Freitag, 27. Januar 2023
Dienstag, 17. Oktober 2017

"Wir sind sehr, sehr froh, das Spiel hinter uns zu haben"

Uwe TempelFoto: TZ/Archiv

von unserem Sportredakteur Thomas Manthey

Fußball. Mit einem 4:0-Sieg der Leipziger endete am Sonntag das als Hochsicherheitsspiel eingestufte Landesklasse-Punktspiel TSV 1862 Schildau – Roter Stern Leipzig ´99. Über das ganze Drumherum sprach die TZ gestern telefonisch mit Uwe Tempel (48), dem Vorsitzenden des TSV 1862 Schildau, der zusammen mit einem Stab von Vereinsmitgliedern und Helfern das brisante Spiel vorbereitete, führte und absicherte.

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TZ: Sind Sie froh, das Spiel geschafft zu haben?
U. Tempel:
Wir sind sehr, sehr froh darüber, dass wir das Spiel hinter uns haben.

Wie viele Wochen hat Sie und ihre Vorstandsmitglieder das Spiel im Vorfeld beschäftigt?
Mehr als drei Wochen.

Wie viele Leute waren am Sonntag vom Verein und akquirierte Helfer im Einsatz?
Von unserem Verein hatten wir zur Absicherung 15 Ordner im Einsatz und dazu noch einmal zehn Leute am Einlass und an den Versorgungsständen.

Hatten Sie auch Security geordert und verpflichtet?
Ja, und zwar sechs professionelle Security-Kräfte.

Was hat dem TSV 1862 der ganze Mehraufwand gekostet?
Rund 500 bis 600 Euro.

Und, blieb es weitestgehend ruhig?
So lange das Spiel lief, blieb es ruhig, einmal abgesehen von den lautstarken Kommentaren von beiden Seiten.

Wie viel Polizei war am Sonntag in Schildau im Einsatz?
Eine Hundertschaft. Die genaue Anzahl an Polizisten und Beamten war und ist uns nicht bekannt.

Passierte vor, während und nach dem Spiel etwas?
Zum Einspielen liefen die Leipziger Spieler mit Nazis-Raus-Aufwärmshirts auf. Wir sind dann hin und haben die RSL-Spieler aufgefordert, diese Shirts auszuziehen, was sie auch taten.

Warum?
Weil dies gegen die Absprache in der gemeinsamen Sicherheitskonferenz war, denn dadurch sahen sich wieder andere Zuschauer provoziert.

Und ansonsten?
Wie gesagt, während des Spiels blieb es ruhig. Nach dem Spiel sind die Anhänger beider Lager lange im Stadion geblieben. Über den Stadionsprecher haben wir sie aufgefordert, unser Stadion zu verlassen, was dann nach und nach auch geschah. Am Rande bekam ich dann mit, dass es in  der Stadt dann einen Einsatz der Polizei gab. Wie ich weiß, müssen Leute die Leipziger bei deren Abfahrt behindert haben und haben den Bus und die Fahrzeuge der Leipziger beworfen. Die Polizei ist eingeschritten und hat auch Personalien aufgenommen. Kleine Begebenheit am Rande: Zusammen mit der Polizei habe ich persönlich einen Betrunkenen des Stadions verwiesen. Wir haben ihn auf sein Vergehen hingewiesen und er hat von uns das Eintrittsgeld zurückbekommen.

Rote-Sterne-Fans reklamieren auf ihrer Facebook-Seite für sich Sachbeschädigungen an einem Teil ihrer Fahrzeuge?
Ja, das ist mir auch bekannt. Von einem Teil der Fahrzeuge wurden Seitenspiegel abgetreten. Mir ist bekannt, dass ansatzweise kein Schildauer oder aber jemand aus der Umgebung an diesen Ausschreiten nach dem Spiel beteiligt war. Aber da waren beispielsweise Leute aus Brandenburg in Schildau unterwegs, so etwa, die als Union-Berlin-Fans gekennzeichnet waren.

Gibt es nun noch eine Nachbereitung zum Spiel?
Von unserer Seite nicht. Es gibt nur eine Stellungnahme von Staffelleiter Volkmar Beier.

Wie fällt Ihr Fazit aus?
Aus meiner Sicht ist es sehr enttäuschend, dass es in der 7. Liga so politisch  zugeht und so viel Aufwand und Polizei notwendig sind, da gerät das Fußballspiel völlig zur Nebensache. Ich will es mal so formulieren: Insgesamt haben wir, der TSV, das Spiel gut über die Bühne bekommen. In diesem Zusammenhang möchte ich mich bei allen Vereinsmitgliedern und Helfern, die am Sonntag uns unterstützt und geholfen haben, bedanken, wie auch bei der Polizei und den Security-Leuten. Sie haben eine gute Leistung abgeliefert.

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