Mittwoch, 7. September 2022

Dommitzsch gründet wieder einen kommunalen Bauhof

Luftaufnahme von Dommitzsch. (TZ-Archiv)

von Nico Wendt

Es war ein Wahlversprechen. Nun macht Neu-Bürgermeister Bernd Schlobach Nägel mit Köpfen und gründet einen städtischen Bauhof. Warum das für Dommitzsch wichtig sei, erklärt er.

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Dommitzsch Die Weichen sind gestellt: Dommitzsch soll wieder einen eigenen Bauhof bekommen. Neu-Bürgermeister Bernd Schlobach hatte seine Stadträte am Montag in öffentlicher Sitzung um eine Grundsatz-Entscheidung gebeten und die Volksvertreter standen ausnahmslos hinter dem Ansinnen. Ohne Gegenstimme und ohne Enthaltung ging der Beschluss ins Protokoll ein. Selbst eine intensive Diskussion blieb aus. Die Details sind jetzt in den kommenden Wochen zu klären. Dann wird man auch erst einen genauen Überblick haben, was das Ganze kostet.

Beste Variante für die Stadt

Immer wieder mal machte das Thema in den vergangenen Jahren in Dommitzsch die Runde. Bis 2005 gab es in der Gänsebrunnenstadt einen kommunalen Bauhof. Dann erfolgte die Auflösung. Viele Aufträge wie Winterdienst und Pflege von Grünanlagen wurden an private Unternehmen und Dienstleister vergeben. Bernd Schlobach selbst übernahm seinerzeit mit seiner Firma ADR ein bestimmtes Aufgaben-Spektrum im Auftrag der Kommune. Mit seinem Wahlerfolg im Juni stand aber gleichzeitig fest, dass er ADR nicht fortführen wird. "Das Unternehmen wird zum Jahresende geschlossen", sagte er. Nun müsste man alles neu ausschreiben. "Man kann locker davon ausgehen, dass sich die jährliche Summe von 72 000 Euro verdreifacht", spielte das Oberhaupt auf die Kosten für die Stadt an. Auch seine Mitbewerber im Wahlkampf hätten das Ziel genannt, wieder einen kommunalen Bauhof zu schaffen. "Dann können wir endlich agieren, nicht mehr nur reagieren", unterstrich Schlobach. Es sei derzeit die beste Variante, die man als Stadt "fahren" könne.

Auf Nachfrage von Andreas Lobert bezüglich des Zeitpunktes erklärte der Bürgermeister, dass der jetzige Grundsatzbeschluss besonders für die Kämmerei wichtig sei, um das nötige Personal im Stellenplan zu berücksichtigen. Alles weitere soll dann in den folgenden Schritten geklärt werden. Fest steht aber, dass die erwähnten 72 000 Euro pro Jahr auch mit eigenem Bauhof nicht zu halten sind. In der ersten Phase wolle man mit zwei Kräften arbeiten, später sollen drei dazu gehören.

Stellenplan in Arbeit

Im Gespräch mit TZ wurde der Bürgermeister noch etwas deutlicher. "Wir möchten den neuen Bauhof ab 1. Januar 2023 ins Leben rufen. Dann sollen alle städtischen Aufgaben von eigenen Mitarbeitern übernommen werden wie Pflege von Grünanlagen, Winterdienst, Hausmeisterdienste in Schule und Kita, bestimmte Reparatur- und Wartungsmaßnahmen und so weiter." Sobald ein Stellenplan vorliegt, starten die Ausschreibungen. Man fange nicht völlig bei Null an, was Technik betrifft. Wichtige Geräte wie Rasentraktor, Rasenmäher, Kettensäge und Werkzeuge, die zuletzt von ABM-Kräften genutzt wurden, lagern in Garagen der Kommune wie zum Beispiel auf dem Grundstück der Feuerwehr.

"Von meiner Firma ADR, die vier Mitarbeiter hatte, wird aber nichts übernommen", betonte Schlobach auf TZ-Nachfrage. Weitere Technik, die noch für einen kommunalen Bauhof anzuschaffen ist, muss in den Haushalt 2023/24 eingeordnet werden. "Wir sind so ziemlich die einzige Kommune in der Region, die keinen Bauhof hat. Somit muss bei jeder Kleinigkeit eine Firma beauftragt werden, sei es nur für das Reinigen von Gullys nach einem Starkregen, für die Mahd an einem Bach oder zum Beräumen eines umgekippten Baumes. Diese Kosten haben sich mehr und mehr ins Unermessliche gesteigert", so der Gemeinde-Chef. Dies soll sich wieder in einem überschaubaren Rahmen bewegen. "Auch andere Kommunen fahren sehr gut damit." 

Gemeinsamer Bauhof später?

Zuletzt habe er sich in Belgern/Schildau und in Mockrehna informiert. Das Gründen eines gemeinsamen Bauhofes in der Verwaltungsgemeinschaft mit Trossin und Elsnig, wie es vor Jahren mal diskutiert wurde, sei laut Schlobach im Moment kein Thema. Darüber könne man vielleicht mittelfristig nachdenken, wenn Dommitzsch selbst etwas einzubringen habe.

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