Mittwoch, 13. November 2019
Samstag, 19. Mai 2018

TORGAU

LAGA-Förderverein stellt erstes Projekt vor

Rund 30 Personen waren bei der ersten Mitgliederversammlung anwesend. Foto: TZ/Perz

von unserer Volontärin Elisa Perz

Am Donnerstag fand die erste Mitgliederversammlung des Fördervereins für die Landesgartenschau in Torgau statt. Die Liste mit den Tagesordnungspunkten war lang.

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Torgau. Es ist noch nicht ganz zwei Monate her: Am 21. März hatte sich der Förderverein für die Landesgartenschau 2022 in Torgau mit 21 Mitgliedern gegründet. Am Donnerstag, zur ersten „ordentlich organisierten Mitgliederversammlung“, wie der Vorsitzende Dr. Volkmar Harzer die Sitzung scherzhaft eröffnete, zählte der Verein mittlerweile 29 Mitglieder. 23 davon waren anwesend, darunter auch Oberbürgermeisterin Romina Barth, die beiden stellvertretenden Vorsitzenden, Frieder Francke und Dr. Harald Alex, Schriftführerin Elke Neubert sowie Schatzmeisterin Annett Schewe.

„Wir wollen Torgau von einer steinernen Stadt in eine blühende Renaissancestadt verwandeln“, formulierte Harzer gleich zu Beginn eins der Ziele der Mitglieder. Um das zu erreichen, hat der Vorstand in den letzten Wochen unter anderem ein Konzept für ein erstes Projekt ausgebarbeitet. In der Breiten Straße sollen die fünf vorhandenen Laternen durch Blumenampeln verschönert werden. Vorgesehen sind Doppelhalbschalen, von denen jede Halbschale über ein Substrat-Fassungsvermögen von 32 Litern verfügt. „Zudem gibt es jeweils noch einen Wasservorratsbehälter mit einem Volumen von neun Litern. Dadurch müssen wir die Blumen nicht jeden Tag bewässern“, erklärte Alex den Vorteil. „Für die Bepflanzung ist die Süptitzer Gärtnerei Blumen Sachse verantwortlich.“ Die Kosten für das Vorhaben belaufen sich auf rund 1500 Euro, die mithilfe des Verfügungsfonds finanziert werden sollen. Auf diese Weise können 50 Prozent des Preises durch Mittel der Städtebauförderung aufgebracht werden.

Die andere Hälfte soll sich aus Spenden von Händlern, privaten Unterstützern und den Mitgliedsbeiträgen des Vereins zusammensetzen. Das Ganze soll nun so schnell wie möglich umgesetzt werden. „Wir möchten damit ein Zeichen setzen und demonstrieren: Jetzt geht es los!“, sagte der Vereinsvorsitzende.
Parallel zu den Vorbereitungen des ersten Projekts sind die Vorstandsmitglieder gerade mit der Eintragung ins Vereinsregister beschäftigt. Die Unterlagen dafür seien bereits beim Vereinsgericht abgegeben, versicherte Elke Neubert. Anschließend geht es mit der Eröffnung des Vereinskontos bei der Leipziger Volksbank und der Beantragung der Gemeinnützigkeit weiter.

Die Erstellung der Internetseite kann hingegen als erledigt markiert werden. Diese ist bereits seit einigen Tagen unter der Adresse www.fv-lgs-torgau.de abrufbar und wurde von Bäckermeister Francke persönlich eingerichtet. Aufgrund der verwendeten Abkürzung „LGS“ für das  Wort „Landesgartenschau“ wurde am Donnerstag diskutiert: Heißt es nun „LAGA“ oder „LGS“? Schließlich spielt die Abkürzung ebenso für das LOGO der Veranstaltung eine Rolle. „Ich will eure Meinung überhaupt nicht beeinflussen“, hakte Bettina Klein von der Stadtverwaltung ein. „Aber: Im Moment lautet meine Bezeichnung LAGA-Beauftragte. Das klingt deutlich besser als LGS-Beauftragte.“ Anscheinend haben ihre Worte gewirkt. Zwar fiel noch keine endgültige Entscheidung, doch die Mehrheit der Mitglieder sprach sich für „LAGA“ aus. Und auch Frieder Francke hat gestern sofort reagiert und sich um die zweite Internetadresse mit dem Namen www.fv-laga-torgau.de gekümmert.

