Freitag, 16. September 2022

Kritik an Zuständen in Mockrehnas Wohnblöcken

Viele in den Blöcken lebende Wohnungseigentümer sind mit dem Wohnumfeld mehr als unzufrieden. (Christian Wendt)

von Christian Wendt

Betroffene Wohnungseigentümer fühlen sich im Stich gelassen. Ihre Kritik richtet sich gegen überbelegte Mieterwohnungen, Lärm und Dreck. Ein Krisengipfel vor zwei Jahren sei spurlos verpufft, heißt es.

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Mockrehna "Ich schäme mich, in meiner Wohnung Besuch zu empfangen." Der sonnige Nachmittag will nicht so recht zum Gemüt von Rainer Honecker und den weiteren knapp 20 Männern und Frauen passen. Ihr Wohnumfeld rund um die vier großen Wohnblöcke an der B 87 stinkt den Mockrehnaern gewaltig. Gegenüber der Heimatzeitung machten sie ihrem Unmut über unhaltbare Zustände Luft. Ihr Ärger kocht auch deshalb, weil sich am Zustand seit einer Krisensitzung im Herbst 2020 - damals hatte Bürgermeister Peter Klepel (parteilos) ins Gerätehaus der Feuerwehr eingeladen - nichts geändert hat. Nicht wenige der Anwesenden, die diesbezüglich von einem PR-Gag sprechen.

Klepel wiederum gab sich ob des neuerlichen Unmuts überrascht. Allerdings könne er nicht viel mehr tun, als zu versuchen, alle Beteiligte erneut an einen Tisch zu bringen. Die privaten Eigentumsverhältnisse ließen ihm keinen anderen Spielraum. Ortsvorsteher Bernhard Wagner (CDU) hat Verständnis für die von den Bürgern vorgebrachte Kritik. Doch auch er verweist auf die Zuständigkeiten.

Bewohner Norbert Radtke zieht einen Vergleich zu der Situation rund um die beiden Problemblöcke in Torgau Nordwest. "Es ist furchtbar hier", sagt der langjährige Feuerwehrmann mit Blick auf Müllecken und Lärm - Letzterer vielfach bis in die späten Abendstunden hinein. Dazu komme, dass viele der Mietwohnungen mehrfach überbelegt seien. Nach Angabe Rainer Honeckers gibt es Zwei-Raum-Wohnungen, in denen sich bis zu zwölf Menschen - zumeist aus Bulgarien und Rumänien - aufhielten. Mache man mal den Mund auf und sage etwas, komme die unmissverständliche Antwort, dass man sich nicht an deutsche Gesetze halten werde. Dazu die Probleme mit Alkohol.

Für Honecker war der im Oktober abgehaltene Krisengipfel nach einem im August für Aufsehen sorgenden offenen Brief ein Schuss in den Ofen. Noch gut erinnere er sich an die Worte Christian Borchers von der Gräfendorfer Geflügel- und Tiefkühlfeinkost Produktions GmbH, der damals versicherte, dass er Druck machen werde, dass Veränderungen in Gang gebracht würden. Doch nichts sei besser geworden. "Der Frust sitzt bei uns sehr tief", beschreibt der Mockrehnaer die Situation gerade jener Leute, die vor Jahren ihre Wohnung als vermeintliche Altersvorsorge kauften. Doch viele Eigentümer hätten immer tiefere Sorgenfalten. So zum Beispiel Maria Fränkel. Sie lebt erst seit drei Jahren hier, ist damals mit ihrem Lebensgefährten zusammengezogen. "Ich weiß gar nicht, was wäre, wenn wir unsere Gärten nicht hätten", sagt sie. Wenigstens hier finde sie Ruhe. Das Leben im Block sei hingegen ein Tohuwabohu. Dazu komme, dass Kinder nicht einmal eine Spielmöglichkeit hätten. Ein Sandkasten sei doch das Mindeste, hieß es aus dem Rund der aufgebrachten Bürger.

 

Rainer Honecker machte bereits 2020 während eines Krisengipfels im Gerätehaus Mockrehna auf die Missstände im Wohnumfeld der Blöcke aufmerksam. Seit dieser Zeit habe sich jedoch nichts geändert, monierte er. (Christian Wendt)

 

Die TZ wandte sich schriftlich an die beiden großen Ansprechpartner vor Ort. Die Treureal Property Management GmbH ist Verwalter der Wohnungseigentümergemeinschaft, die Vivet Immobilien AG ist für Mieter Ansprechpartner. Während von der Vivet eine Antwort noch aussteht, meldete sich von der Treureal eine Mitarbeiterin, die seit vier Jahren mit der Situation vor Ort bestens vertraut ist. "Es ist nicht einfach", räumte diese ein. Auf der kommenden Sitzung der Eigentümergemeinschaft werde man darüber sicherlich auch noch einmal sprechen. Allerdings habe die Treureal bereits vieles versucht, die Missstände im Zaum zu halten - angefangen bei der Organisation von Sperrmüllsammlungen, der Beschilderung von Parkplätzen oder beispielsweise auch durch eine vollkommen überarbeitete Hausordnung. Vor allem die Hausnummer 44 stelle derzeit das größte Problem dar. Hier gelinge es auch kaum, in direkten Kontakt zu den Mietern zu treten. Die Kritik am Nichtvorhandensein eines Spielplatzes wies sie zurück. Schließlich sei es die Eigentümergemeinschaft gewesen, die die Hand zur Stilllegung gehoben habe.

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