Montag, 29. August 2022

Österreicherin taucht in Wildschütz Landesrekord

Die Österreicherin Christin Gerstorfer bei der Vorbereitung auf ihren ersten Rekordtauchgang am Samstag. Die Flossen brachten die Taucherin lediglich auf Position. Herunter ging es dann ohne. (Christian Wendt)

von Christian Wendt

Wildschütz. Christin Gerstorfer knackt im Steinbruchsee die alte Rekordmarke gleich zwei Mal.

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

Wildschütz Christin Gerstorfer hat es geschafft: Gleich zweimal verbesserte sie am Wochenende in Wildschütz den österreichischen flossenlosen Rekord im Apnoetauchen (ohne Druckluftflasche) der Frauen.

Zwei Meter tiefer

Große Freude bei der 23-Jährigen aus dem Ort Baden. Nachdem sie bereits am Samstag mit 40 Metern zur Rekordhalterin avancierte (der alte Rekord lag bei 38 Metern), legte sie einen Tag später noch einmal kräftig nach. Gerstorfer schraubte die Bestmarke um weitere fünf Meter tiefer. Erleichterung nicht nur bei der Sporttaucherin sondern auch bei deren Mutter Inge. Diese war mächtig stolz auf ihre Tochter, die sich zuvor eine Woche lang intensiv vor Ort auf den großen Moment vorbereitete. Gleichwohl war der Notfallmedizinerin die Spannung anzumerken, als am Samstagnachmittag auf ihr Kind die Tiefen des Steinbruchsees warteten.

Das Talent fürs Tauchen schälte sich bei Christin Gerstorfer schon in jungen Jahren heraus, als sie mit 12 Jahren während eines Segelurlaubs in der Türkei die einzige gewesen war, die die Ankerkette eines Boots in 18 Metern Tiefe habe kontrollieren konnte und dadurch die Crew in eine ruhige Nacht schickte.

Schon drei Jahre später knackte Christin ohne Hilfsmittel die 30-Meter-Marke. Mit 17 Jahren begann sie schließlich mit Zertifizierungen und Kursen ihre sportliche Laufbahn im Bereich Apnoetauchen. Workshops bei prominenten Freitauchern und Reisen zu Freediving Spots wie Hawaii und Malediven bestimmen ihr Leben. Heute ist sie Assistant Instructor und möchte mit sportlichen Leistungen ihre Grenzen ausloten.

Tourismus lockt

Wenn sie einmal keinen Neoprenanzug übergestreift hat, studiert sie in Wien Tourismusmanagement. Erste praktische Erfahrungen konnte sie bei der Organisation internationaler Ärztekongresse sammeln.

Nach Angabe von Organisator Daniel Weißhoff sollten ursprünglich bis zu 25 Österreicherinnen in Wildschütz auf Rekordjagd im Apnoetauchen gehen. Dieses Großereignis habe jedoch mangels Anmeldezahlen abgesagt werden müssen. Dass sich Christin Gerstorfer nicht beirren ließ und ihre gezielte dreimonatige Vorbereitung nun zu einem krönenden Abschluss brachte, freut daher Weißhoff, der als einer von zwei Wettkampfrichtern beide Rekordtauchgänge bestätigte, um so mehr.

Potenzial erkannt

Wolfram Neugebauer aus Berlin, der die Österreicherin auf den Rekord vorbereitete, freute sich gleich mit. "Wolle" lernte die Sportlerin erst im vergangenen Jahr kennen und erkannte sofort das Potenzial der Österreicherin. "Das Apnoe-Tauchen hat weniger mit Kraft und Physis zu tun. In Dunkelheit und Kälte ist es vielmehr eine mentale Herausforderung", erklärte der Coach. "Während in anderen Sportarten Adrenalin dazu führt, die Leistung der Sportler zu pushen, drückt es bei uns den Puls nach oben. Beim Tauchen ist das hinderlich." Hier gelte es, entspannt zu sein - und vor allem den Freefall zu genießen. Dies ist jener Punkt, an dem das Wasser dem Taucher keinen Auftrieb mehr verleiht und die Schwerkraft die Oberhand gewinnt. Grund ist, dass die Atemluft mit zunehmender Tiefe und steigendem Druck immer stärker komprimiert wird. Das Volumen der Lunge ist dann so gering, dass der Auftrieb nicht mehr in der Lage ist, den Taucher wieder nach oben treiben zu lassen.

Für Christin Gerstorfer ist das Apnoetauchen wie Meditation. Unter Wasser herrsche absolute Stille, beschreibt sie den Grund ihrer Begeisterung. Dennoch müsse man sich stets der lebensbedrohlichen Gefahren im Klaren sein. Doch für diese Dinge ist nach den beiden geglückten Rekordversuchen am Wochenende erst einmal kein Platz. Der Steinbruchsee in Wildschütz gilt europaweit als hervorragendes Tauchareal.

Sie interessieren sich für das Neueste aus Torgau und der Region? Dann bestellen Sie den Newsletter "Darüber wird morgen gesprochen"! Der kommt jeden Abend per E-Mail und bringt die wichtigsten Themen des nächsten Tages mit. >> Hier können Sie ihn bestellen.


Jetzt kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

Wir-packens-an

epaper

 

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
 

Aktuelle Bildergalerien


Wirtschaftsmagazin

Abenteuer Tiefschnee

AKTIONEN

Newsletter

Festtagsmagazins

Torgau-Plus

Riesenmagazin

Oschatz-Magazin

Azubi-Expo-Digital

INFOS & EMPFEHLUNGEN

laga