Freitag, 12. August 2022

Brandruine statt Swingerclub - ein Schandfleck in Dahlenberg

Die Brandruine in der Hauptstraße. (Foto: ) (Nico Wendt)

von Nico Wendt

Vor 16 Jahren ging der Dahlenberger Gasthof in Flammen auf. Nun kämpft Bürgermeister Schröder für eine Lösung

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Dahlenberg Wie ein Mahnmal steht mitten im Ortskern von Dahlenberg die alte Brandruine. Als der ehemalige Gasthof in der Hauptstraße eines Nachts im Mai 2006 in Flammen aufging, hätte sich wohl keiner der Anwohner träumen lassen, dass die Überreste auch mehr als 16 Jahre später noch immer ein trauriges Bild bieten würden: Ein hässlicher Schandfleck im ansonsten hübschen Dorf. Natürlich stößt das vielen sauer auf.

Aussprache mit Eigentümer

Bürgermeister Herbert Schröder hat angekündigt, jetzt ein weiteres Mal in die Offensive gehen zu wollen. "Wir möchten eine Aussprache mit dem Grundstückseigentümer", kündigte das Oberhaupt an. Die Gemeinde habe den Eilenburger angeschrieben, bislang aber noch keine Reaktion erhalten. "Wir wollen dringend wissen, welche Vorstellungen er hat, wie es mit dem Areal weitergehen soll." Der Vorstoß der Kommune kommt nicht ganz ohne Anlass. Es gibt nämlich einen Interessenten, der das Grundstück kostenlos übernehmen und die Brandruine wegreißen lassen würde, um dort zwei Eigenheimplätze zu erschließen. Welchen Erfolg die Offerte hat, kann das Gemeindeoberhaupt indes noch nicht abschätzen. Bis jetzt gingen alle Bemühungen ins Leere. "Uns sind die Hände gebunden, weil der Grundstücksbesitzer regelmäßig die Grundsteuern bezahlt und auch sonst alle größeren Auflagen zur Sicherung des Objektes erfüllt hat", so Herbert Schröder.

Grundstück wurde gesichert

Bereits kurz nach dem Brand wurde ein freistehender Giebel entfernt. Auch sei das Grundstück soweit gesichert worden, dass es Fremde und insbesondere Kinder nicht betreten können. Dass der Eigentümer vor dem Objekt nicht sauber macht, sei noch kein Grund ihn zu enteignen.

Bis heute halten sich wilde Gerüchte in Dahlenberg, was die Brandursache betrifft. Und die sind auch mit der pikanten Tatsache verbunden, dass der ehemalige Gasthof 2006 kurz vor der Wiedereröffnung als Swingerclub stand. Bereits die Umbauarbeiten hatten für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Der Investor machte seinerzeit auch gegenüber der Presse keinen Hehl aus seinen Plänen. Hier sollten sich Pärchen hauptsächlich aus der Großstadt zum gemeinsamen sexuellen Vergnügen treffen. Daraus wurde bekanntlich nichts.

Feuer ging von Küche aus

Der renommierte Brandursachen-Ermittler Dr. Klaus Ibendorf aus Berlin - nicht nur Experte auf seinem Gebiet, sondern auch erfolgreicher Buchautor - stellte damals einen technischen Defekt fest. Das Feuer war in der Küche der Einliegerwohnung ausgebrochen und hatte sich über Treppenhaus und Dachboden bis zum Saal ausbreiten können, weil Brandmauern fehlten. Schuld sei ein kaputter Herd aus DDR-Zeiten gewesen, so das Ergebnis.

Wiederaufbau scheitert

Dr. Klaus Ibendorf schloss die brennbaren Materialien, die sich ohnehin im Gebäude befanden (Benzin für Kettensäge, Feueranzünder für Kachelofen, Verdünnung für Renovierungsarbeiten) als vorsätzliche Brandbeschleuniger aus. Spürhunde hatten zuvor an jenen Aufbewahrungsstätten angeschlagen.

Dass der geplante Wiederaufbau durch den Eigentümer später scheiterte, lag wohl auch daran, dass die Versicherung nicht im erwarteten Umfang bezahlte. So blieb die ehemalige Gaststätte bis heute eine Brandruine - zum Ärgernis der Einwohner.

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