Dienstag, 9. August 2022

Gute Saison auf dem Campingplatz Mahlitzsch nach Corona

Campingplatz-Chefin Annett Muth und ihr Sohn besuchen die Gäste, hier Marion und Karl-Heinz Richter. (Nico Wendt)

von Nico Wendt

Corona brachte zwei magere Jahre für den Campingplatz Lindemühlenberg in Mahlitzsch. Jetzt sieht es wieder richtig gut aus. Warum erklärt Chefin Annett Muth der TZ.

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Dommitzsch/Mahlitzsch Campingplatz-Chefin Annett Muth strahlt. Endlich läuft es wieder. Sogar richtig gut. Zumindest für den Moment sind die zwei mageren Pandemie-Jahre vergessen. Zwei Sommer, die finanziell herbe Einschnitte brachten. "Letztes Jahr durften wir erst Pfingsten aufmachen. Die ausländischen Gäste fehlten völlig. Wir mussten uns an eine Corona-Verordnung halten, die dann zwar gelockert wurde, aber trotzdem Auswirkungen auf alles hatte."

Ruhe und Idylle

In der Gesamt-Auswertung spürte es Annett Muth deutlich. Brachte allein der vergangene Monat Juli 127 Ankünfte und 181 Übernachtungen, waren es in der Corona-Zeit in einem vergleichbaren Monat nur die Hälfte. Doch die Mahlitzscherin schaut lieber nach vorn und freut sich über zufriedene Besucher.

Marion und Karl-Heinz Richter aus Leipzig beispielsweise sind Dauercamper und kommen seit 1993 auf den Lindemühlenberg. "Ich war früher im Betriebsferienlager in Mahlitzsch und suchte später gezielt danach, hier nochmal Urlaub zu verbringen", lächelt Marion Richter. Vom Campingplatz, der nur ein paar Hundert Meter vom einstigen Kinderparadies entfernt liegt, war sie von Anfang an begeistert. "Hier steht nicht alles in Reih und Glied, es gibt viel Natur und man hat reichlich Platz drumherum." Seitdem die beiden Leipziger das Rentenalter erreicht haben, sind sie fast den ganzen Sommer im Dommitzscher Ortsteil anzutreffen. Nur manchmal geht es kurz nach Hause, hauptsächlich um den Briefkasten zu leeren. "Was sollen wir in der Großstadt? Die Ruhe hier ist herrlich. Und es gibt wunderbare Feste wie das Sommerfest, Kinderfest, Oktoberfest oder spontane Wasserschlachten für Kinder."

Die beiden Leipziger schätzen zudem die familiäre Atmosphäre. Ihr Wohnwagen mit Vorzelt steht mitten im Wald. Viel Zeit verbringt das Paar damit, Bücher und Zeitungen zu lesen und Kreuzworträtsel zu lösen und dabei zu entspannen. Manchmal könne man abends sogar scheue Tiere wie Fuchs, Igel und Waschbär beobachten. Und für die Vögel haben die Rentner extra einen Futterkasten aufgestellt. Einer der Nachbarn ist Dieter Zurek aus Markranstädt, mit 90 Jahren der älteste Dauercamper auf dem Lindemühlenberg. Seit 1970 kommt er nach Mahlitzsch. Doch diese Saison wird seine letzte sein. "Im Alter ist alles beschwerlich. Mein Abschied steht fest", sagt er. Ganz gewiss werde er Wehmut verspüren, wenn der entsprechende Tag heran gerückt ist. Doch bis dahin will er den Sommer noch genießen.

"50 Dauercamper haben wir auf dem Platz", sagt Annett Muth. Zwar geben immer mal wieder einige Stammgäste altersbedingt auf. Zum Glück rücken aber auch jüngere Familien nach. Das halte sich die Waage. Die meisten stammen aus den Regionen Leipzig, Dessau, Wittenberg und Halle. Oft werde der Kontakt über Freunde hergestellt oder die eigene Familie hatte schon mal ein Domizil hier.

Selbstverständlich habe Mahlitzsch nicht die große Anziehungskraft wie Plätze, die an bekannten Seen liegen - wie beispielsweise dem Bergwitzsee. Wer auf den Lindemühlenberg reist, schätzt die Idylle. "Natürlich könnten wir von den Dauercampern allein nicht existieren. Die Tagesgäste und Urlauber sind sehr wichtig", betont Annett Muth. Sie freue sich, dass in diesem Jahr schon Besucher aus den Niederlanden, aus Frankreich, aus Österreich, Spanien, Tschechien und sogar Australien vor Ort waren. Ein Großteil kam über den Elberadweg. Einige aber auch mit dem Auto. Der Elberadweg ist ein Segen für uns", sagt die Chefin.

LAGA brachte kaum Zuwachs

Seit der Eröffnung am 1. April sei sie mit dem Zuspruch zufrieden. Nur die LAGA in Torgau habe nicht die Erwartungen erfüllt. Sie sei in der Region bislang wenig zu spüren gewesen, was Übernachtungen betrifft. Langeweile gibt es auf dem Campingplatz kaum. Nebenan befindet sich das Waldbad. Für Ausflüge seien Wittenberg, Torgau und Leipzig gut erreichbar. Darüber hinaus lässt sich auch die Geschäftsführerin öfter ein Programm für Kinder einfallen. Diese Saison feiert man übrigens Jubiläum. Vor 30 Jahren hat Familie Muth den Campingplatz in eigene Regie übernommen.

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