Donnerstag, 21. Juli 2022

Viel Aufwand ist nötig, damit das Wasser fließt

Gruppenfoto mit den Teilnehmern. Links Josef Weber, Verein Wasser ohne Grenzen. (privat)

von Nico Wendt

Es ist längst selbstverständlich geworden, dass zuhause rund um die Uhr Trinkwasser aus dem Hahn fließt. Doch welcher technische Aufwand notwendig ist, erfuhren Kinder aus Leipzig im Wasserwerk

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Mockritz Ein Griff zum Hahn und das kühle Nass sprudelt. Die wenigsten Kinder und Jugendlichen haben sich je Gedanken darüber gemacht, wo das Wasser eigentlich herkommt. Geschweige denn, wieviel technischer Aufwand notwendig ist, um es in bester Qualität ins Leitungsnetz einzuspeisen. Entsprechend erstaunt zeigten sich die 6- bis 15- Jährigen, die am Mittwoch im Rahmen der Regionalen Kirchenwoche (RKW) das Wasserwerk Mockritz besuchten. Auch für die Mitarbeiter der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH war es etwas Besonderes: Zum ersten Mal gab es ein solches Feriencamp mit Stationsbetrieb vor Ort. Die Kinder und Jugendlichen reisten extra aus Leipzig an. Und sie bekamen jede Menge zu sehen und kehrten später mit vielen Eindrücken in die Messestadt zurück. Josef Weber, Leiter der Geschäftsstelle des Vereins Wasser ohne Grenzen, war maßgeblich am Zustandekommen beteiligt. Mit der Pfarrei St. Georg Leipzig Nord gibt es schon länger eine feste Zusammenarbeit. "Jugendbildung ist in der Satzung unseres Vereins festgeschrieben. Wir haben den Kindern bereits erklärt, wie schwierig es zum Beispiel in afrikanischen Ländern ist, an Trinkwasser zu gelangen. Dort müssen Familien teilweise eine Dreiviertel Stunde bis zu einem Brunnen laufen und kehren dann oft nur mit fünf Litern zurück. In Leipzig dagegen liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei 98 Litern täglich. Selbst die Fäkalien werden mit Trinkwasser weggespült. Die Rundum-Versorgung ist zur Selbstverständlichkeit geworden." Man wolle bei den Kindern jetzt ein Gefühl entwickeln, dass man mit den Ressourcen sorgsam umgehen sollte und dass auch Wasser ein endliches Gut ist, so Josef Weber. Wenn es gelingt, diese Erkenntnis zu festigen, könne man über die Kinder vielleicht auch die Eltern erreichen. Mit ganz profanen Handlungen, wenn zum Beispiel der Wasserhahn mal wieder sinnlos läuft. Das Feriencamp der RKW mit den rund 35 bis 40 Teilnehmern am Mittwoch dürfte also nur der Auftakt für weitere Veranstaltungen gewesen sein. Zwar wird von den 6- bis 15-Jährigen und deren Eltern hinterher noch ein konkretes Feedback erbeten, an den Gesichtern war aber schon zu erkennen, wie gut der Aktionstag ankam. Anne Reyer, Leiterin für Öffentlichkeitsarbeit bei Fernwasser, erklärte den Kids, welche Schritte nötig sind, bis das Nass zuhause aus dem Hahn sprudelt. Das Unternehmen versorgt 2,5 Millionen Menschen in einem riesigen Einzugsbereich, das ganz Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie Teile Thüringens umfasst. In der Elbaue wird das Rohwasser aus knapp 50 Metern aus dem Erdboden gezapft. Etwa 100 Tiefbrunnen stehen dafür zur Verfügung. Es muss dann verschiedene Reinigungsstufen im Wasserwerk durchlaufen, bis es über Fernleitungen zu den Verbrauchern gelangt. Die Rohre haben teilweise einen Durchmesser von bis zu 1.20 Metern. Zusammen mit Iris Schmidt besichtigten die Teilnehmer die Wasseraufbereitung, führten eine Messung an einem Tiefbrunnen durch und analysierten mit Katharina Klauer am Umweltbus Wasserproben.

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