Dienstag, 7. Dezember 2021
Dienstag, 13. Juni 2017

"An Emotionalität nichts verloren"

Elisabeth Kohlhaas.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Auch ohne den verhinderten Großwiger Wolfgang Sarembe, den wohl ersten Bausoldaten des Altkreises Torgau, entwickelte sich am vergangenen Donnerstag im Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Torgau eine rege Diskussion.

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Torgau. Auch ohne den verhinderten Großwiger Wolfgang Sarembe, den wohl ersten Bausoldaten des Altkreises Torgau, entwickelte sich am vergangenen Donnerstag im Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Torgau eine rege Diskussion. Knapp 20 Gäste waren gekommen. Darunter auch Torgaus CDU-Stadtverbandsvorsitzender Matthias Grimm-Over. TZ sprach über die Veranstaltung „Bausoldaten in der DDR – Waffenloser Dienst als Opposition?“ mit Elisabeth Kohlhaas vom DIZ.

TZ: Welches Fazit bleibt?
Elisabeth Kohlhaas:
Es waren kurzweilige zwei Stunden, was auch der Tatsache geschuldet war, dass ein Großteil der Besucher zu den Bausoldaten gehörte. Persönlich bin ich erstaunt darüber, wie dieses Thema für die ehemaligen Bausoldaten scheinbar nichts an seiner Emotionalität verloren hat.
 

Woran machen Sie das fest?
An der Art und Weise, wie sich die Gäste in die Diskussion mit dem Historiker Achim Beier (er hatte sich Ende 1989 sozusagen selbst aus dem Bausoldatendienst entlassen, Anm. d. Red.)  und dem Politologen Andreas Pausch einbrachten.
 

Welchen Anteil hatten Bausoldaten am Zustandekommen der Friedlichen Revolution in der DDR?
Sehr viele der bis zu 15 000 Bausoldaten hatten einen kirchlichen Hintergrund und waren gefestigte Persönlichkeiten. Sie hatten es verstanden, Protestformen zu organisieren und in die Friedliche Revolution hineinzutragen. Allerdings sollte man die Rolle jener Gruppe nicht derart überbewerten, dass man Bausoldaten als Triebfeder des gesellschaftlichen Umbruchs betrachtet.
 

Welche Rolle spielte Matthias Grimm-Over?
Als ehemaliger Totalverweigerer sprach er von seinen Erfahrungen und Problemen mit der Wehrpflicht in der ehemaligen DDR. Er konnte das Thema somit von einem ganz anderen Standpunkt beleuchten.
 

Wie viele Besucher haben sich die Ausstellung bereits angeschaut?
Gut 1000. Bis zum 16. Juli hoffen wir, dass wir die 2000er Marke noch knacken können.

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