Freitag, 16. September 2022

Drei Länder, ein Problem: Petition für neue Löschtechnik in Beilrode unterzeichnet

Sie halten in Notlagen länderübergreifend zusammen und wünschen sich jetzt eine bessere technische Ausrüstung bei Waldbränden: René Vetter aus Beilrode (re.), Herold Quick (Verbandsgemeinde Liebenwerda, mi.) und Stefan Schmidt aus Annaburg (li.). (Silke Kasten)

von Silke Kasten

Nach den verheerenden Waldbränden in diesem Jahr und 2020 machen sich die Bürgermeister von Beilrode, Liebenwerda und Annaburg für ein länderübergreifendes Pilotprojekt stark: Sie wünschen sich neue Waldbrand-Tanklöschfahrzeuge, um im Ernstfall besser gerüstet zur Stelle zu sein.

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Beilrode "Wenn wir schlagkräftiger gewesen wären, dann wäre es vielleicht nicht zur Katastrophe gekommen", stellt Verbandsgemeindebürgermeister Herold Quick aus Liebenwerda fest. "Jede Minute zählt. Und die nötige technische Ausrüstung." Deshalb beantragen drei Bürgermeister im Dreiländereck Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt jetzt gemeinsam die Anschaffung neuer Waldbrand-Tanklöschfahrzeuge, die sie in der Nähe der Ländergrenzen stationieren wollen. "Es ist ein Pilotprojekt", so Vetter. "Aber Waldbrände machen ja nicht an Ländergrenzen halt, wie wir 2020 und 2022 gesehen haben."

In Beilrode unterzeichnete Vetter jetzt mit seinen Kollegen Quick und Stefan Schmidt, Bürgermeister der Stadt Annaburg, die Petition an die drei Innenminister von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Konkret wünschen sie sich die Anschaffung neuer Waldbrand-Tanklöschfahrzeuge, die in Beilrode, Uebigau (Brandenburg) und Annaburg (Sachsen-Anhalt) stationiert werden könnten.

Dabei handelt es sich um Fahrzeuge, die speziell für den Einsatz in unwegsamen Waldgebieten konzipiert sind: Sie verfügen über Allrad-Antrieb, sind geländetauglich und flacher als normale Tankfahrzeuge, um unter Bäumen gut voranzukommen. Zudem verfügen sie zum Selbstschutz über einen "Wasserbalken", der in brennendem Terrain vor einem Übergreifen der Flammen auf das Fahrzeug schützt. Der Tank umfasst knapp 5000 Liter Wasser sowie 180 Liter Schaum. Kostenpunkt: etwa 400 000 Euro pro Fahrzeug.

"Wir profitieren ja hier alle davon, dass unsere Feuerwehren aus Freiwilligen bestehen, die auch schnell zur Stelle sind", sind sich die drei Bürgermeister einig. "Aber dann sollte man ihnen wenigstens die Technik zur Verfügung stellen, die sie brauchen."

In ihrem Schreiben an die Innenminister verweisen die Bürgermeister darauf, dass sie sich gegenseitig schon Hilfe im Brand- und Katastrophenfall zugesichert haben. "Oft sind die Kollegen auf der anderen Seite der Ländergrenze einfach schneller am Einsatzort", so Vetter. Beispiel: Brennt es in Löhsten, ist die Feuerwehr Döbrichau rascher zur Stelle als die Kollegen aus Falkenberg. Diesbezügliche Vereinbarungen zwischen den Kommunen hätten sich als "sehr hilfreich" erwiesen.

Vetter hat noch ein weiteres Anliegen. So wünscht er sich, dass die Erfahrungen während der jüngsten Brandkatastrophe bei der Überarbeitung des sächsischen Brand- und Katastrophenschutzgesetzes berücksichtigt werden. Konkret hofft er, dass ähnlich wie in Brandenburg künftig auch in Sachsen ein "Großschadensereignis" ausgerufen werden kann.

Was bedeutet dies? "Wird eine Großschadenslage ausgerufen, hat sofort der Landrat das Sagen", erläutert Quick. Konkret seien in Brandenburg sofort Krisenstäbe mit Vertretern von Kommunen, Kreis, Feuerwehr und Bundeswehr einberufen worden, dazu kam ein direkter Draht zum Innenministerium in Potsdam. "Das ist ein großer Vorteil, weil wir so zum Beispiel sehr schnell die Bundeswehr mit entsprechender Technik mobilisieren konnten."

Auf sächsischer Seite habe die Gemeinde Beilrode dagegen mehr oder weniger allein die Verantwortung getragen, so Vetter. Die Alternative wäre gewesen, dass das Landratsamt Nordsachsen den Katastrophenfall ausruft. "Wir bräuchten in Sachsen auch so ein Instrument wie den Großschadensfall, damit wir als Kommune mehr Unterstützung erfahren", wünscht er sich.

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