Freitag, 9. September 2022

So geht es mit der Torgauer Erdgastankstelle weiter

Blick auf die Erdgastankstelle in Torgau. (Thomas Manthey)

von Bärbel Schumann

Die Schließung der Erdgastankstelle in Torgau ist vom Tisch. Der Aufsichtsrat hat entschieden: Die Torgauer Stadtwerke werden sie voraussichtlich bis Ende 2023 betreiben. Aber was wird danach? Dazu gibt es erste Überlegungen.

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Torgau Die Besitzer von mit Erdgas betriebenen Fahrzeugen können vorerst aufatmen. Die Mitglieder des Aufsichtsrates der Torgauer Stadtwerke haben der Schließung der Erdgastankstelle in Torgau nicht zugestimmt. Die Schließung ist damit erst einmal vom Tisch. Die Stadtwerke Torgau wollen die Tankstelle in der Eilenburger Straße voraussichtlich bis Ende 2023 weiter betreiben. "Wir haben vorerst eine Lösung für die Erdgas-Fahrer in und um Torgau gefunden", berichtet Renate Mühlner, Geschäftsführerin der Stadtwerke.

Schon jetzt ist jedoch klar, dass eine Preissteigerung unumgänglich ist. Einerseits um den stark gestiegenen Beschaffungspreis und andererseits die hohen Wartungs- und Instandhaltungskosten für die Tankstelle abdecken zu können. Ab 1. Oktober greifen die neuen gesetzlichen Gasumlagen, sodass der Preis an der Zapfsäule dann 1,919 Euro pro Kilogramm betragen wird. Ab 1. Januar wird der Preis pro Kilogramm Erdgas auf 2,449 Euro steigen. "Im Laufe des nächsten Jahres müssen wir Bilanz ziehen und die Zahlen erneut auf den Prüfstand stellen", so Mühlner weiter. "In diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist ein einigermaßen kostendeckender Betrieb der Tankstelle die Voraussetzung für eine Laufzeit-Verlängerung."

Nach Recherchen ging die Zahl der Nutzer dieser Tankmöglichkeit in den letzten beiden Jahren erheblich zurück. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Stadtwerke zwar die Tankstelle aufgeben, bis Ende 2023 jedoch intensiv nach einer Lösung suchen, damit in Torgau auch darüber hinaus dieser Treibstoff angeboten wird. Demnach könnte ein anderer Betreiber den Tankstellenbetrieb übernehmen.

Andere Stadtwerke wie die in Delitzsch haben ihre Erdgastankstelle bereits an andere Betreiber übergeben. "Im Mai haben wir uns von unserer Erdgastankstelle getrennt, weil wir als Unternehmen auf andere Schwerpunkte wie das Wachstum der E-Mobilität setzen", so Robert Greb, Geschäftsführer der Delitzscher Stadtwerke. Mit dem niederländischen Unternehmen OrangeGas, das 2008 zur nachhaltigen Mobilität in den Niederlanden ausschließlich für den Betrieb von Tankstellen mit alternativen Kraftstoffen gegründet wurde, fand sich eine Lösung.

Immerhin betreibt das niederländische Unternehmen inzwischen auch in Deutschland und Schweden derartige Tankstellen. Ende 2015 betrieb OrangeGas 65 Bio-CNG-Tankstellen und war damit Marktführer in den Niederlanden. Zu dieser Zeit lieferte OG als einziges Unternehmen in den Niederlanden 100 Prozent Bio-CNG. Ende 2017 startete das Unternehmen in Deutschland. Zum Jahresende 2021 stand der Zähler bereits bei 120 Tankstationen in Deutschland. Seitdem wuchs die Zahl weiter. Mit der Übernahme der Delitzscher Erdgastankstelle wird durch den Einsatz von Biomethan das Tanken umweltfreundlicher als bisher. Hätte sich damals kein anderer Betreiber für die Erdgastankstelle in Delitzsch gefunden, hätten die Stadtwerke Delitzsch nach eigenen Angaben diese Tankmöglichkeit weiter betrieben.

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