Montag, 8. August 2022

Erneut Totalverlust des Fischbestandes in der Alten Elbe Döbern

Ausgetrocknete Erde, da wo sonst Wasser ist. Die Alte Elbe Döbern ist derzeit wieder fast völlig trocken. (Nico Wendt)

von Nico Wendt

Zum dritten Mal nach 2015 erleben die Angler in Döbern eine Katastrophe: Ihr beliebtes Fischgewässer trocknet völlig aus. Warum es keine Hoffnung mehr gibt, lesen Sie hier

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Döbern. Rolf Wilsdorf wirkt resigniert. Bis vor zwei Wochen hatte er noch Hoffnung, dass wenigstens ein bisschen Wasser in der Alten Elbe Döbern übrig bleibt und dass vielleicht ein paar Fische überleben. Doch mit Blick auf die Wetterprognose für August findet sich der Anglerchef gerade damit ab, dass auch 2022 als Dürre-Jahr in die Statistik eingeht.

Seit 2015 wäre es nun das dritte Mal, dass die Grube, wie sie im Volksmund heißt, komplett austrocknet. Schon jetzt kann man locker auf einem Großteil des Gewässerbettes spazieren gehen. Verkrusteter Schlamm überall. Die Risse bilden ein bizarres Muster. Es hat ein bisschen was von Endzeitstimmung.

An anderen Stellen sprießen bereits kleine Büsche und Bäumchen. "Ein paar Pfützen stehen noch im vorderen Teil. Doch die werden in den nächsten zwei Wochen bei Temperaturen um 30 Grad Celsius ebenfalls versiegen." Rolf Wilsdorf rechnet erneut mit einem Totalverlust des gesamten Fischbestandes. Eigentlich eine Katastrophe.

In den vergangenen zwei Jahren hatte sich die Alte Elbe gerade ein wenig erholt. Mehrfach führte man Karpfen zu. Dazu begann sich ein kleiner Bestand an Hechten zu entwickeln. Auch Weißfisch vermehrte sich. "Die Grube ist ein sehr produktives Gewässer. Wahrscheinlich hätte man in diesem Sommer wieder angeln gehen können." Aber der Trockensommer 2022 sei ein herber Rückschlag.

"Man kann niemandem einen Vorwurf machen. Wenn es nicht regnet und andere Flüsse keinen Pegel haben, kann man auch nichts zuleiten", so der Döberner. Zum Glück hatte man zuletzt darauf verzichtet, auch noch Aale einzusetzen. "Wir sind ja schon mit einem Regendefizit von 150 Litern ins Jahr gestartet. Nun sind es wahrscheinlich viel mehr."

Selbst ältere Einwohner müssen lange zurückdenken, um sich an ähnliche Ereignisse zu erinnern. Die Grube sei einmal in den 60er und einmal in den 70er Jahren völlig ausgetrocknet.

Nun mussten die Angler 2015, 2018, 2019 und 2022 gleich mehrfach Lehrgeld bezahlen. Der zugeführte Bestand hatte fast immer keine Überlebenschance. Dabei war die Alte Elbe Döbern mal ein viel frequentiertes und sehr beliebtes Anglergewässer im gesamten Regierungsbezirk. Allein der örtliche Verein zählt zwischen 130 und 150 Mitglieder. Die müssen nun andere Gewässer ansteuern, um ihr Hobby ausüben zu können.

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