Mittwoch, 12. August 2020
Freitag, 23. November 2018

TORGAU

Torgaus Bahnhof droht der Abriss

Knapp 90 Jahre ist das Torgauer Bahnhofsgebäude schon alt. In den 1930er Jahren wurde das „Tor zur Stadt“ errichtet.Foto: TZ/ Archiv

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Statt einer Sanierung hat sich die Stadtverwaltung nun für einen kompletten Neubau entschieden. Am Dienstag kommender Woche stellt sie ihre Pläne den Stadträten öffentlich vor.

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Es war in den vergangenen Jahren wohl eine der größten wie auch eine der umstrittendsten Investitionen der Stadt Torgau. Als die Stadt vor knapp zwei Jahren fördermittelgestützte 250 000 Euro in die Hand nahm und den Torgauer Bahnhof kaufte, waren die Bedenken groß, ob es sich lohne, das alte Gebäude noch zu sanieren. Die Stadtverwaltung hielt damals jedoch an ihren Plänen fest, nun soll der Bahnhof allerdings doch abgerissen werden. Das geht aus der Vorlage für den nächsten Verwaltungsausschuss hervor.

Sanierung nicht mehr vertretbar

Die Verwaltung ist [...] zu dem Ergebnis  gekommen, dass eine Sanierung auf  Grund des immer schneller voranschreitende desolaten Zustands wirtschaftlich nicht mehr vertretbar ist“, heißt es in der entsprechenden Vorlage, über die am kommenden Dienstag im Ausschuss beraten werden soll. Demnach seien die Kosten für eine Sanierung des Gebäudes   samt Übergangslösung für das Reisecenter der Deutschen Bahn sowie das vorhandene Stellwerk deutlich teurer als ein Abriss samt Neubau.

3,7 Millionen Euro würde es der Vorlage zufolge laut Einschätzung des Torgauer Ingenieurbüros Zinnert kosten, den Bahnhof in seinem jetzigen Zustand zu sanieren. Gemäß der von der Stadt geplanten Nutzung für den Öffentlichen Personennahverkehr wird mit einer Förderquote von 51 Prozent gerechnet, womit der Eigenanteil der Stadt dementsprechend bei rund 1,8 Millionen Euro liegen würde.

Die Kosten für einen Abriss samt Neubau und Übergangslösung kalkuliert die Stadtverwaltung deutlich niedriger. Mit rund 2,24 Millionen Euro würde dieser Lösungsweg laut aktuellem Planungsstand zu Buche schlagen, die Stadt geht zum jetzigen Stand von einer Förderquote von mindestens 50 Prozent aus. Am Ende wären dies also maximal 1,12 Millionen Euro, welche die Stadt selbst aufbringen müsste, um den Torgauer Bahnhof komplett abzureißen und neu aufzubauen.

Im März diesen Jahres waren einige Torgauer Stadträte zum Vororttermin im Bahnhof und begutachteten dessen desolaten Zustand. Damals war jedoch noch von einer Sanierung die Rede.

Ein ansehnlicher Bahnhof für Torgau

Während die Nachricht des Abrisses einen Großteil der Torgauer Bevölkerung  völlig überraschend traf, war in den Reihen der Torgauer Stadträte doch bereits etwas länger bekannt, dass die Stadt die bisherigen Gestaltungspläne für den Bahnhof komplett überdenkt. Für Axel Klobe, den Vorsitzenden der Freien-Wähler-Fraktion im Stadtrat ist diese Entwicklung kein schlechtes Zeichen, sondern eine gute Chance für ein attraktives Torgau.

„Ich bin der Meinung, dass unsere Stadt einen ansehnlichen und einladenden Bahnhof haben sollte“, teilte er der TZ auf Anfrage mit. Er favorisiere zwar nach wie vor das Herrichten des originalen Bahnhofs, sei das jedoch wirtschaftlich nicht durchsetzbar müsse „eine sinnvolle und würdige Lösung für Torgau gefunden werden“. Die anderen Fraktionen des Torgauer Stadtrats, also CDU, SPD und DIE LINKE wollten der Diskussion im Ausschuss nichts vorgreifen und gaben dementsprechend zum jetzigen Zeitpunkt noch kein Statement dazu ab.

Bis 2021 soll er fertig sein

Folgt der Stadtrat den Argumenten der Stadtverwaltung, kann noch im kommenden Jahr soll mit dem Vorhaben „Bahnhofsabriss & -neubau“ begonnen werden. Wie die Stadt in der Ausschuss-Vorlage schreibt, könne man nach Erhalt des positiven Fördermittelbescheids des ZVNL mit den Leistungsphasen 1 bis 4 bereits Anfang 2019 beginnen. „In Abstimmung mit der Deutschen Bahn wäre der Abriss und die Errichtung der Interimslösung im Frühjahr 2020 und der Neubaubeginn Mitte 2020 möglich, so dass eine Inbetriebnahme des Bahnhofes im September 2021 erfolgen könnte.“

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