Montag, 26. August 2019
Freitag, 10. Mai 2019

BELGERN-SCHILDAU

"Glas ist zerbrechlich wie unser Leben"

Kalook Wollny: „Seiner Kreativitaet freien Lauf lassen“.Foto: HL

Henrik Landschreiber

Kalook Wollny über Lieblingsberuf, Weltkulturerbe und ein Herz aus Glas

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Belgern.  Im SonntagsWochenBlatt-Gespräch erklärt Glasbläser Kalook Wollny von Belgora Glasdesign aus Belgern, warum ein Besuch der Messe „Zukunft Heimat“ am 18. Mai ab 10 Uhr in der Stadthalle Belgern zum Erlebnis wird.

SWB: Eine Messe der TZ-Mediengruppe in Belgern: Da mussten Sie nicht lange überlegen, oder Herr Wollny?
Kalook Wollny:
Nein, da musste ich nicht überlegen, um dabei zu sein. Als Belgeraner liegt mir meine Heimatstadt natürlich am Herzen.
Das wird man wohl von vielen Leuten zu hören bekommen, dass Ihnen ihre Heimatstadt am Herzen liegt.
Das ist ja auch gut so! Ich möchte mich aber noch mehr engagieren für Belgern, kandidiere deshalb für den Stadtrat. Getreu dem Motto: Wir können nur meckern, wenn wir etwas tun. So wie wir uns heute gesellschaftlich engagieren, werden wir hoffentlich morgen leben.  
Was erwarten und erhoffen Sie sich von der Messe Zukunft Heimat?
Gute Gespräche, lachende Gesichter und staunende Kinderaugen. Ich arbeite gern mit Kindern: Mit jedem Kind, dass am 18. Mai in die Stadthalle kommt, puste ich ein Herz aus Glas. Man sollte sich bewusst machen, dass Glas so zerbrechlich wie unser Leben ist.  
Überall, und nicht nur im Vorfeld der Wahlen in diesem Jahr, wird von Heimat gesprochen. Was verbinden Sie damit?
Heimat ist dort, wo ich mich wohlfühle, wo man mir mit Achtung und Respekt begegnet. Das ist natürlich keine Einbahnstraße, sondern beruht auf Gegenseitigkeit. Unabhängig von Parteien sollte das Miteinander und die Frage: Was können Menschen zusammen tun? im Mittelpunkt stehen. Man kann unterschiedlicher Ansicht sein, sollte sich aber ehrlich begegnen und keine Energie vergeuden.   
Und hat Ihre Heimat Belgern, um im Bild zu bleiben, eine Zukunft?
Trotz aller Schwierigkeiten, ja. Das Thema Arbeit ist und bleibt ein schwieriges, vielleicht lässt sich der Tourismus weiter beleben.
Ihr Beruf Glasbläser ist ein altes, ehrbares Handwerk. Von wem haben Sie es gelernt, und wird es irgendwann aussterben?
Das weiß und hoffe ich nicht. Meine beiden Töchter dürfen lernen, was sie wollen. Vielleicht verschlägt es sie in meine Richtung. Ich bin seit 40 Jahren im Beruf, wurde durch die sogenannte Berufslenkung in der ehemaligen DDR gesteuert. Das heißt: Ich wollte eine sitzende Tätigkeit. Zur Wahl standen Sattler oder Polsterer, Brauer und Mälzer. Glasbläser blieb übrig und ist genau das Richtige für mich. Er ist mein absoluter Lieblingsberuf, den ich lebe und liebe.
Was ist das Besondere an Ihrem Beruf?
Seiner Kreativität freien Lauf lassen zu können und der Kontakt zu den Menschen, wenn sie mit einem alten, kaputten Glas zu mir kommen und ich es reparieren kann. Der Berufsstand des Glasbläsers wurde im Jahr 2015 zum Weltkulturerbe erklärt. Leider ist die Zahl von deutschlandweit 5000 Glasbläsern nach der Wende auf aktuell 300 gesunken. Wir sind nicht nur Glasbläser, sondern auch Künstler. Die Eigenschaften unseres Werkstoffs sind einmalig: Zerbrechlich und durchsichtig.  
Wie steht es denn nun um den glasblasenden Nachwuchs?
Obwohl ich die Ausbildungsberechtigung habe, bekomme ich nur wenige Bewerbungen. Vielleicht sind die Anforderungen an das Berufsbild zu hoch. Und ich bin viel unterwegs wie ein „Fahrensmann“, verdiene mein Geld größtenteils in Einkaufscentern, weit  weg von Belgern, wo ich Kindergarten- oder Schulgruppen mein Handwerk vorführe.
Wie gelingt es Ihnen, Tradition und Moderne zu verknüpfen?
Durch das Sammeln neuer Ideen und der steten Weiterbildung in meinem Gewerbe. Ich muss mit immer neuen Produkten und Kollektionen am Ball und individuell bleiben, darf nichts von der Stange produzieren. Dazu muss ich alle Sinne offen halten. Wenn ich ein Produkt aus Holz oder Metall sehe, überlege ich, ob ich es nicht aus Glas herstellen kann.
Noch eine intime Frage: Kalook ist ein ziemlich ungewöhnlicher Vorname.
Mein Vater stammt aus dem Irak. Kalook bedeutet so viel wie „guter Charakter“.
Warum sollten nun viele Besucher am 18. Mai in die Stadthalle Belgern kommen?
Weil es viel Informatives zu erleben und zu entdecken gibt. An meinem Stand werden wir gemeinsam für den Vatertag Herzen pusten und bemalen. Ich habe mich entschlossen, die Einkünfte auf der Messe „Zukunft Heimat“ unserer neuen Oberschule in Belgern zu spenden. Letztendlich kommt es unseren Kindern, unserer aller Zukunft, zu Gute.


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