskutierte einfach mit Mitmenschen. Dieses Stück Stadtgeschichte in Riesa wollen wir wieder lebendig machen, mit Erzählungen von Menschen von damals und vielerlei persönlichen Erinnerungsstücken. In einem Geschäft in der Hauptstraße 49 präsentieren wir im Zeitraum vom 26. bis 30. Juli zwischen 11 und 18 Uhr anhand von ausgewählten Bildern und Interviewaufzeichnungen einen ersten Einblick in das Projekt. Gleichzeitig rufen wir alle auf, uns ihre Fotos, Filmmaterialien, Gegenstände und Anekdoten zum Thema mitzubringen. Im November wird dann im Stadtmuseum eine umfangreiche Ausstellung unter dem Titel „Der Stahlwerker und seine Freizeit“, in der unter anderem diese Objekte aus der Bevölkerung zu sehen sind, eröffnet.

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