Mittwoch, 24. August 2022

Drei neue Feuerwehrautos für drei nordsächsische Gemeinden

Jens Kabisch (5.v.l.), 2. Beigeordneter, übergibt die Förderbescheide an die Bürgermeister René Vetter, Christiane Gürth und Ingolf Gläser. Ganz links der Beilroder Gemeindewehrleiter Remo Springer, daneben der Zwethauer Wehrleiter Gerhard Howainski. Ganz rechts der Belgern-Schildauer Stadtwehrleiter Jochen Werner, neben ihm Kreisbrandmeister Ingo Weber. (Nico Wendt)

von Nico Wendt

Der Landkreis hat Förderbescheide an die Gemeinden Beilrode, Belgern-Schildau und Cavertitz zum Kauf neuer Löschfahrzeuge ausgereicht. Welche Technik angeschafft werden soll, lesen Sie hier.

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Zwethau Für alle Beteiligten war es ein freudiger Termin. Jens Kabisch, 2. Beigeordneter des Landrates, übergab zu Wochenbeginn in Zwe-thau einen Förderbescheid über jeweils 102 000 Euro an die Bürgermeister René Vetter (Beilrode), Ingolf Gläser (Belgern-Schildau) und Christiane Gürth (Cavertitz). Die drei nordsächsischen Kommunen haben sich auf eine Sammelbeschaffung für je ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSFW) verständigt. Dafür erhalten sie später noch einmal einen finanziellen Aufschlag in Höhe von 20 Prozent vom Freistaat, denn Dresden unterstützt den gemeinsamen Kauf.

Kleiner und geländegängig

Voraussetzung sei, dass man sich auf ein möglichst baugleiches Modell einigen konnte. Das neue Einsatzfahrzeug soll bis zu 1000 Liter Wasser an Bord haben und geländegängig sein, lautete zum Beispiel eine wichtige Vorgabe aller drei Gemeinden. "Wir werden unser TSFW in Bucha in Waldesnähe stationieren", sagte Christiane Gürth. In ihrem Amtsgebiet habe es einen Zusammenschluss der Wehren Lampertswalde, Bucha und Zeuckritz gegeben. Nun sei es wichtig, den Kameraden auch moderne Technik zu bieten. Das bisherige Einsatzfahrzeug LF 8 stammt noch aus dem Jahr 1988 und wurde vor einiger Zeit aus dem Raum Ulm gebraucht angeschafft. "Mittlerweile ist es sehr reparaturbedürftig. Die Kosten fressen uns auf. Außerdem führt dieses Auto kein Wasser mit sich", so die Cavertitzer Bürgermeisterin.

Man habe sich bewusst für ein kleineres geländegängiges Modell entschieden, das im Wald leichter zu manövrieren ist. Das bisherige LF 8 soll dann ausgesondert werden. Gerade konnte man bei Zoll-Auktion (ein virtuelles Auktionshaus von Bund, Ländern und Gemeinden - d. Red.) einen alten Barkas gut verkaufen. Jochen Werner, Stadtwehrleiter von Belgern-Schildau betonte, dass das künftige TSFW in der ländlichen Region optimal als Erstangriffs-Fahrzeug geeignet sei. Man könne damit auch sehr gut Wohnungsbrände bekämpfen. "Sechs Einsatzkräfte haben darin Platz, die Ausrüstung ist für eine komplette Besatzung ausgelegt und mit dem Löschwasser an Bord kann man schon viel bewirken", so seine Aussage. Bürgermeister Ingolf Gläser fügte hinzu, dass das neue Feuerwehrauto für den Standort Staritz angeschafft wird. Man habe dort im vergangenen Jahr einen alten LO Robur außer Dienst gestellt und ein anderes älteres Fahrzeug als Zwischenlösung beschafft. Dies soll dann in Probsthain einen Platz finden. "Eigentlich wollten wir schon 2016 ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug kaufen. Das wurde aber verschoben, weil zwischenzeitlich ein HLF 20 für Schildau zu erwerben war", erklärte das Oberhaupt aus Belgern-Schildau.

Gerhard Howainski, Wehrleiter in Zwethau, zeigte sich am Montag ebenfalls hoch erfreut: Die Beilroder Investition sei als Ersatzbeschaffung für seinen Ort gedacht. Dafür wird das bisherige TSFW, das schon 24 Jahre auf dem Buckel hat, ausgemustert. "Wir arbeiten unseren Brandschutzbedarfsplan ab. Dieser orientiert sich daran, was in den Dörfern der Gemeinde dringend benötigt wird", fügte Beilrodes Bürgermeister René Vetter hinzu. Erst wolle man den Fahrzeugpark aufrüsten, später müsse man sehen, was baulich getan werden muss. Damit spielte das Oberhaupt zugleich auf den maroden Zustand des hiesigen Gerätehauses an.

Wichtiges Ehrenamt

Immerhin sei Zwethau mit 25 aktiven Kameraden, acht Mitgliedern in der Jugendabteilung und zwei Kindern in der Nachwuchsgruppe sowie 10 Kameraden in der Alters- und Ehrenabteilung personell gut aufgestellt. Über Zuwachs würden sich aber trotzdem alle Feuerwehren freuen, betonte das Bürgermeister-Trio. Die Waldbrände hätten gezeigt, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement sei.

In den kommenden Monaten erfolgt die öffentliche Ausschreibung im Gesamt-Paket aller drei Gemeinden. Man hofft, dass die neuen Löschfahrzeuge in der zweiten Jahreshälfte 2024 dann lieferbar sind. Die erste Ausschreibung musste übrigens aufgehoben werden, weil die Fahrzeughersteller stark überteuerte Angebote gemacht hätten, wie es Jens Kabisch erklärte. Das habe die Kommunen an die Grenzen der finanziellen Machbarkeit gebracht. Auch die Bürgermeister bestätigten, dass die Summen überdeutlich das geplante Budget überschritten. "Die Marktlage ist sehr dynamisch", so Kabisch. Man hoffe nun, dass sich noch mehr Hersteller beteiligen. Unter 200 000 Euro pro Fahrzeug wären gut, hieß es. Die Differenz zur Festpreisförderung müssen alle drei Gemeinden aus dem eigenen Haushalt absichern.

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