Die Mitglieder der Wahlkomission für den Förderverein stehen hingegen schon fest.  Bettina Klein, Rowena Flugrat und Corinne Heise wurden vorgestern zu den drei Verantwortlichen ernannt, bevor es an die Wahl des Beirats ging. „Dieser muss sich aus mindestens drei Personen zusammensetzen. Fünf Vorschläge haben wir im Vorstand bereits besprochen“, teilte Harzer mit. Zu ihnen zählten Landschaftsplaner Gerald Busch, Cordula Volkmer, Geschäftsstellenleiterin des Landschaftspflegeverbandes Torgau-Oschatz (LPV), Wolfgang Müller, Vorsitzender des Landesverband Sachsens (Dieser ist im Bund deutscher Baumschulen organisiert), Guido Jüttner, Vorstandsmitglied der Leipziger Volksbank, und Edwin Bendrin (Grüne), der nach eigener Aussage jeden Baum und jeden Strauch in Torgau kennt. Außerdem schlug sich der Diplomingenieur für Landespflege, Norbert Lachmann, ebenfalls selbst als Kandidat für den Beirat vor. Alle sechs Personen wurden einstimmig gewählt. Ob noch weitere Mitglieder hinzukommen, soll in einer der nächsten Sitzungen beschlossen werden.

Hierfür gibt es bislang keinen genauen Termin. Denn bei der nächsten Versammlung soll der Gewinner des freiraumplanerischen Wettbewerbs sein Konzept für das Kerngebiet der LAGA - Glacis, ehemaliges ABT-Gelände und angrenzendes ehemaliges Bahngelände - vorstellen und der steht im Moment noch gar nicht fest. Der Sieger wird kommende Woche von dem Preisgericht bestimmt und sein Entwurf am 30. Mai der Öffentlichkeit präsentiert. „Insgesamt haben sich 17 Architektenbüros beworben. Mehr können wir noch nicht verraten, die Entwürfe bekommen wir selbst erst am nächsten Donnerstag und Freitag zu Gesicht“, betonte Bettina Klein, die neben Harzer, Bendrin und der Oberbürgermeisterin zu der 30-köpfigen Jury gehört. Sie lobte außerdem das Engagement des Vereins: „Ich hätte nicht gedacht, dass so schnell Bewegung in die Sache kommt.“

Neben den genannten Punkten hat der Vorstand in den letzten Wochen mit Frank Kupfer, dem Schirmherr der Landesgartenschau in Torgau, und mit Jochen Heinz Kontakt aufgenommen. Letzterer ist der Geschäftsführer der Landesgartenschau Frankenberg/Sa. gemeinnützige GmbH. „Er kann uns durch die Erfahrungen, die er bei der Ausrichtung der Landesgartenschau 2019 in Frankenberg sammelt,  sicherlich unterstützen.“

Des Weiteren will der Förderverein durch einen Besuch der diesjährigen Landesgartenschau in Burg sowie von einem Austausch mit den Verantwortlichen aus Oschatz profitieren. Vor allem von der Großen Kreisstadt kann sich Torgau etwas abschauen, wie Cordula Volkmer unterstrich: „Ich war sowohl 2006 als auch bei einigen der letzten Kleinen Gartenschauen dabei und muss sagen: große Klasse!“ So zeigt Oschatz, wie auch im Anschluss an die Landesgartenschau eine positive Wirkung erhalten bleibt. Ein solcher Erfolg in Sachen Nachhaltigkeit soll auch in Torgau erzielt werden. Das wurde am Donnerstag mehrfach klargestellt.
Dabei helfen könnte eine weitere Idee des Vorstands: Eine Blumenausstellung – eventuell verbunden mit einem Frühlingsspaziergang – Anfang März, die sich den Frühblühern widmen soll. „Das Ganze möchten wir jährlich schon ab 2019 durchführen, um noch mögliche Verbesserungen vorzunehmen“, berichtete Alex.

Eine solche Ausstellung von Hobbygärtnern und Betrieben wäre eine absolute Neuheit für die Landesgartenschau, die im Nachhinein beibehalten werden könnte. Als Veranstaltungsort käme die Torgauer Markthalle in Frage. Den Kontakt zu einem Ansprechpartner möchte die Oberbürgermeisterin in den nächsten Wochen herstellen. „Ihr seht, es tut sich etwas“, sagte der Vorstandsvorsitzende zum Schluss. „Wir befinden uns gerade mitten im Prozess und allmählich kommt alles ins Rollen. In der nächsten Zeit ist es wichtig, noch mehr Menschen aus der Bevölkerung in unsere Aktivitäten mit einzubinden und für verschiedene Kunst-Kultur- oder Bildungsangebote zu gewinnen. Doch ich bin optimistisch, dass uns das gelingen wird.“


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