Freitag, 2. September 2022

Blau für mehr Aufmerksamkeit entlang der Bundesstraße 87 und 182

Torsten Walter (l.) und Uwe Kersten mit einem blau markierten Leitpfosten. (Christian Wendt)

von Christian Wendt

Mockrehna/Neiden. Die Polizei will mit Markierungen Autofahrer sensibilisieren und somit die Anzahl der Zusammenstöße mit Wild nach unten drücken.

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Mockrehna/Neiden Aufmerksamen Kraftfahrern auf der B 87 sowie auf der B 182 sind diese Markierungen an den Leitpfosten mit Sicherheit schon aufgefallen: Zwischen Mockrehna und Doberschütz sowie zwischen Welsau und Neiden soll die Farbe Blau künftig auf Gefahren von wechselwilligem Wild hinweisen. Am Donnerstag waren zudem auffällige Plantafeln von der Firma B.A.S. errichtet worden. Am Freitag hatte die Polizeidirektion Leipzig schließlich zur Vorstellung des Projekts nach Doberschütz geladen.

Zwei Teststrecken

Dass ausgerechnet die vier beziehungsweise drei Kilometer langen Abschnitte auf der B87 und der B182 für das gemeinsam mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr erdachte Pilotprojekt in Frage kamen, hat handfeste Gründe: Zwar ist die Gesamtzahl der Zusammenstöße mit Reh und Co. auf den Straßen des Polizeireviers Torgau seit 2015 Jahr für Jahr zurückgegangen (2015: 364; 2021: 280). Doch nach Angabe von Polizeihauptkommissar Torsten Walter trifft dies nicht auf die B182 und schon gar nicht auf die B87 zu.

Für das vergangene Jahr weist die Statistik auf dem B182-Abschnitt sieben Wildunfälle aus. 2019 waren es sogar 13. Eine Person war 2019 leicht verletzt worden. Der B87-Abschnitt toppt die Unfallhäufigkeit noch um Längen: Zehn Unfalle 2021 - vorrangig Schwarzwild -, jeweils 15 in den vorangegangenen beiden Jahren und aktuell schon wieder zehn.

Mit den Hinweistafeln sowie den blau markierten Pfosten sollen Kraftfahrer für das vergleichsweise hohe Wildunfall-Risiko ab sofort noch besser sensibilisiert werden. "Die Erfahrung zeigt, dass Autofahrer ihre Fahrweise kaum von den herkömmlichen Wildwechsel-Schildern abhängig machen", sagt Uwe Kersten vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Deswegen auch der Versuch, neben den großen stationären Hinweistafeln immer dort mit blauen Markierungen zu arbeiten, wo sich im zurückliegenden Jahr ein Unfall ereignete. Das bedeutet, dass nach einem Jahr ohne Unfall die Markierung am Pfosten auch wieder verschwindet. "Wir setzen auf diese Dynamik", hofft Torsten Walter. Hoffnung, dass er vor allem in den herbstlichen Früh- und Abendstunden nicht mehr so viele Meldungen über tot- oder auch angefahrenes Wild erhält, hegt derweil auch Jagdpächter Wolfgang Vieres.

Wissenschaftlich begleitet wird das Ganze übrigens durch die List-Gesellschaft für Verkehrswesen und ingenieurtechnische Dienstleistungen mbH. Wie deren Mitarbeiterin Laura von Burski in Doberschütz erklärte, werden nun über drei Jahre Daten an den Problemabschnitten erhoben. So wird es neben der Erfassung der Unfallzahlen auch regelmäßige Geschwindigkeitsmessungen geben. Letztere hatte es verdeckt bereits vor der Inbetriebnahme der beiden Probestrecken gegeben. Die nun möglichen Vergleichswerte sollen Grundlage dafür sein, die Wirksamkeit der Maßnahme abschätzen zu können.

Teure Zäune

Zuverlässige Aussagen darüber, Tiere durch Duft, Lärm oder beispielsweise auch Warnreflektoren vom Überqueren der Straßen abzuhalten und somit das Wildunfallrisiko zu drücken, können nach Aussage Torsten Walters bislang nicht getroffen werden. Durchgängige Wildschutzzäune an hochfrequentierten Straßenabschnitten seien indes sehr kostspielig.

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