Dienstag, 7. Dezember 2021
Montag, 10. Juli 2017

Auf einen gemeinsamen Nenner geeinigt

Die in die Jahre gekommene Dauerausstellung im DIZ ist nach Experteneinschätzung viel zu textlastig.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Torgau. Als Meilenstein für eine neue Dauerausstellung im Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Torgau bezeichnete Dr. Julia Spohr von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten das Ergebnis eines mittlerweile vierten Workshops.

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Torgau. Als Meilenstein für eine neue Dauerausstellung im Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Torgau bezeichnete Dr. Julia Spohr von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten das Ergebnis eines mittlerweile vierten Workshops. Die Mitglieder der Stiftungsgremien haben sich nun auf ein Konzept geeinigt, an dem seit Dezember gefeilt und über das reichlich diskutiert wurde. Wichtig: Nach den Verkaufsabsichten der Stadt hinsichtlich des Brückenkopfs und ersten zaghaften Ideen, hier möglicherweise das DIZ zu integrieren, spielt eine Brückenkopfvariante in den Überlegungen der Stiftung erst einmal keine Rolle.

Die schätzt die Gesamtkosten für die Gestaltung der neuen Ausstellung im Schloss auf eine sechsstellige Summe. Vorsichtig angepeilte Zielmarke für die Eröffnung sei das Jahr 2020. Wenn’s klappt, sogar der symbolträchtige 1. September. Hintergrund: Am 1. September 1939 begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. Die Chancen der Finanzierung stehen laut Spohr nicht schlecht. Man werde einen Antrag über je die Hälfte der Summe beim Freistaat Sachsen und bei der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien einreichen.
Nach Jahren der Diskussion hat man sich in der Stiftung nun auf einen gemeinsamen Nenner einigen können.

Die künftige Ausstellung wird den Schwerpunkt auf die Geschichte der NS-Wehrmachtsjustiz legen, wie es vor allem Ludwig Baumann von der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz seit langem fordert. Zudem wird die Rolle Torgaus als Drehscheibe der europaweit wirkenden Wehrmachtjustiz während des Zweiten Weltkriegs gezeigt. „In den Torgauer Gefängnissen fanden sich im Zweiten Weltkrieg Häftlinge aus dem gesamten besetzten Europa wieder“, sagte Elisabeth Kohlhaas vom DIZ. Zwischen 1939 und 1945 durchliefen etwa 60 000 Gefangene die beiden hiesigen Wehrmachtgefängnisse Fort Zinna und Brückenkopf.

Schließlich wird die in die Jahre gekommene Ausstellung, die – und dies ist ein offenes Geheimnis – sehr textlastig ist, zeitgemäß gestaltet. Die Exposition, in welcher der Geschichte der einstigen sowjetischen Speziallager in Torgau weniger Platz eingeräumt wird, ohne jedoch die historische Bedeutung und das Leid der Opfer zu schmälern, wird die Besucher wie bisher auf 310 Quadratmetern Grundfläche in Empfang nehmen.

Barrierefrei, denn das Landratsamt plant mit der Erschließung der Kurfürstlichen Gemächer den Einbau eines Aufzugs in diesem Flügel des Schlosses. Eine Erweiterung der Ausstellung in den Dachboden hinein ist derweil vom Tisch. Das DIZ werde sich mit der neuen Ausstellung als ein Ort der historisch-politischen Bildung weiterentwickeln und dabei auch berufsspezifische Gruppen wie Bundeswehrangehörige oder auch Mitarbeiter der Justiz ansprechen, sagte Elisabeth Kohlhaas abschließend.

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