Donnerstag, 14. November 2019
Dienstag, 16. April 2019

TORGAU

Der "Schloss-Retter von Dahlen", mit diesjährigem Heimatpreis geehrt

TZ-Mediengruppen-Chef Dr. Christian Röhm, Heinrich Brendel (v.l.) von der Sparkasse Leipzig sowie Landrat Kai Emanuel (r.) beglückwünschten den frisch gebackenen Heimatpreisträger 2018, Karl Berger. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Karl Berger, der Vorsitzende des Schloss- und Parkvereins Dahlen, wurde am Samstag mit dem begehrten preis ausgezeichnet. Unter seiner Leitung wurde das heruntergekommene Schloss wieder aufgebaut.

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„Ich bin wirklich gerührt. Vielen Dank für diese Auszeichnung, ich freue mich riesig.“ Als Karl Berger am Samstagvormittag am Ende einer ausschweifenden Laudatio auf seine Person nach vorn gebeten wurde und selbst an das Rednerpult trat, sah man ihm schon auf den ersten Blick seine Freude an. Beide Mundwinkel reckten sich in die Höhe und das komplette Gesicht des 80-Jährigen strahlte in Richtung des Publikums. Der Grund dafür: Karl Berger bekam am Samstag den Heimatpreis 2018 in der Kategorie Heimatgeschichte überreicht.

Landrat Kai Emanuel schwärmte in seiner Festrede von der nordsächsischen Region.


„Unsere Heimat hier in Torgau und der gerade landschaftlich so reizvollen nordsächsischen Region ist uns sehr wichtig. Sie ist ebenso unverwechselbar wie schützens- und lebenswert. Wir können stolz auf unsere Heimat sein. Und auf die Menschen, die hier leben.“ In seiner Festansprache hob Landrat Kai Emanuel noch einmal ganz besonders die Wichtigkeit des Heimatpreises und seiner Bedeutung für das ehrenamtliche Engagement in der Region hervor. Er sei nicht nur für all jene wichtig, die den Preis noch nicht besäßen, sondern auch für diejenigen, die in bereits in Empfang nehmen durften. „Diese besondere Ehrung ist ein Ansporn, in seinem ehrenamtlichen Wirken nicht nachzulassen.“

So brauche es in unserer heutigen, immer  globaler werdenden Welt eine Gesellschaft, in der sich jeder Einzelne einbringen kann und dafür auch eine entsprechende Dankbarkeit erhält. „Freiwilliges Engagement wird leider immer noch viel zu oft als selbstverständlich angesehen“, führte er aus und schloss sein Rede mit einem Zitat des altpersischen Religionsstifters Zarathustra ab: „Anderen Menschen Gutes zu tun, ist keine Pflicht. Es ist eine Freude, denn damit wachsen unsere eigene Gesundheit und Glückseligkeit.“

Das Engagement Karl Bergers für das Dahlener Schloss stand im Mittelpunkt von Frank Kupfers Laudatio.

Seit über 10 Jahren ist Karl Berger nun bereits Vorsitzender des Schloss- und Parkvereins Dahlen. Unter seiner Leitung wurde der Verein Anfang 2009 gegründet und setzte sich daraufhin nicht nur für den Wiederaufbau des Dahlener Schlosses ein, sondern sorgte auch dafür, dass in selbiges auch wieder Leben einkehrt. „Heute können wir sagen, dass diese Intention erreicht und weit übertroffen wurde.“ In seiner Laudatio auf Karl Berger, den er schon seit über 20 Jahren kennt, lobte Frank Kupfer vor allem den ungetrübten Blick nach vorn, den der Preisträger im Laufe der Jahre immer wieder bewies. „Unter der Leitung von Karl Berger ist das Schloss Dahlen zum Mittelpunkt des kulturellen Lebens der Heidestadt geworden.“

Vom Sammeln von Möbeln und Teppichen über das Koordinieren von Firmen, Vereinsmitgliedern und freiwilligen Helfern zur Arbeit am Schloss bis hin zur Organisation von zahlreichen Veranstaltungen, die sich teilweise sogar schon zur festen Dahlener Tradition entwickelt haben. „Das Dahlener Schloss wird intensiv genutzt und ist inzwischen weit über die Stadtgrenzen hinaus als Ausflugsziel für kulturelle Erlebnisse, Familienfeiern, Klassentreffen und Hochzeiten bekannt und beliebt.“

Karl Berger freute sich über die Auszeichnung.

