Freitag, 19. April 2019
Dienstag, 9. April 2019

TORGAU

Ausflug endet mit "Abflug"

TZ-Redakteurin Eileen Jack (M.) mit dem MX-Profis Felix Kaubitzsch (re.) und Ralf Hampicke (li.). Foto: TZ/J. Sachse

von unserer Sport-Redakteurin Eileen Jack

Motorsport. Muskelkater nach einer Trainingseinheit ist für TZ-Sportredakteurin Eileen Jack ja keine Überraschung. Aber einen Abstecher in die Notaufnahme wollte sie beim großen Sportarten-Test, diesmal beim MSC Pflückuff, eigentlich vermeiden...

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Motorsport. Fangen wir mit dem Positiven an: Motocross macht doch mehr Spaß als ich anfangs dachte. Die Mitglieder des MSC Pflückuff sind eine echt dufte Truppe. Und ich durfte im Rahmen meiner Trainingseinheit „Am Österreicher“ Heike Petrick, die Deutsche-Enduro-Damen-Cup-Siegerin, kennenlernen, eine unheimlich sympathische und tolle Sportlerin. Nun zudem, was eigentlich ganz und gar nicht geplant. Am heutigen Dienstagmorgen werde ich an meinem linken Daumen operiert. Eines der Bänder ist dank eines unverhofften und doch recht heftigen Sturzes beim Motocross am Samstag so sehr überdehnt, dass es gestrafft werden muss. Dr. Dudda, Chefarzt der Chirurgie vom Torgauer Krankenhaus, kündigte mir sechs Wochen Gips und danach eine physiotherapeutische Behandlung an. Das heißt, das Gros der weiteren Sportarten-Tests verschiebt sich auf unbestimmte Zeit. Aber keine Angst, liebe Sportler, das Jahr ist noch lang, wie holen das alles nach. Versprochen!

 

Richtig viel Respekt

 

Mist – das trifft es wohl am Besten, wenn ich so an den Samstag zurück denke. Und dabei fing alles so gut an. Mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht – in allen Gesichtern – begrüßten mich die Motorsportler des MSC Pflückuff im ADAC, freuten sich über und auf meinen Besuch und meine Bereitschaft, ihre Sportart selbst testen zu wollen. Auf einem Motorrad habe ich auch schon mal gesessen, besitze sogar einen entsprechenden Führerschein. Allerdings, und auch das muss ich zugeben, bin ich das letzte Mal zur Prüfung gefahren. Ich hatte Respekt vor dieser Trainingseinheit, und ja, auch ein wenig Angst. Aber da kam ich jetzt nicht mehr raus. Mario Sprenger war der erste Sportler überhaupt, der seinen Verein für den Sportarten-Test angemeldet hatte. Am Samstag stellte er mich dann der auch noch der erfolgreichen Enduro-Fahrerin Heike Petrick vor. Sie machte mir Mut. Ich solle vor allem Spaß bei der Sache haben, der Rest käme von allein. Daran hatte ich anfangs echt starke Zweifel. Dann warf ich mich in die Montur – Knieschoner, Motorradhose, Trikot, Stiefel und oben drauf Brustpanzer, Handschuh und Helm. Da einen passenden für meinen offensichtlich doch ziemlich dicken Kopf zu finden, war nicht so einfach. Aber wir wurden dank Heike Petrick fündig, die mir kurzerhand ihren Helm zur Verfügung stellte.

 

Für Rückzieher zu spät

 

Per Quad wurde ich schließlich zur Strecke gebracht. Und dort warteten die Crosser schon mit einer aus ihrer Sicht passenden Maschine auf mich. An diesem Punkt war ich mir ganz und gar nicht mehr sicher, ob es wirklich eine gute Idee war, wirklich allen Sportler die Möglichkeit zu geben, mich zum Training einzuladen. Für einen Rückzieher aber war es zu spät. Die Jungs erklärten mir die Maschine. Ich setzte mich drauf, legte unter Anleitung den zweiten Gang ein und kneckerte langsam los, Runde für Runde über den Rasen, mal ganz langsam, mal ein bisschen schneller – aber auch nur, weil es mir furchtbar schwer fiel, gleichmäßig Gas zu geben. Nach ein paar Runden, in denen ich immer sicherer wurde, stellte Ralf Hampicke die entscheidene Frage: „Willst du mal auf die Strecke? Deine Entscheidung.“ Und na klar. Jetzt hatte ich mich soweit getraut, da wollte ich das auch noch ausprobieren. Felix Kaubitzsch, den ich schon als kleinen Racker auf einer Crossmaschine kennen gelernt habe und aus dem ein toller junger Mann geworden ist, fuhr vorne weg. Ich folgte ihm, immer im zweiten Gang, runter vom Berg auf die Strecke. Sandig war‘s und wirklich nicht so leicht, die Maschine nicht zu verreißen, Erst ging‘s über einen kleinen Hügel, dann über einen größeren, dann über den großen, direkt neben dem Turm, in dem die Rennleitung in der Regel ihr Domizil hat. Hoch war schon schwierig – schließlich durfte ich weder zu langsam noch zu schnell sein. Aber irgendwie funktionierte es, zumindest zwei gute Runden lang. Auf Nachfrage von Felix, gab ich ihm das Zeichen, die letzte Runde anzutreten. Er winkte mich vorbei, wollte die Sache noch mal von hinten begutachten. und es ief, wie er selbst gegenüber meiner Kollegin und diesmal Kamerafrau Julia Sachse bemerkte – zumindest bis zum letzten Berg. Auf dessen Spitze angekommen, beschlich mich das Gefühl, irgendwie zu schnell zu sein. Bergab wollte ich bremsen, muss aber Gas gegeben haben. Dann war alles eins und schon überschlug ich mich und landete hart. Schnell war Felix bei mir, half mir auf die Beine. Das rechte schmerzte mächtig, ebenso der rechte Arm – und der linke Daumen. Zu meinem Glück war Kinderärztin Dr. Edith Bieck vor Ort. Ein kurzer fachmännischer Blick und sie schickte mich ins Krankenhaus....

 

Das Ende ist bekannt. Sporteinheiten sind erst einmal passé, zumindest, die für die ich zwei gesunde Hände benötige. Die Motorsportler machten sich Vorwürfe. Das müssen sie aber nicht. Es war meine Entscheidung, auf die Strecke zu gehen und mich der Herausforderung zu stellen. Und ich hatte Spaß dabei...


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