Montag, 13. Juli 2020
Dienstag, 5. März 2019

MOCKREHNA

"Die Wölfe waren nicht wählerisch"

Kuno Pötzsch ist stinksauer: Zum zweiten Mal hatten offensichtlich Wölfe in seinem Gatter in Audenhain ein Blutbad angerichtet.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Audenhain. Für das größte sächsische Wildgehege ist es der bislang größte Schaden: In der Nacht von Montag zu Dienstag rissen vermutlich Wölfe in dem Audenhainer Gatter 10 Stück Damwild und ein Mufflon.

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Zugang verschafften sie sich aus Richtung Langenreichenbach kommend. Kuno Pötzsch ist fassungslos, spricht von einer großen Gefahr für sein Unternehmen.

Dabei war der Ärger des Wild-Bauern über eine unzureichende finanzielle Unterstützung des Freistaats für die Anschaffung von Schutzzäunen noch nicht einmal verdaut. Erst vor gut zwei Wochen hatte sich Pötzsch öffentlich mächtig Luft gemacht. Denn allein die Ertüchtigung der derzeit doppelt umlaufenden 5 Kilometer langen Umzäunung würde 350000 Euro verschlingen. Davon trage der Freistaat mit 75000 Euro aber nur einen Bruchteil. „Wer soll für den Rest aufkommen?“ fragt Pötzsch.

In Scharen nach Fleisch hackende Kolkraben sowie ein tiefkreisender Rotmilan deuteten gestern schon von weitem darauf hin, dass auf dem 110 Hektar großen Areal von Kuno Pötzsch etwas nicht stimmt. Die verendeten Tiere lagen mit blutiger Kehle leblos auf dem Boden. Pötzsch fährt ein Tier nach dem anderen mit seinem Jeep ab. Ein Jungtier schien sich vor lauter Panik beim Sprung in den Wildzaun das Genick gebrochen zu haben.

„Die Wölfe waren nicht wählerisch. Die haben sich geholt, was sie wollten“, deutet Pötzsch voller Schmerz auf den Kadaver eines trächtigen Tieres. Lediglich die Läufe, der Kopf und die Rippenbögen blieben. An anderen Kadavern machen sich zu jener Mittagsstunde die Raben zu schaffen. Ein weiterer Teil lag wiederum einfach nur totgebissen zwischen Grasbüscheln.

Pötzsch schätzt den erlittenen wirtschaftlichen Schaden auf etwa 2500 Euro. Weit schwerer wiege indes die Aussicht, dass sich dies wiederholen könne. Erst vor wenigen Tagen hatte nach TZ-Info vermutlich auch ein Wolf in Audenhain zwei Schafe und fünf Lämmer getötet. „Ich habe nichts gegen den Wolf“, sagt Pötzsch. „Wirklich nicht. Solange sich der Räuber vom Wildgatter fernhält.“ Im Gespräch mit der Torgauer Zeitung bekräftigte er zudem seine Forderung, dass der Freistaat, wenn diesem etwas an Freilandhaltung liege, Wild-Bauern deutlich besser unter die Arme greifen müsse.

Für Pötzsch selbst war es der zweite Wolfsangriff in seinem Gehege. Beim ersten wurden zwei Stück Damwild getötet. Zwei Tiere musste er zudem notschlachten.

Zu all seinem Ärger wegen des Wolfs gesellte sich gestern auch noch jener dazu, dass der Audenhainer erst am Mittag Kontakt zum Landratsamt aufnehmen konnte.


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