Montag, 8. August 2022

Seebad Schildau: Versteckte Freizeitoase mit Badespaß und Entwicklungpotenzial

Alexander Lange, Fachangestellter für Bäderbetrieb vom Aquavita in Torgau, wacht im Seebad Schildau, damit niemand zu Schaden kommt. Die Stadt Belgern-Schildau hat mit der Torgauer Einrichtung einen Kooperationsvertrag zur Badbetreuung. (Bärbel Schumann)

von Bärbel Schumann

Campen, Schwimmen, Rutschen, Rudern und Genießen - Sommerfreuden am Neumühlenteich sind zu moderaten Preisen möglich. Aber warum wird das in der Region zu wenig genutzt? Erkundungssuche beim Badbesuch am Sonntagnachmittag.

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Schildau Sonntagmittag im Seebad Schildau. Rosemarie Thieme sitzt an der Kasse und lässt gerade wieder Besucher ein. "Von jedem Erwachsenen erhalte ich 3,50 Euro. Und wie alt sind die Kinder?", erklärt sie und fragt nach. "Unser Enkel ist fünf, seine Schwester sieben Jahre alt", antwortet Britta Calbe, die mit Mann und Enkeln den Sommertag am Neumühlenteich verbringen will. Während der Jüngste kostenfrei hineingelangt, kostet der Eintritt für seine Schwester 1,50 Euro. "Das sind nicht mal zehn Euro für uns alle. Das ist human", erklärt ihr Mann Bernd. Schnell ist ein Platz auf der Liegewiese gefunden, die zu dieser Zeit recht leer ist. Wer keine Decke mitbringt, kann Liegestühle ausleihen, ebenso Boot und Tretboot. Es gibt neben Umkleideräumen und Sanitäranlagen auch einen Wickelraum und das Bad ist barrierefrei.

Warum ist das Bad so leer? Steffen Fabian von der Wasserwacht, der den Fachangestellten für Bäderbetrieb Alexander Lange als verantwortlichen "Schwimmmeister" unterstützt, hat Vermutungen. "Das ist nicht nur heute so. Durch Corona haben sich viele selbst einen Pool angeschafft. Da muss man mit Kindern nicht gleich ins Freibad fahren. Sprit ist ja auch teuer", sagt er. Außerdem nutzten viele Familien die ersten Ferienwochen, für den Urlaub. Während er erzählt, sind seine Augen immer wieder im Badgelände unterwegs und auf den rund 14 Hektar großen Neumühlenteich gerichtet, falls doch mal einer der Badenden in dem Naturgewässer Hilfe braucht. Über das Mitte der 1995er-Jahre neu erbaute Erlebnisbecken mit Rutsche, Wasserfall, kleinem Strömungskanal, Wasserlanze und Luftsprudel wacht Alexander Lange. Im klaren Wasser kann man bis auf den Boden schauen, es riecht nicht nach Chlor. So sauber ist es in kaum einem anderen Freibad.

Im Stahlbecken tummeln sich Kinder mit ihren Eltern. Auch wenn das Becken nicht sehr tief ist, wurde mit einer schwimmenden Markierung ein Bereich für jene abgegrenzt, die in Ruhe einige Bahnen ziehen wollen.

Fast am anderen Beckenende saust gerade ein Junge die 64 Meter lange Rutsche hinab und taucht juchzend ins Wasser. Es folgen weitere. Kinder tollen an den Luftsprudlern. Erwachsene, bis zum Hals im 26 Grad warmen Wasser stehend, schauen amüsiert zu. So kann ein Sommersonntag Spaß machen! Während manche Gäste gegen 15 Uhr das Bad verlassen, kommen andere hinzu, so Steffen und Hannelore Klengler aus Leipzig. Viele Jahre auswärts wohnend, sind sie als Rentner zurück in Sachsen und erkunden die alte Heimat neu. "Wir wollten sehen, was aus dem Bad geworden ist. 1990 habe ich den Teich mit entschlammt. Wir haben damals auch im Hallischen Lager gewohnt", sagt der Leipziger. Seine Frau steuert ebenso Erinnerungen an das Bad bei: "Ich war im Kinderheim Kathewitz. Wir waren im Sommer oft hier baden." Auf dem Freisitz des Imbisses genießen sie etwas Kühles und sinnen darüber nach, wieder zu kommen.

Apropos Imbiss: Die Preise sind in Ordnung. Es gibt das Übliche wie Wiener Würstchen, Currywurst und Pommes, um den Hunger zu stillen. Auch wer den Drang nach Getränken oder etwas Süßem verspürt, wird fündig. Aber: Die Einrichtung hat viel Potenzial, um das Angebot zu erweitern, um zum Beispiel auch Ausflüglern - nur Imbissbesucher müssen keinen Eintritt zahlen - zur Mittags-, Kaffee- oder Abendbrotzeit ohne viel Aufwand kleine Gerichte, Suppen oder anderes anzubieten. Auch Kuchen würde bestimmt gern angenommen. Vorausgesetzt, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Sicher würde das auch mancher Camper nutzen, denn wer Ruhe und Entspannung sowie Naturnähe sucht, der ist im Seebad richtig. Derzeit gibt es sogar freie Dauercampingplätze, obwohl es viele Stammgäste über Generationen hinweg gibt. Schnell zugreifen, denn die Preise sind auch hier sehr human.

Fazit: Das Bad ist ein toller Ort für Sommerfreuden, besitzt trotzdem noch enormes Entwicklungspotenzial.

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