Samstag, 3. Dezember 2022
Sonntag, 28. August 2022

Jazz-Abend in Kathewitz

Ein großes Dankeschön übergaben die Gemeinde sowie der Fußballverein an die Ortsfeuerwehren, die zwei Wochen lang den Waldbrand an der Grenze zu Brandenburg bekämpften. Von Links: Conrad Ruben, Andreas Braune, Michale Romanschek, Frank Randnitschka und Holger Reinboth. (Laura Krugenberg)

von Laura Krugenberg

Kathewitz. Auch wenn die Musik von Henning Munk & Plumperne kurzzeitig auf der Kippe stand, waren die 150 Gäste am Ende zufrieden. Eine Spendenübergabe setzte zudem ein Zeichen für Gemeinschaft und Zusammenhalt.

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Kathewitz Für die Gemeinde Arzberg und Geert Brandtner sollte es ein ganz besonderer Freitagabend werden, doch der wahrscheinlich größte Jazz-Fan der Gemeinde ist angespannt. "Ich frage schon gar nicht mehr nach, wo sie sind. Mal sehen, wann sie ankommen." Denn zum siebten und letzten Mal sollte, nach dreijähriger Corona-Pause, der Jazz-Abend mit den dänischen Musikern von Henning Munk & Plumperne in Ostelbien stattfinden. Doch von den Musikern fehlt 18 Uhr noch jede Spur - sie stecken im Stau fest.

Man hat sich dieses Jahr einen neuen Schauplatz ausgesucht. Nämlich nicht die Technikhalle der Agrargenossenschaft Arzberg, sondern den Altertümlichen Bauernhof Kathewitz, der an lauen Sommerabenden eine besondere Atmosphäre verspricht. "Wir haben extra das Dach der Bühne erneuert", erzählt Bürgermeister Holger Reinboth. Auch er ist nervös, denn neben der verspäteten Band, fehlt auch der stellvertretende Ortswehrleiter der Arzberger Feuerwehr, Michael Romanschek, dem zusammen mit den Ortswehrleitern von Nichtewitz und Blumberg eine Spende übergeben werden soll. "Die Kammeraden sind gerade noch bei einem Brandeinsatz in der Ortslage Packisch", weiß Reinboth. Hier stand - vermutlich durch einen Blitzeinschlag ausgelöst -ein Holzhaufen in Flammen.

Die Gäste merken derweilen nichts von der Anspannung. Sie vertrieben sich die Zeit mit Gesprächen, Getränken, Erbsensuppe und Kuchen. "Ich bin schon ganz aufgeregt, weil es das erste Mal für mich ist. Meine Freundin war schön öfter dabei und hat mich dieses Mal mitgenommen", erzählt eine Arzbergerin. Mit einem Getränk in der Hand vertreiben sie sich die Zeit und kommt mit Leuten ins Gespräch. Das ist für sie das besondere Flair - rauskommen und Bekannte treffen. Die Bänke vor der Bühne sind kurz vor 19 Uhr gut gefüllt. Denn der Abend ist unter Jazz-Freunden schon längst kein Geheimtipp mehr. Selbst Leute, die mit dieser Musikrichtung nicht ganz so viel anfangen können, sind gekommen, weil neben der mitreißenden Musik auch das Drumherum stimmt.

Für das leibliche Wohl der Gäste sorgen Vereine und Firmen der Region. "Ich komme nur wegen der guten Erbsensuppe", lacht Patrick Lietz, dessen Familie die Veranstaltung mit Erbensuppe aus der Gulaschkanone unterstützt. Der 38-Jährige war bis jetzt immer dabei, wenn Geert Brandtner und dessen Frau zum Jazz-Abend luden. "Man freut sich immer, wenn in der Region mal etwas los ist." Für ihn und seine Frau Jennifer ist das Warten kein Problem: "Solange das Baby im Wagen schläft, ist alles gut", scherzen die beiden. Und auch Erich Niejaki vom Backteam nimmt es gelassen: "Die Verspätung ist gut für uns, dann kaufen die Leute mehr Kuchen und belegte Brote. Wir haben noch zwei große Bleche Zuckerkuchen im Ofen, der wird nicht alle."

Gegen 19 Uhr dann die erste Erleichterung für Holger Reinboth - zumindest die Spendenübergabe kann starten. Auf der Bühne versammeln sich Michael Romanschek, Frank Raudnitschka von der Feuerwehr Nichtewitz, Conrad Ruben von den Kameraden aus Blumberg, Bürgermeister und Andreas Braune vom SV Arzberg. Genau 1242,90 Euro waren beim Benefizspiel der Spielgemeinschaften Beilrode/Arzberg gegen Züllsdorf/Uebigau/Herzberg zusammengekommen. "Als das Testspiel anstand, wollten wir nicht auf dem Platz bei guter Laune und Getränken zusammenkommen, während unsere Feuerwehrleute Tag und Nacht den großen Waldbrand bekämpfen", erklärt Braune. Aus diesem Grund entstand gemeinsam mit Trainer Patrick Bader die Idee, ein Benefizspiel zu veranstalten. Über die Sozialen Netzwerke verbreitete sich die Aktion schnell, sodass 250 Zuschauer kamen und spendeten. "Ein großer Dank geht auch an den TSV Schildau, der bei seinem Spiel 200 Euro für unseren guten Zweck sammelte." Die Freude bei den Wehrleitern ist groß, als das Spendenglas überreicht wird. "Wir sind überwältigt von der Großzügigkeit. Das ist für uns nicht selbstverständlich. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man weiß, dass man so geschätzt wird", erklärt Romanschek. Das Geld soll für die Kameradschaftspflege genutzt werden. "Wir wollen einen schönen Abend oder Ausflug mit den Familien organisieren. Auch die stecken oft zurück, wenn wir im Einsatz sind. Es ist wichtig, dass das Miteinander erhalten bleibt, denn die Kameradschaft ist das Wichtigste bei der Feuerwehr."

Etwa eine Stunde später atmet auch Geert Brandtner auf, denn der befreundete Musiker Henning Munk und seine Bandkollegen sind endlich in Kathewitz angekommen. Zeit für Soundcheck oder Umziehen bleibt nicht. Um die Geduld der Gäste nicht weiter auf die Probe zu stellen, geht es sofort auf die Bühne. Bei mäßiger Beleuchtung aber hervorragender Stimmung wurde bis 23 Uhr Dixieland gespielt. "Es war ein wunderbarer Abend. Alle 160 Gäste waren begeistert und niemand hat sich über das Warten beschwert", zieht Brandtner Resümee. Eigentlich wollte der pensionierte Chef der Agrargenossenschaft zum allerletzten Mal den Jazz-Abend veranstalten. Doch weil nach drei Jahren Pause Musik, Gäste, Kulisse und Stimmung so gut waren, streut er Hoffnung auf ein Comeback im nächsten Jahr. "Es war zu gut, um jetzt aufzuhören. Wahrscheinlich werden wir unsere dänischen Freunde noch einmal im Frühling bei uns begrüßen."

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