Samstag, 27. August 2022

Großer Tag für Belgerns ABC-Schützen

Auf dem Schulhof konnten die Eltern ihren Kindern die Zuckertüten überreichen. (Christian Wendt)

von Christian Wendt

Belgern. Dem Abenteuer Grundschule steht nun auch für die Belgeraner ABC-Schützen nichts mehr im Weg. Zur Einschulungsfeier ging es am Samstagvormittag in die Aula der staatlichen Grundschule.

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Belgern Die Trockenheit der vergangenen Wochen schadete zumindest dem Belgeraner Zuckertütenbaum kein bisschen: "Wir haben immer fleißig gegossen. Am Ende war manch eine Tüte sogar so schwer, dass sie vom Baum herunterfiel", brachte Belgerns Grundschulleiterin Simone Richter die vor ihr sitzenden Jungen und Mädchen am Samstagvormittag erst einmal zum Staunen. Für die Kinder waren die begehrten bunten Tüten, aus denen viele farbenfrohe Figuren heraus blickten, zwar stets in greifbarer Nähe, doch verlangte die Einschulungsfeier den Steppkes einiges an Geduld ab.

"Sehr gut aufgenommen"

Dabei wusste keiner der Beteiligten dieser Feier, das diese an jenem Tag und an jenem Ort über die Aula-Bühne gehen würde. Denn bei den Schülern der Klasse 1a handelte es sich um jene Kinder, die bis vor kurzem noch große Hoffnung hegten, in eine evangelische Grundschule gehen zu können. "Wir sehen jetzt erst einmal, wie es läuft. Auf jeden Fall sind wir an der staatlichen Schule sehr gut aufgenommen worden", sagte beispielsweise eine aufgeregte Mutti Doreen Höft aus Sitzenroda. Ihre Tochter Nele verließ in diesem Sommer nach knapp drei Jahren die Belgeraner Kindertagesstätte "Anne Frank". Und Michelle Dannewitz aus Belgern sprach von einer sehr turbulenten Zeit, die nun erst einmal hinter ihrer Familie liege.

Genehmigung lag nicht vor

Vor wenigen Tagen erst hatte die Evangelische Schulgemeinschaft Niederlausitz die Eltern der angehenden Erstklässler darüber informiert, dass es in diesem Jahr doch kein eigenes Grundschulangebot in Belgern geben werde. Grund war ein von Beginn an enger Zeitplan, die hierfür notwendigen behördlichen Genehmigungen einzuholen. Vor allem das nordsächsische Bauamt musste daraufhin von Stefan Branig, dem Geschäftsführer der Schulgemeinschaft, Kritik einstecken.

Schüleransturm

Somit sah sich die staatliche Grundschule Belgern plötzlich mit einem regelrechten Schüleransturm konfrontiert. Die Anzahl von 14 ursprünglich gemeldeten Schulanfängern schnellte plötzlich auf 37 hoch. So gut wie musste deswegen an der Schule umdisponiert werden. Der Stundenplan stand nach Angabe von Andrea Mehle erst kurz vor dem Einschulungstermin.

Doch all die Aufregung schien am Samstag wie weggeblasen. Routine? Immerhin ist Simone Richter seit mittlerweile 40 Jahren Lehrkraft. Dementsprechend viele Einschulungsfeiern hat sie bereits mitgestaltet. "Jede Feier ist anders. Doch ist es immer wieder aufregend und schön", betonte sie im Gespräch mit der Torgauer Zeitung. Für Theresa Hermannsdörfer war es erst die zweite Einschulung, die sie als Lehrerin in Belgern erleben durfte. Im vergangenen Jahr noch Klassenlehrerin einer Vierten übernimmt die 25-jährige Eilenburgerin nun Verantwortung für die Jüngsten.

In ihrem Klassenraum mussten sich die Jungen und Mädchen erst einmal zurechtfinden. (Christian Wendt)

Mit offenen Armen

Unterstützt durch ihre Kolleginnen nahm Hermannsdörfer die Jungen und Mädchen gleich am Schuleingang mit offenen Armen in Empfang. Ein wenig abseits von Eltern, Großeltern und Geschwistern wartete man schließlich auf den bewegenden Einmarsch in die Aula. Dort wartete übrigens noch ein besonderer Gast, den Simone Richter am Ende des von den ehemaligen Dritt- oder anders ausgedrückt den neuen Viertklässlern gestalteten Programms begrüßte: Ein schlauer Bücherwurm war über Nacht aus einem Schulbuch gekrochen. Am Montag gibt es bestimmt ein Wiedersehen.

Noch immer sehnlichst auf die Schultüte wartend ging es für die Schulanfänger gemeinsam mit Klassenleiterin Hermannsdörfer dann erst einmal in den Klassenraum, wo bereits kleine Namensschildchen an den Sitzplätzen eine erste Orientierung boten. Trotzdem war es nicht ganz einfach, da den Überblick zu wahren. In einem kleinen, vertraulichen Sitzkreis, der den Schülern künftig jeden Morgen als erste Informationsaustauschstelle dient, verblasste dann aber für kurze Zeit der Trubel im Schulhaus.

Coole Schule

Ausgelassene Freude wiederum, als die Steppkes auf dem Schulhof aus den Händen ihrer Eltern die Zuckertüten in Empfang nehmen durften und sich zum Abschluss dann noch einmal in der Gruppe sämtlichen Kameras stellten. Vielleicht werden dem ein oder anderen Steppke die Worte "die Schule ist wie eine große Zuckertüte - mal sauer mal süß. Aber ganz bestimmt cool" im Ohr bleiben. Diese hatten nämlich Mila, Florentine und Josie ihren neuen Mitschülern mit auf den Weg gegeben. Und Ben und Joline versprachen, immer Hilfestellung zu geben, wenn es mal nicht ganz so gut laufe. "Wenn mal etwas schiefgeht ist es nicht schlimm", beruhigten Emma und Pia.

 

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