Freitag, 9. September 2022

Bauern klagen über schlechte Silomais-Ernte in Nordsachsen

Die Silomais-Ernte läuft im Raum Torgau seit Ende August. (Nico Wendt)

von Nico Wendt

Die Silomais-Ernte bringt in diesem Jahr schlechte Ergebnisse für die nordsächsischen Landwirte. Warum die Situation trotzdem nicht so dramatisch ist wie im Dürrejahr 2018, lesen Sie hier

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Torgau Die Silomais-Ernte hat in diesem Jahr wesentlich früher begonnen als normal üblich. Grund war die lang anhaltende Trockenheit. So fingen die ersten Betriebe schon Mitte beziehungsweise Ende August damit an, ihre Bestände nach und nach vom Feld zu holen. "Die Ergebnisse sind schlecht und nicht zu vergleichen mit 2021", schätzt Christine Richter, Geschäftsführerin des Regionalbauernverbandes, ein. Man könne es auch im Raum Torgau gut sehen: Die Kulturen sind klein, die Mais-Pflanzen wirken teilweise vertrocknet. Selbst wenn Blattmasse vorhanden ist, gibt es viel weniger Kolbenentwicklung als gewohnt. Manche Standorte in Nordsachsen hätten im Sommer etwas mehr Regen abbekommen. Dort sind die Folgen weniger drastisch. Andere Regionen waren von der Trockenheit arg gebeutelt. "Alles in allem ist die Situation aber nicht so angespannt wie im Dürre-Jahr 2018. Das liegt auch daran, dass viele Landwirte in der vergangenen guten Erntesaison reichlich Reserven einlagern konnten", so Christine Richter. Sie vermutet, dass zum jetzigen Zeitpunkt schon etwa die Hälfte der Silomais-Flächen im Landkreis abgeerntet sind. Wenn das Wetter mitspielt, könnten die Arbeiten in zwei Wochen erledigt sein. Silomais ist eine wichtige Futterpflanze, spielt vor allem bei der Rinderhaltung eine große Rolle. Die Ernte erfolgt mit Feldhäcksler: Es wird die ganze Maispflanze in etwa 5 bis 50 Millimeter kleine Stücke zerkleinert. Anschließend kommen die Maishäcksel in sogenannte Fahrsilos. Nach dem Einbringen erfolgt das Verdichten - oft mit Hilfe schwerer Fahrzeugtechnik. Die Pflanzenmasse wird unter einer Folie luftdicht abgedeckt und bis zur Verwendung eingelagert. Durch den in der Masse enthaltenen Restzucker der Maispflanzen und den Sauerstoffmangel beginnt eine Milchsäuregärung, die die Silage ansäuert und dadurch haltbar macht. So haben die Betriebe hochwertige Futterreserven für den Winter. Rund neun bis zehn Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen in Nordsachsen werden mit Silomais bestellt. Es ist die wichtigste Anbaukultur nach Weizen, Gerste und Raps. Der Körnermais wiederum wird später - meist zwischen Ende September und Ende November - geerntet. Hier müssen erst die Kolben richtig ausreifen und es kommt wie beim Getreide ein Mähdrescher zum Einsatz, um die goldgelben Körner zu gewinnen.

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