Auch wenn Karl Berger sein ehrenamtliches Engagement für die Stadt Dahlen selbst wohl als absolut selbstverständlich ansieht, war die Freude doch enorm, als er mit dem Heimatpreis beglückt wurde. Denn Heimat, das erklärte er den Anwesenden in seiner kurzen Dankesrede, sei für ihn etwas enorm Wichtiges. „Heimat, das ist der Ort, an dem Du zu Hause bist. Wo Deine Familie ist. Aber das kann auch ein Verein wie unserer sein. Wir sind mittlerweile eine Gruppe von fast 80 Leuten und ich muss sagen, in unserem Verein habe ich wirklich Heimat gefunden.“

Doch auch wenn Karl Berger an diesem Vormittag ganz klar im Mittelpunkt stand, war er am Ende nicht der Einzige, dem an diesem Tag für sein Engagement gedankt wurde. Denn bevor es zum kulinarischen Teil der Veranstaltung ging, ergriff der Initiator des Heimatpreises, Benno Kittler das Wort und richtete einige dankende Worte an Heidrun Szymanski. Die Torgauer Notarin hatte in den vergangenen Jahren stets an der Seite der Heimatpreisjury gearbeitet und hatte sich darum gekümmert, dass bei der Gewinner-Auswahl alles mit rechten Dingen zugeht.

Ab jetzt nur noch Gast beim Heimatpreis: Benno Kittler.

„Der Heimatpreis selbst war vor 27 Jahren schnell geboren“, sagte Kittler freudig. „Aber ohne Notarin würde gar nichts passieren. Und dafür sage ich Danke.“ Zukünftig wird nicht mehr Szymanski an der Seite der Jury stehen. Sie gab in diesem Jahr den Staffelstab an ihren Nachfolger, Robert Kopf, weiter, der mit der diesjährigen Verleihung nun auch seinen ersten Einsatz hinter sich bringen konnte.
Und auch Benno Kittler selbst, der 1992 den Heimatpreis selbst aus der Taufe hob und seither stets einen Platz in der Jury hatte, übergab diesen am Samstag an seinen Nachfolger. Dr. Christian Röhm, der Geschäftsführer der TZ-Mediengruppe, wird zukünftig an Kittlers Stelle bei der Vergabe des Heimatpreises mitentscheiden und somit auch in Zukunft eine ausreichende Würdigung des ehrenamtlichen Engagements in der Region garantieren. „Ich verabschiede mich hiermit von der Heimatpreis-Bühne“, sagte Kittler. „Ab jetzt bin ich nur noch Gast.“

Die Synkopenmuffel sorgten für die musikalische Umrahmung der Heimatpreis-Verleihung.

 

Laudatio auf Karl Berger

Sehr geehrte Damen und Herren,


es war einmal ein Bürgermeister einer sehr kleinen Gemeinde, den ich Anfang der 1990er- Jahre kennen- und schätzen gelernt habe. Es erfüllt mich mit stolz, dass ich heute für ihn die Laudatio als Sieger des „Heimatpreis 2018“ in der Kategorie Heimatgeschichte halten darf. Bürgermeister ist er schon lange nicht mehr. Er ist im aktiven Ruhestand. Und das mit der Aktivität ist gut so. Es ist gut für die Region, gut für die Stadt Dahlen und vor allem gut für das Schloss in der Heidestadt. Unsere herzliche Gratulation geht an den Vereinsvorsitzenden des Schloss- und Parkvereins Dahlen e.V., Herrn Karl Berger.

Im Folgenden möchte ich dies kurz begründen.

Unter seiner Leitung wurde vor reichlich zehn Jahren, am 3. Januar 2009, der Schloss- und Parkverein Dahlen e.V. gegründet. Ziel war es, das abgebrannte Schloss vor dem Verfall zu retten und die Räumlichkeiten wieder für die Bürgerinnen und Bürger nutzbar zu machen.

