Montag, 6. Dezember 2021
Samstag, 5. August 2017

Blick auf die Menschenrechte

Elisabeth Kohlhaas brachte den Jugendlichen die Geschichte des Fort Zinnas nah.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Torgau. Es wurde vielsprachig: 30 junge Leute aus zehn Ländern Europas besuchten gestern das Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Torgau. Die Gäste kamen vom internationalen Workcamp des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Sachsen, das in diesem Jahr in Meißen stattfindet. Dort leisten die Jugendlichen praktische Arbeit und pflegen Kriegsgräber. Darüber hinaus erkunden sie Sachsen und die Geschichte des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs.

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Dieses Interesse führte die 16- bis 24-Jährigen auch ins DIZ. Hier setzten sie sich mit der Wehrmachtsjustiz in Torgau und deren Rolle als Instrument der Einschüchterung und Verfolgung im Zweiten Weltkrieg auseinander. Aber auch aktuelle Themen standen auf dem Programm: Die Gruppe besichtigte am Vormittag die Justizvollzugsanstalt Torgau – früher Wehrmachtgefängnis, sowjetisches Speziallager und DDR-Haftanstalt – und informierte sich über den heutigen Strafvollzug. Am Nachmittag gab es diesbezüglich in den Ausstellungsräumen des DIZ eine Portion geschichtlichen Nachschlags.

Neben der Bedeutung des Fort Zinnas informierten sich die Jugendlichen auch über die Entwicklung der Menschenrechte. Hierzu wurde bereits am Donnerstag im DIZ eine Sonderausstellung eröffnet, die sich vor allem an Schüler der achten Klassenstufe und aufwärts richtet. Sie trägt den Titel „Krieg und Menschenrechte“ und ist bis zum 8. Oktober geöffnet. Die Ausstellung thematisiert die historische Entwicklung der Charta der Menschenrechte. Sie zeigt, wie die Menschenrechte in aktuellen Konflikten missachtet werden, aber auch, welche Möglichkeiten der Ahndung heute existieren.

Jene, wenig textlastige Ausstellung, die aus 16 Infotafeln besteht und Täterbiografien wegen der angestrebten Kompaktheit bewusst ausspart, wird in Torgau zum ersten Mal außerhalb von Schulen gezeigt. Carsten Riedel vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Sachsen setzt große Hoffnung in diese Premiere, zumal das DIZ nach Angabe von dessen Leiter Wolfgang Oleschinski mit seiner inhaltlichen Schwerpunktsetzung reichlich Anknüpfungspunkte biete.
Die Ausstellung geht mit einem Begleitprogramm einher, das am 6. September um 13.30 Uhr auf dem Schlosshof eine öffentliche Lesung der Charta der Menschenrechte bietet – eine Aktion, die weltweit an vielen Orten stattfindet.

Am 16. September wird der Torgauer Matthias Grimm-Over (heutiger Stadtrat und Torgauer CDU-Ortsverbandschef) anlässlich des Olof-Palme-Friedensmarsches von 1987 als Mitorganisator des Friedensmarschs in Torgau von den Geschehnissen in der Stadt berichten. Beginn im DIZ ist 15.30 Uhr. Und am 26. September wird um 19 Uhr im DIZ Dr. Annette Weinke von der Universität Jena erwartet. Ihr Vortrag steht unter der Überschrift „Ein neues Recht für das 20. Jahrhundert. Das humanitäre Völkerstrafrecht“. Angesichts zahlreicher internationaler Brandherde ist die Frage nach völkerrechtlichen Lösungen dringender denn je. Weinke schildert die historische Entwicklung und den aktuellen Stand des utopischen Projekts Völkerstrafrechts, das zum stärkeren Schutz der Menschenrechte in Kriegskonflikten führte, dessen Zukunft derzeit jedoch ungewiss erscheint.

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