Samstag, 25. September 2021
Mittwoch, 8. August 2018

Ungeschminkte DDR-Realität im Fokus

Elisabeth Kohlhaas im Gespräch mit Stefan Wolle. Foto: TZ/Perz

von unserer Volontärin Elisa Perz

Torgau. Am Dienstag wurde im DIZ die neue Ausstellung "Voll der Osten – Leben in der DDR" mit Fotos von Harald Hauswald eröffnet. Begleitet werden die Bilder von Texten von Stefan Wolle, der selbst in Torgau vor Ort war.

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In den 1980er Jahren zog Harald Hauswald durch Ost-Berlin und fotografierte, was ihm vor die Linse kam. Er knipste, was andere Fotografen übersahen oder für uninteressant hielten: Kleine Szenen des Alltags, einsame und alte Menschen, Rocker, Hooligans und junge Leute, die sich in der Kirche für Frieden und Umweltschutz einsetzten. Über 100 seiner Fotos sind seit Dienstag im Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) in Torgau im Rahmen der Ausstellung „Voll der Osten – Leben in der DDR“ zu sehen. Die Ausstellung wird von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und OSTKREUZ Agentur der Fotografen herausgegeben und lädt mithilfe von 20 Tafeln zu einer Bilderreise von „A“ wie „Abschied“ bis „Z“ wie Zärtlichkeit“ in die Zeit der Teilung ein. QR-Codes verweisen dabei auf Videos im Internet, in denen der Fotograf erklärt, wie und in welchem Kontext einige Bilder entstanden sind. Auf den Tafeln  werden die Fotos hingegen von Texten von Stefan Wolle begleitet. Er sei schon seit vielen Jahren ein Fan von Hauswald, berichtete der Historiker und Buchautor bei der Eröffnung der Ausstellung am Dienstagabend. „Deshalb habe ich mich sofort dazu bereit erklärt, die Ausstellung zu betreuen und die Texte zu verfassen, als ich gefragt wurde.“

Diese Aufgabe übernahm er schon bei den Ausstellungen „Die heile Welt der Diktatur? Herrschaft und Alltag in der DDR“ und „Wir wollen freie Menschen sein! Der DDR-Volksaufstand vom 17. Juni 1953“, die zuvor im DIZ gezeigt wurde. Doch die jetzige scheint die bisher erfolgreichste der drei zu sein. „Den Eindruck vermittelt zumindest die Resonanz der Medien und der Menschen aus der Bevölkerung. Dabei waren sich die Verantwortlichen im Vorfeld gar nicht sicher, ob die Ausstellung gut angenommen wird“, erklärte der wissenschaftliche Leiter des DDR-Museums in Berlin. Denn die Fotos von zeigen keinen objektiven und umfassenden Blick auf das Leben in der DDR, sondern die kritische, ironische und subjektive Sichtweise Hauswalds.

Noch bis zum 6. Januar 2019 können sich Interessierte ihre eigene Meinung von der Ausstellung bilden „Jeder betrachtet die Bilder aus einem ganz anderen Blickwinkel und wird an persönliche Erfahrungen aus der damaligen Zeit erinnert werden. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass viele Personen durch den Besuch noch einmal auf ihr Leben zurückblicken. Das ist meiner Ansicht nach die Stärke der Ausstellung“, sagte Elisabeth Kohlhaas vom DIZ nach dem Rundgang und Gespräch mit Stefan Wolle am Dienstagabend. 

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