Sonntag, 19. September 2021
Freitag, 25. Januar 2019

"Trend zur Selbstjustiz"

Thomas W. Schmidt signiert sein neues Buch: Auch Mörder tragen Robe.Foto: TZ/Stöber ?

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

Greudnitz/Essen. Thomas W. Schmidt ist wieder da. Der Greudnitzer Autor  konstatiert: Der Trend geht zur Selbstjustiz. Was diese Erkenntnis mit seinem neuen Roman zu tun hat, lesen Sie hier:

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Sein letzter Krimi hatte ihn bis in die Vereinigten Staaten geführt. An Originalschauplätzen des organisierten Verbrechens recherchierte Thomas W. Schmidt den „Seebestatter von Brooklyn“. Seit gut einem Monat ist nun der neueste Roman des Greudnitzers auf dem Markt. „Auch Mörder tragen Robe“ (Westflügel-Verlag Essen) führte ihn diesmal nicht ganz so weit in die Fremde. Schmidt nimmt seine Leser mit nach München.

Vom Erbe zum Albtraum

Was sich dort über 244 Seiten zuträgt, kündigt der Klappentext des Buches an: „Eine Erbschaft oder Schenkung kann le- bensgefährlich werden, vor allem, wenn es sich um eine wertvolle, doch nicht ganz saubere Bildergalerie handelt.

In einen solchen Besitz gelangt der Psychotherapeut Forster nebst Familie. Dann werden wie aus heiterem Himmel Stalker mobil – vor Mord schrecken sie nicht zurück. Und wie erfuhren sie von jener Galerie? Bald wird das Leben der Forsters zum Albtraum. Ein vom Dienst suspendierter Hauptkommissar und Freund nimmt sich dieses Falls an. In Belmondo-Manier nutzt er Infos aus der Unterwelt. Es gelingt ihm, Erkenntnisse über die psychische Verfassung der Haupttäter zu gewinnen. Dies ist nicht ohne, denn hier beginnen die ersten Verstöße gegen das Strafrecht – ungewöhnliche Ermittlertätigkeit ufert in Selbstjustiz aus.“

Im Kopf der Verbrecher

Dass er sich erneut auf das Krimi-Genre eingelassen hat, liegt sowohl an Schmidts Neugier, den Motiven nachzugehen, die Menschen zu kriminellen Handlungen bringen. „Täterprofile und Psychologie spielen für mich eine große Rolle.“

Auf der anderen Seite weiß er ganz klar: „Der Kriminalroman ist ein beliebtes Genre“, das er zwar nicht revolutionieren, aber innovativ mitgestalten möchte, in dem er Verbrechen wie in „Auch Mörder tragen Robe“ beschreibt. „Mein Bestreben ist es, mich beim Schreiben nicht in abgedroschenen Mustern zu ver- lieren“, sagt Thomas W. Schmidt.

Literarisch will er den Zeitgeist aufgreifen, wissend dass Stalking ein Thema ist, das viele Menschen betrifft oder zumin- dest bewegt.?Wissend, dass klassische Polizeiarbeit in Zeiten hochorganisierter und vernetzter Verbrecher zunehmend die eigenen Regeln beugen muss, um erfolgreich zu sein. Als versierter Facebook-Nutzer, der viel im sozialen Netzwerk unterwegs ist, ist sich Thomas W. Schmidt im Klaren darüber, „dass es einen Trend zur Selbstjustiz gibt“. Seine Geschichten, sagt er, sollten so wenig wie möglich Fiktives enthalten.

Warum München?

Womit es in Richtung der Beantwortung folgender Frage geht: Warum spielt der neue Schmidt-Krimi in München? „Mir liegt der alpenländische Raum sehr“, sagt der Autor, der zuletzt 2017 seinen Roman „Auf nächtlichem Pfad“ in ba- juwarischen Gefilden spielen ließ. Viel Lebenszeit hat er dort verbracht, mag Land und Leute. „Schreiben fußt beim mir immer auch auf einer emotionalen Bindung“, erklärt er.

Mehr als Zufall ist zudem, dass ein spektakulärer Fall der jüngeren (Kunst-)Geschichte in der Landeshauptstadt angesiedelt ist. 2013 hatten Zollfahnder in der kleinen Wohnung eines 80-jährigen Münchner Rentners mehr als 1500 Gemälde namhafter Künstler gefunden, die in den Zeiten der Nazis als entartete Kunst aus Museen entfernt worden waren.

Umfangreiche Recherche

Mit 1,4 Millionen Einwohnern und einem unübersehbaren Wohlstand, der sich auch in der Zahl von circa 400 aktiven Kunsthändlern ausdrücke, sei die Landes- hauptstadt damit der optimale Ort, seine Geschichte so nah an der Realität und so authentisch wie nur möglich zu erzählen.

Zur Authentizität des Schmidt-Romas haben neben den Recherchen des Au- tors zu regionalen Besonderheiten des Handlungsorts in Stadt- und Firmenge- schichte beigetragen. Schmidt vertiefte sich genauso in Waffenrecht, Psychologie, Medizin, Kriminalistik, Strafrecht und die Elementargesetze der bildenden Kunst.

AUCH MO¨RDER TRAGEN ROBE von Thomas W. Schmidt ist im Westflu¨gel-Verlag Essen erschienen und hat 244 Seiten. Gelistet ist es unter der ISBN: 978-3939408499 und erha¨lt- lich unter anderem im lokalen Buchhandel, bei Amazon oder Thalia.

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