Heute können wir sagen, dass diese Intention erreicht und weit übertroffen wurde. Das Dahlener Schloss wird intensiv genutzt und ist inzwischen weit über die Stadtgrenzen hinaus als Ausflugsziel für kulturelle Erlebnisse, Familienfeiern, Klassentreffen und Hochzeiten bekannt und beliebt.

Durch die umfangreiche Sponsorensuche von Herrn Berger und dank der Fördermittelbereitstellung des Freistaates Sachsen wurden Dach, Fenster und Fassade des Schlosses vorwiegend durch ortsansässige Firmen gesichert. Karl Berger koordiniert seit 2009 die gesamte bauliche Begleitung, das Zusammenspiel von Firmen, Vereinsmitgliedern und freiwilligen Helfern.
Sein Organisationstalent beweist Herr Berger mehrmals im Jahr bei der Durchführung der kulturellen Veranstaltungen im Schloss und auf dem Parkgelände:
• Buchlesungen, Volksliedersingen und klassische Konzerte begleiten das gesamte Jahr.
• Es finden jährliche Höhepunkte statt: das Neujahrsfeuer, ein Blumen- und Pflanzenmarkt mit Trödelmarkt, ein Weinfest und ein Ostermärchen für Kinder auf der Naturbühne Dornreichenbach im Park.
• Einen festen Platz der kulturellen Aktivitäten im Schloss hat das Polizeiorchester Sachsen. Diese Veranstaltung wurde von Karl Berger ins Leben gerufen und ist mittlerweile gute Tradition.
• Bei allen Aktivitäten, auch am „Tag des offenen Denkmals“, werden Führungen für Groß und Klein zur Schlossgeschichte angeboten.

Unter der Leitung von Karl Berger ist das Schloss Dahlen zum Mittelpunkt des kulturellen Lebens der Heidestadt geworden.

In den vergangenen Jahren sammelte Karl Berger Möbel und Teppiche zur Innenausstattung des Schlosses. Es entstand unter anderem ein Jagdzimmer, welches Geschichte erlebbarer macht. Karl Berger bringt stets neue Ideen ein und ist für Denkanstöße dankbar, die einen Mehrwert für das Schloss und seine Besucher bringen.

Im Hinblick auf knappe Kassen vielerorts ist es umso erstaunlicher, wie umfangreich die zahlreichen realisierten Projekte von Karl Berger und seinen Vereinsmitgliedern, es sind rund 70 Mitglieder, sind. Im September 2017 wurde auf Schloss Dahlen das internationale „Workcamp Parquet“ ausgerichtet. Dabei kamen 40 Teilnehmer aus ganz Europa zusammen. Gemeinsam wurde in zwei Sälen des Dahlener Schlosses im historischen Stil Parkett neu verlegt.
Auch im Jahr 2018 und in diesem Jahr hat Karl Berger neue Förderanträge an Bund und Land gestellt, um die notwendigen Sanierungsarbeiten voranzubringen.

Herr Berger ist ein hervorragender Netzwerker; er verfügt über zahlreiche Kontakte zu Schlössern, Vereinen, Abgeordneten und Behörden. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge über die historische Bedeutung des Dahlener Schlosses, zum Beispiel über die Unterzeichnung des Friedenstraktates durch den Preußenkönig Friedrich II., mit welchem der Hubertusburger Frieden ratifiziert wurde und damit der Siebenjährige Krieg beendet werden konnte. Auch über aktuelle Vereinsaktivitäten informiert Karl Berger, sucht Sponsoren und freiwillige Helfer. Ein Blick auf die von Herrn Berger gepflegte Homepage www.schloss-dahlen.de zeigt eindrucksvoll realisierte Projekte und die Vereinsarbeit.

Karl Berger hat durch sein hohes Engagement das Dahlener Schloss wieder zum Leben erweckt. Er hat kulturelle Höhepunkte in Dahlen geschaffen, die heute fest verankert und zur Tradition geworden sind.

Danke Karl Berger für Ihr leidenschaftliches, uneigennütziges, ehrenamtliches Engagement!

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