Montag, 12. September 2022

Wildschwein verwüsten Wiesen und Grundstücke in Torgau

Für Karl-Friedrich Potzelt sind die Wildschweine ein leidiges Thema. Jedes Jahr verwüstet das Schwarzwild seine Wiesen am Großen Teich. In den kommenden Wochen rechnet der Landwirt mit großflächigen Schäden. (Laura Krugenberg)

von Laura Krugenberg

Der trockene und heiße Sommer hat die Wildschweine in diesem Jahr schon früher an den Großen Teich bei Torgau getrieben. Jetzt sorgen sie dort für Unruhe und erste Schäden bei Grundstücksbesitzern. Diese fragen sich nun, warum die Bejagung noch nicht angefangen hat.

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Torgau Der Sommer ist kaum vorbei und schon stehen Landwirte und Grundstücksbesitzer um den Großen Teiche wieder vor einem Problem - die Wildschweine verwüsten auf Nahrungssuche große Flächen und verursachen dadurch immense finanzielle Schäden. "Das ist aktuell nur der Anfang. In wenigen Wochen werden die Wildschweine ganze Wiesen umgraben. Ich rechne mit mehreren 1000 Euro an zusätzlichen Kosten", schätzt Landwirt Karl-Friedrich Potzelt.

Was den Landwirt aber in diesem Jahr noch mehr ärgert als die Wildschweine, sind die Kleingärtner. Denn die entsorgen rund um den Großen Teich ordnungswidrig Gartenabfälle. "Dadurch werden die Schweine noch mehr angelockt. Weil diese aber auch tierisches Eiweiß brauchen, graben die Tiere dann auf den Wiesen nach Würmern und dergleichen."

Laut Potzelt werden die Wildschweine derzeit von Gartenabfällen angelockt, die Kleingärtner ordnungswidrig am Großen Teich entsorgen. (Laura Krugenberg)

Eigentlich sorgt das Schwarzwild erfahrungsgemäß erst ab Oktober für Unruhe, berichtet Betroffener und Freizeitparkbesitzer Peter Schneider. Doch in diesem Jahr sind die Tiere bereits seit Ende August in dem bewohnten Gebiet anzutreffen. Das liegt auch an dem extrem trockenen Sommer, weiß Lutz Czirpka, Vorsitzender des Jagdverbands Torgau: "In diesem Jahr hat die Ernte früher begonnen, die das Wild aus den Feldern treibt. Zudem sind gerade Wildschweine auf Wasser angewiesen, weil sie sich durch suhlen herunterkühlen und rund um den Großen Teich gibt es dafür viele Stellen."

Peter Schneider zeigt auf zum Teil tiefe Furchen auf dem Weg des Freizeitparks. Seit August wüten laut dem Grundstückbesitzer hier schon die Wildschweine. (Laura Krugenberg)

Weil die Stadtverwaltung und die Betroffenen schon seit Jahren das Wildschwein-Problem nicht in den Griff bekommen, hat die Jagdpachtgemeinschaft des Gemeinschaftlichen Jagdbezirkes Torgau Anfang des Jahres eine Sondergenehmigung der Unteren Jagdbehörde erhalten. Seitdem darf nun in dem befriedeten Gebiet gejagt werden. Zäune, Vergrämungsmittel und Lebendfallen zeigten in der Vergangenheit wenig Wirkung. Die letzte Möglichkeit: Unruhe in das Gebiet zu bringen. Denn Schwarzwild ist sogenanntes Kulturvolk, sprich, sie passen sich an urbane Räume an und haben wenig Scheu vor Menschen. Doch die Tiere sind auch sehr lernfähig und merken sich, wo Gefahr, beispielsweise durch Jäger, lauert. 

So könnte auch die Lebendfalle am Großen Teich ausgesehen habe. Diese steht in einem Waldgebiet bei Ueckermünde. In Torgau erwiesen sich erste Versuche nicht als effektiv weshalb man die Fallen wieder abbaute. (Katja Richter)

"Wurde denn überhaupt schon mit der Bejagung begonnen?", fragt Schneider. Auch im Freizeitpark Hartenfels wütete das Wild bereits. Doch die Jäger mahnen zur Geduld: "Wir müssen die Situation beobachten und können ja nicht das gesamte Schwarzwild wegschießen", so Dieter Koch von der Jagdpachtgemeinschaft. Aus seiner Sicht sind die Wildschweine noch nicht richtig aktiv und die Population in den letzten Jahren ohnehin geschrumpft: "So wenig Wildschweine haben wir noch nie geschossen. Selbst in den großen Maisfeldern ist man kaum auf eins getroffen", erklärt er. Das bestätigt auch der Torgauer Jagdverband.

Ob das auch für weniger Unruhe am Großen Teich sorgt, bleibt laut den Jägern abzuwarten. "Wenn die Wildschweine wieder vermehrt angreifen, werden wir dort auch jagen", so Koch.

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