Dienstag, 7. Dezember 2021
Donnerstag, 29. Juni 2017

Schüler stürzten sich gleich zwei Mal in Recherchen

Die Klasse 10b kümmerte sich um die Stadtgeschichte Torgaus und gestaltete mehrere Plakate zu verschiedenen Gebäuden.Foto: TZ/Leukhardt

Nick Leukhardt

Mit insgesamt zwei Projekten machten sich Zehntklässler des JWG daran, die Stadt Torgau näher kennenzulernen und einmal aus anderen Blickwinkeln zu betrachten.

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Torgau. Afghanistan, Polen, Mexiko und der Iran. Dies ist nur eine kleine Auswahl an Nationen, welche in Torgau durch Menschen aus diesen Ländern vertreten sind. Alles in allem sind es über 60 Länder, aus denen Menschen in die Elbestadt gekommen sind und dort nun friedlich zusammenleben.

Mit vier dieser zahllosen Menschen aus fremden Ländern haben sich Schüler der zehnten Klassen des Johann-Walter-Gymnasiums, im Rahmen der fächerverbindenen Unterrichts befasst. Sechs Jugendliche, die nicht mit auf die Klassenfahrt im März dieses Jahres gegangen waren und sich für das Projekt „Ankommen in Torgau“ im Rahmen des Geschichtsunterrichtes entschieden hatten, arbeiteten zusammen mit dem Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ), um sich mit einigen Zugezogenen zu treffen und deren Geschichte auf einem Plakat zu visualisieren. Und um diese Plakate auch gebührend der Öffentlichkeit präsentieren zu können, stellte das DIZ einen Raum zur Verfügung, in dem diese nun eine ganze Woche lang für interessierte Besucher ausgestellt werden.

Zwar stehen die Plakate erst seit dieser Woche zur Betrachtung bereit, die ersten Gäste gab es in der Ausstellung bereits am Freitag: die Aussteller höchstpersönlich. Drei der sechs Schüler fanden am letzten Schultag ihren Weg in das Schloss, um sich dort zum ersten Mal das anzusehen, was sie in dieser einen Woche im März produziert hatten. Und es machte sich durchaus Begeisterung in den Gesichtern der Jugendlichen breit. Die hochwertig gedruckten Textil-Plakate, die mit Schnüren von der Decke hingen und durch einen Lichtschimmer von den dahinter liegenden Fenstern durchleuchtet wurden, machten einen sehr hochwertigen Eindruck und erfüllten nicht nur die Schüler, sondern auch ihre Lehrerin, Frau Hannelore Stößer, sowie Wolfgang Oleschinski vom DIZ mit Stolz.

„Also ich muss wirklich sagen, das Projekt war mindestens genauso gut wie die Klassenfahrt“, sagt Vanessa Gutheil. „Zwar wäre ich, natürlich, dort auch gern mitgegangen, aber ich glaube, bei uns war es deutlich entspannter, und was gelernt haben wir auch noch.“ Und, was als Poisitver Nebeneffekt obendrauf kommt: Alle sechs Schüler haben durch das Projekt eine glatte Eins in Geschichte bekommen. Ob „Ankommen in Torgau“ auch in den kommenden Jahrgängen wieder in der jetzigen Form durchgeführt wird, steht bislang noch nicht fest, verrät DIZ-Leiter Oleschinski. Material wäre auf jeden Fall vorhanden. „Die Kooperation mit dem JWG im Rahmen des fächerverbindenden Unterrichts wollen wir aber auf jeden Fall fortführen.“

Bei den Menschen, die von den Schülern interviewt und anschließend porträtiert wurden, war es die bunte Mischung, die das Projekt ausmachte. So interviewte Vanessa Gutheil zusammen mit ihrer Mitschülerin Julia Preuß eine junge Flüchtlingsfrau aus dem Iran, Andy Berthold und Justin Witte wählten zwei Russlanddeutsche Torgauer aus, da sie die einzigen waren, die ein wenig Russisch sprachen. Die Vorschläge für die zu interviewenden Personen stammten dabei vom DIZ selbst, da man sich bereits im Vorfeld darüber Gedanken machte. „Das hätte den Rahmen von einer Woche gesprengt, wenn die Schüler sich die Interviewpartner erst noch hätten suchen müssen,“ sagt Wolfgang Oleschinski.

Doch „Ankommen in Torgau“ war nicht das einzige Projekt, welches die Recherche und Interviewfähigkeiten der Zehntklässler des JWGs auf die Probe stellte. Die Schüler der 10b hatten die Aufgabe bekommen, sich mit der Geschichte der Stadt Torgau und ihrer alten Gebäude auseinanderzusetzen. Der Brückenkopf, das Rathaus oder das Spielzeuggeschäft Carl Loebner waren dabei nur einige Stellen, die von den Schülergruppen im Laufe der Zeit unter die Lupe genommen wurden. Es wurden Interviews geführt, alte Fotos gesammelt und in der Stadtchronik geforscht.

„Ein wirklich beeindruckendes Projekt“, fasste es Elisabeth Kohlhaas vom DIZ in Worte, als sie die Ergebnisse das erste Mal in dem Klassenraum der 10b hängen sah. „Es ist wirklich schön zu sehen, wie viel Interesse die Schüler an der Geschichte ihrer Heimatstadt zeigen, wenn man ihnen den nötigen Anstoß dafür gibt. Einige Gruppen haben sich wirklich tief in das Thema hineingearbeitet und richtig gute Arbeit geleistet.“ Ob ein ähnliches Projekt im nächsten Jahr wiederkommt, kann Klassenlehrerin Hannelore Stößer jedoch noch nicht genau sagen. „Potenzial wäre aber auf jeden Fall noch vorhanden“, weiß sie.

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