Samstag, 13. August 2022
Dienstag, 2. August 2022

Die Trockenheit ist zum Dauerproblem geworden

Mähdrescher-Einsatz des Landwirtschaftsbetriebes Görlich und Erdmann GbR. (Foto: Lennart Döring, Agrar Nordsachsen.)

von Nico Wendt

Viele Landwirte im Raum Torgau haben die Getreideernte inzwischen abgeschlossen. Wie zufrieden die Bauern mit den Ergebnissen sind, lesen Sie hier.

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Nordsachsen Noch einmal steigen in der Region Dautzschen Staubwolken gen Himmel. Das dumpfe Grollen der Mähdrescher ist weithin hörbar. Für den Landwirtschaftsbetrieb Görlich und Erdmann GbR wird es der letzte Ernteeinsatz für dieses Jahr im Getreide sein. "Sortenbedingt sind bestimmte Restflächen stehen geblieben. Die werden wir in den nächsten zwei bis drei Stunden noch einbringen", sagt Oliver Görlich am Dienstagnachmittag. Dann sei auch hier der Drusch endgültig vorbei. Viele Betriebe haben diesen letzten Einsatz schon hinter sich. "Im Durchschnitt sind die Landwirte im Altkreis Torgau diese Saison fast zwei Wochen eher fertig geworden als normal", sagt Frank Neubauer von der Landgut GmbH Staritz. Das lag vor allem daran, dass das Getreide wegen der Trockenheit früher vom Halm musste. Andererseits konnten die Mähdrescher auch überwiegend ohne Regenpausen fahren.

Die Görlich und Erdmann GbR hatte über 1200 Hektar Getreide angebaut - darunter etwa 250 Hektar Gerste, 350 Hektar Weizen, 200 Hektar Raps und 250 Hektar Roggen. Mit den Ergebnissen sei man aber kaum zufrieden. Die Gerste ging noch, die Erträge beim Raps waren unterdurchschnittlich, beim Roggen und Weizen waren sie schlecht, heißt es. "Wenigstens konnten wir die Qualitäten einhalten", so Oliver Görlich. Zwar seien die Abnahmepreise für das Getreide derzeit gut. Aber die rapide gestiegenen Betriebskosten könnten sie kaum kompensieren.

Frank Neubauer wiederum bringt den Regenmangel ins Spiel. Ein Phänomen, das die Bauern im Altkreis mittlerweile schon seit Jahren begleitet. Im Raum Belgern seien im ganzen Juli nur ganze 15 Liter Niederschläge pro Quadratmeter gefallen. Anderswo hatten die Bauern vielleicht ein bisschen mehr Glück, wenn sich ein lokaler Schauer entlud. Im Großen und Ganzen aber ist die Trockenheit ein Dauerproblem. Dazu kommen die enorme Hitze und der Wind, die die Flächen schnell austrocknen lassen. So gesehen könne man in Staritz mit der Getreide-Ernte noch halbwegs zufrieden sein. Aber die nachfolgenden Kulturen wie Mais und Sonnenblumen leiden gerade extrem. Mancherorts habe man schon Bestände notgehäckselt. "Der Futteranbau ist eine Katastrophe in Bezug auf Grünland und Mais", klagt Neubauer. Im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch ist die Getreideernte schon seit mehr als zehn Tagen abgeschlossen. "Es ging super los mit der Gerste. Der Weizen war noch durchschnittlich, aber vor allem beim Raps blieben die Ergebnisse unter unseren Erwartungen", zieht Ondrej Kunze, Leiter des LVG, ein Fazit. Bei der Gerste habe man im Schnitt 90 Dezitonnen je Hektar eingebracht, beim Weizen knapp unter 70 Dezitonnen und beim Raps etwa 25 Dezitonnen je Hektar. Angebaut wurden in Köllitsch unter anderem 160 Hektar Weizen, 114 Hektar Gerste und 50 Hektar Raps.

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