Mittwoch, 13. November 2019
Mittwoch, 30. Mai 2018

TORGAU

Jetzt kommt die "Knochenarbeit"

Der nächste Schritt auf dem Weg zur Landesgartenschau Torgau ist gemeistert. Gestern wurde im Rathaus der Sieger des freiraumplanerischen Architektenwettbewerbs gekürt. Gewinner ist das Planungsbüro Station C 23 aus Leipzig, das bereits die Planungen für die LAGA 2015 in Oelsnitz unter seinen Fittichen hatte. Michael Rudolph (2.v.l.), Franziska Busch (3.v.l.) und Sigrun Langner (4.v.l.) freuten sich nun auch über den Zuschlag für Torgau 2022. Zu der entscheidungstragenden Jury zählte neben deren Vorsitzendem Prof. Gerd Aufmkolk (l.) auch Oberbürgermeisterin Romina Barth (2.v.r). Staatssekretär Dr. Frank Pfeil aus dem Sächsischen Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie war als Abgesandter der Landesregierung im Torgauer Rathaus zu Gast. Foto: TZ/S. Lindner

von unserem Multimedia-Redakteur Sebastian Lindner

Sieger des Planungswettbewerbes steht fest / Stadtrat hat das letzte Wort / Stadt steuert 1,1 Millionen Euro bei

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Torgau. Schlussendlich war es „einvernehmlich, aber trotzdem haarscharf“, urteilte Prof. Gerd Aufmkolk, Vorsitzender  des Preisgerichtes, über das Ergebnis, dass nach 15 Stunden intensiver Jurysitzung der 29 Mitglieder in der letzten Woche gefällt wurde. Siegreich war am Ende das Leipziger Büro Station C 23. Das freute vor allem Torgaus Oberbürgermeisterin Romina Barth, die den Preis damit in der Region gut aufgehoben sieht. Wer glaubt, dass die regionalen Planungsbüros im Wettbewerb deshalb hätten bevorzugt werden können, der irrt aber, denn die Projekte wurden allesamt mit Tarnnummern begutachtet – die Namen der Büros dazu wurden erst im Nachgang aufgeklärt.


So geht das Preisgeld in Höhe von 31 000 Euro – mitsamt der „Knochenarbeit“ der nun anstehenden Umsetzung des Projektes, wie es Aufmkolk nannte – also nach Leipzig. Die Jury überzeugte vor allem der „maßvolle Eingriff ins Glacis mit einigen Höhepunkten“, der „große Wert auf die Ankunftsituation am Bahnhof, der damit aufgewertet wird“, das Umfeld der Stadthalle sowie die Jungen Gärten mit Skaterplatz und Aussichtsturm auf den Elbdamm. Romina Barth ergänzte das gute Auge für Torgau, denn die Planer hätten auch das Obdachlosenheim für neues Wohnen in Stadtvillen und den Hof der Markthalle mit einem Brunnen eingeplant. „Offenbar kannten sich die Planer gut in Torgau aus.“


Platz 2 geht nach Österreich


Hier liegt dann eventuell doch ein Vorteil in der Nähe des siegreichen Planungsbüros zu Torgau. Denn der Zweitplatzierte wird kaum die Möglichkeit gehabt haben, oft in der Elbestadt gewesen zu sein, hat es seinen Sitz doch eher an der Donau, und zwar in Wien. Trösten darf sich das die Landschaftsarchitektur von Carla Lo aber mit 21 000 Euro. Wie die Wiener überhaupt auf diese Aufschreibung aufmerksam geworden sind? „In Österreich gibt es nur eine Landesgartenschau. Wir hatten schon mal eine und hatten daran so viel Freude, dass wir wieder eine machen wollten.“ Nur Nuancen trennten die Österreicher letztlich von diesem Traum, wie Aufmkolk erklärte.


Um den letztlich Drittplatzierten zum Sieger zu machen, fehlte der Jury etwas der Mut, wie es die Oberbürgermeisterin ausdrückte. Die Landschaftsarchitekten um Ulrich Krüger aus Dresden hatten als markante Punkte vor allem Denkmäler im Glacis geplant, die durch Holz- und Glasumrandungen an die ansässigen Wirtschaftszweige erinnern sollten. „Aber in den heutigen Zeiten mit viel Vandalismus“ sei man sich der Nachhaltigkeit nicht ganz sicher gewesen. Zum Trost bleiben 14 000 Euro Preisgeld.


