Dienstag, 23. August 2022

Beiß-Attacke hätte schlimme Folgen haben können 

Der völlig zerbissene Helm. Fabian hatte Glück im Unglück und kam mit leichten Verletzungen davon. Foto: privat

von unserem Redakteur Nico Wendt

Ein Hund hat in der Gemeinde Arzberg einen Vierjährigen angegriffen. Wie die Mutter die dramatischen Sekunden schildert und wie ihr Appell an die Behörden lautet, lesen Sie hier. 

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Nichtewitz. Seit Samstagabend gibt es im kleinen Arzberger Ortsteil Nichtewitz nur noch ein Thema: Die Beiß-Attacke auf einen kleinen Jungen. Der Vierjährige war mit seinem Fahrrad unterwegs, als er auf der Straße von einem Hund – offensichtlich ein Kampfhund – angegriffen wurde.

Seitdem haben vor allem Eltern im Dorf Angst um ihre Kinder. Gestern wandte sich die Mutter des Jungen an die TZ. Sie möchte deutlich machen, dass es nur der schnellen Reaktion ihres Mannes zu verdanken war, dass der Angriff keine schlimmen, möglicherweise sogar tödliche Folgen hatte.

„Der Hund ist gezielt auf den Kopf gegangen, hat sich regelrecht in den Fahrradhelm meines Sohnes verbissen und ihn dabei wie ein Raubtier hin und her geschüttelt“, beschreibt Stefanie Schweda die dramatischen Sekunden. Dabei habe der Vierbeiner solch eine Kraft entwickelt, dass selbst die herbei geeilte Besitzerin ihren Hund nicht zurückziehen konnte. „Geistesgegenwärtig kam mein  Mann über die Straße gelaufen und löste den Helm, so dass der Junge frei kam“, sagt Stefanie Schweda.

Sie will, dass die Behörden endlich reagieren. Ihr Appell: Wer mit der Haltung seiner Tiere überfordert ist, muss sie entzogen bekommen.

Schon vor zwei Jahren habe es einen Vorfall gegeben. Dabei wurde ein anderer Hund, der von seinem Herrchen mit Leine Gassi geführt wurde, vor dem gleichen Grundstück auf der Straße angefallen und getötet. Auch damals stellte der vorhandene Maschendraht-Zaun kein Hindernis dar. Was muss noch passieren?

Dabei sollte der vergangene Samstag eigentlich gemütlich ausklingen. „Es war gegen 19.30 Uhr. Wir wohnen schräg gegenüber und wollten mit Freunden grillen. Unser Fabian hatte die Erlaubnis, auf der Straße ein wenig Rad zu fahren. Am Nachbar-Grundstück hielt er kurz an, weil er eine Kindergarten-Freundin entdeckt hatte. Dann kam es zum Angriff“, schildert die Mutter.

Laut ihrer Angabe besitzt die betreffende Familie acht Hunde – offenbar alles Bullterrier (Kampfhunde). Weder habe die Halterin eine Versicherung, noch seien die Tiere geimpft – so Stefanie Schweda. Sie hat nun Strafanzeige wegen schwerer Körperverletzung gestellt und hofft, dass ihr Fabian keine seelischen Folgen davon trägt. „Solch ein Angriff ist ein Schock fürs Leben. Man hat uns zur psychologischen Hilfe geraten. Ich hoffe nicht, dass unser Sohn nun denkt, alle Hunde sind böse. Wir haben selber Haustiere und wissen, dass man als Halter Verantwortung trägt.“

Die Nichtewitzerin mag sich nicht vorstellen, was ohne Fahrradhelm passiert wäre. Vielleicht habe das ihrem Sohn das Leben gerettet. Das Landratsamt verwies gestern auf TZ-Nachfrage an die Gemeinde.

Bürgermeister Holger Reinboth äußerte sich wie folgt: „Unser Ordnungsamt ist jetzt gemeinsam mit Verantwortlichen des Landratsamtes mit den Haltern im Gespräch zur Problemlösung. Nur zeitnahe, konkrete Auflagen an die Hundebesitzer kann die Sicherheit für unsere Einwohner gewährleisten“, erklärte er. 

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