Platz 4 und 10 000 Euro gingen an geskes.hack Landschaftsarchitekten nach Berlin. Dazu wurden drei Anerkennungspreise mit je 6 000 Preisgeld vergeben. Sie gingen an Planungen, die zwar durchaus Charme hätten, jedoch nicht realisierbar gewesen wären.


Diese sieben Entwürfe hatten es bis in die letzte Auswahl geschafft. Zuvor hatte die Jury in mehreren Wertungsrunden nach  langen Diskussionen und angefertigten Gutachten immer weitere Projekte ausgeschlossen.
„Alle 17 eingereichten Arbeiten hatten aber hohes Niveau und erfüllten alle Kriterien“, man habe den hohen Einsatz aller Beteiligten erkannt, sagte Aufmkolk. Dabei würden alle Büros voll ins Risiko gehen, die Vorarbeiten machen, ohne im Zweifelsfall auch nur einen Cent dafür zu sehen. Für ein Gelingen der LAGA „sind aber auch alle Arbeiten wichtig, die keinen Preis gewonnen haben“, erklärte der Professor. „Für die Juroren ist es ein Erkenntnisgewinn, sich durch alle Einreichungen durchzuarbeiten“, erklärte er.


Stadtrat hat das letzte Wort


Rein formal stehe mit der Vergabe der Preise aber noch nicht fest, ob das Siegerprojekt nun auch wirklich umgesetzt wird. „Das letzte Wort hat der Stadtrat“, so der Vorsitzende des Preisgerichtes. Der muss noch nun noch einen Beschluss fassen und kann dabei theoretisch aus den ersten vier Plätzen auswählen. Und selbst dann ist es noch nicht Gesetz, dass der Plan genau so umgesetzt wird, wie es die Architekten im Wettbewerb vorgeschlagen haben. „Bestimmte Dinge können durchaus noch einmal überdacht werden.“ Außerdem gelte es nun, „mit spitzem Stift genau durchzurechnen, ob die Kalkulationen stimmen.“


Im Budget sei man aber auf jedem Fall, so Aufmkolk. „Wir müssen auch nicht alle Flächen vergolden.“ Eine Gartenschau sei nicht unbedingt dann gut, wenn sie besonders teuer ist. „Sondern dann, wenn mit einem normalen Budget etwas Schönes entsteht.“ Man habe damit schließlich auch einen Vorbildcharakter für andere Städte.


Stichwort Budget: Das liegt für die Verschönerung der 25 Hektar – davon 13 Hektar Glacis – bei insgesamt 9,5 Millionen Euro, so Romina Barth. „Der Eigenanteil liegt dabei bei 1,1 Millionen Euro.“ Der Rest ist durch den Freistaat und Fördermittel abgedeckt.

 

 


Info:
Die Jury bestand insgesamt aus 29 Mitgliedern, unterteilt in Fachpreisrichter, Sachpreisrichter (u.a. Oberbürgermeisterin Romina Barth und der Beigeordnete des Landkreises Nordsachsen, Dr. Eckhardt Rexroth), Sachverständige (u.a. Edwin Bendrin als Baumsachverständiger und die Gartenschaubeauftragte Bettina Klein) und Stadträte (Dr. Frank Henjes, Dr. Volkmar Harzer, Claus Höfner und Karl-Friedrich Potzelt) sowie Vorprüfer. Unter den Jurymitgliedern saßen ansonsten viele Landschaftsarchitekten.

Info:
Zum Planungswettbewerb für die 9. Sächsische Landesgartenschau 2022 in Torgau gibt es ab heute eine Ausstellung im Rathaus, in der alle 17 Projekte vorgestellt werden. Zudem liegt auch das Protokoll der Jurysitzung aus, in der nachvollzogen werden kann, wie die Bewertung zustande kam. Geöffnet ist die Ausstellung im Rathaus bis zum 13. Juni, jeweils immer Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und freitags 8 bis 12 Uhr.


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